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Hohe Nachfrage durch rege Bautätigkeit

SH-Jura Steinbruch verstärkt Fuhrpark

Mithilfe eines Cat-Kettenbaggers 336FLN samt Meißel wird Material für den Brecher bearbeitet.

Der von der Firma SH-Jura übernommene Jura-Steinbruch im Altmühltal entwickelt sich rasant. Ein Cat-Radlader 982M verstärkt daher künftig den Betrieb. Das Tätigkeitsprofil der Baumaschine reicht vom Brechen des Natursteins über das Verladen der Blöcke, das Abfahren des Abraums bis hin zum Aufräumen der Lagerstätte.

Erkertshofen (ABZ). – Josef Seizmeir, Geschäftsführer der Firma SH-Jura, hatte 2015 einen Steinbruch bei Titting samt Abbaugenehmigung und entsprechenden Verpflichtungen wie der Rekultivierung übernommen. Ursprünglich sollte der abgebaute Rohstoff dazu dienen, die eigenen Baustellen mit Splitt und Schotter zu versorgen. Doch auch andere Abnehmer der Baustoffe fanden sich, und zwar deutlich mehr als zunächst geplant. Der Natursteinhandel von Josef Seizmeir vermarktet Füllmaterial für den Garten- und Landschaftsbau, wenn er es nicht selbst benötigt.

Ursprünglich war er von 100 000 t Material ausgegangen. "2019 haben wir 150 000 Tonnen umgesetzt und sind damit an die Kapazitätsgrenze gestoßen", so Josef Seizmeir. Mit Investitionen will die Firma sich auf die vermehrte Nachfrage einstellen und den Rohstoffabbau effizienter ausrichten. "Am Anfang war der Grundgedanke da, mit einer eigenen Lagerstätte unabhängig zu sein", so Seizmeir. Doch inzwischen erhalte das Unternehmen immer mehr Anfragen nach Splitt und Schotter. Grund dafür sei die rege Bautätigkeit insbesondere rund um die Ballungsräume München, Ingolstadt und Nürnberg. Dort werde es immer schwieriger, eine Genehmigung zum Abbau von Kies zu erhalten. Daher seien die im Altmühltal produzierten Baustoffe gefragt.

"Dabei wäre es eine drängende Aufgabe unserer Politik, angesichts des Bedarfs in der Bauwirtschaft für ausreichend Genehmigungen zu sorgen und die Genehmigungsverfahren zu vereinfachen", meint Josef Seizmeir. Dass seine Produkte immer mehr Abnehmer hätten, habe auch mit dem Dienstleistungsgedanken zu tun, den seine Mitarbeiter leben. "Die Kunden wissen, dass wir keine starren, bürokratischen Öffnungszeiten haben und sie auch am Samstag oder Freitagnachmittag zu uns kommen können und bedient werden", so Bauingenieur Josef Seizmeir junior, der seit drei Jahren im Betrieb seines Vaters Mitgesellschafter ist und ihn als Bauleiter unterstützt. Um den Abbau des Jura-Steinbruchs weiter ausdehnen zu können, hat das Unternehmen eine vormals landwirtschaftlich genutzte Fläche von 1,5 ha neben der bestehenden Lagerstätte erworben. Der gesamte Abbaubereich erstreckt sich nun auf 80 000 m² Fläche.

Mithilfe eines Cat-Kettenbaggers 336FLN samt Hydraulikhammer wurde bislang das Material für den Brecher bearbeitet und für die Aufgabe zerkleinert. Am Ende des Förderbands nahm es dann ein Cat-Radlader 962M mit seiner 3,8-Kubikmeter-Schaufel wieder auf und beschickte Lkw. Das soll auch weiterhin so beibehalten werden.

Gehen gemeinsam den nächsten Schritt: die SH-Jura-Geschäftsführer Josef Seizmeir und sein Sohn Josef (3. u. 2. v. r.), Stefan Hausmann (r.), Robert Schiller (3. v. l.), sowie Jürgen Karremann, Zeppelin Vertriebsdirektor (l.), und Daniel Bauer (2. v. l.), Zeppelin Verkaufsrepräsentant.

Als weitere Gewinnungsmaschine im Betrieb soll ein Cat-Radlader 982M diesen verstärken. "Damit rückt das Unternehmen maschinentechnisch gesehen in eine neue Liga vor, wenn man bedenkt, dass der Ursprung der Firma der Straßen- und GaLaBau war, bei denen kompakte Maschinengrößen dominieren", so Jürgen Karremann, als Vertriebsdirektor Bayern verantwortlich für die Zeppelin-Niederlassung München und zugleich Hauptlieferant der Baumaschinen, welche die Seizmeir-Gruppe einsetzt.

150 Millionen Jahre Erdgeschichte haben ihre Spuren im Altmühltal hinterlassen: Fossilien wie Ammoniten zeugen davon, dass hier einmal ein Meer die Erde überdeckte. Entstanden sind Ablagerungen, die den Jurakalkstein bildeten. Die Schichten sind in der Regel durch Tonlagen voneinander getrennt und variieren hinsichtlich ihrer Mächtigkeit. Um Platten und Blöcke herauszulösen, will der Betrieb auf die Kraft des neuen Cat 982M zurückgreifen. Mit seinem Hebezahn setzt dieser an, schiebt ihn unter die Schicht und bricht diese dann heraus. Die Baumaschine muss dabei immense Kräfte aufbringen. Daher wurde der Lader mit einem zusätzlichen Kontergewicht verstärkt, um die Lasten gleichmäßig auf die Maschine zu verteilen.

"Der Abbau muss sich verändern, damit wir anders produzieren können", erklärt Stefan Hausmann, Prokurist bei der Seizmeir-Gruppe. "Wir wollen in Zukunft auch Rohblöcke herstellen, allerdings nicht selbst weiterverarbeiten." Damit soll die Produktionspalette erweitert werden. "Manche Bereiche des Vorkommens sind zu schade, um den Rohstoff zu Splitt und Schotter zu brechen. Sie eignen sich besser für Werksteine", ergänzt Josef Seizmeir. Er will möglichst viel von dem Vorkommen verwerten und die komplette Wertschöpfung nutzen. Daher wurde als Ausrüstung des 35 t schweren Ladegeräts der Hebezahn gewählt, um Schicht für Schicht herauszubrechen.

Mit dem Lösen des Natursteins ist die Arbeit des Lader noch nicht getan – er muss die Blöcke mit einem Volumen von rund 10 m³ und einem Gewicht von bis zu 27 t auch noch verladen. Für diese Aufgabe tauscht der Cat 982M mit einem Schnellwechsler den Hebezahn gegen eine Steingabel aus. Das Tätigkeitsprofil der Baumaschine reicht vom Brechen über das Verladen und den Abraum abfahren bis hin zum Aufräumen der Lagerstätte. "Wir sind mit der Baumaschine eine Spur flexibler", so Seizmeir. "Sollte einmal ein Radlader ausfallen, können wir im Notfall auch den Cat 982M mit seiner Schaufel nutzen."

Für das 35 t schwere Ladegerät wurde ein Hebezahn gewählt, um Schicht für Schicht des Natursteins herauszubrechen.

So kann die Baumaschine für den Cat 962M oder einen Cat 924H einspringen, der ebenfalls Verladetätigkeiten übernimmt und eigene Lkw sowie Lkw von Kunden bestückt, wenn sie wieder Nachschub an Splitt und Schotter ordern. "Wir haben das Bohr- und Sprengverfahren dem Radladereinsatz gegenübergestellt. Kostenmäßig gibt es keine Unterschiede", meint der Unternehmer. Allerdings spreche für den Radlader, dass das Unternehmen damit Sprengungen reduzieren könne. Diese dürfte es zwar ausführen. "Aber auch im Hinblick auf niedrigere Emissionen können wir den Rohstoff so mit möglichst wenig Erschütterungen gewinnen", sagt Seizmeir.

Vor dem Hintergrund eines emissionsarmen Betriebs spielt auch die verbaute Motorentechnik, basierend auf dem neuesten Stand, eine nicht unerhebliche Rolle. Nachhaltig erfolgt auch die Stromversorgung auf dem Gelände. Ein Bau- beziehungsweise Bürocontainer erhielt Fotovoltaik-Module an der Fassade und einen Stromspeicher, um autark zu sein. Mit Strom versorgt werden die Außenbeleuchtung, die Waage, der Computer und Drucker, der LTE-Anschluss mit Live-Kameraüberwachung und Übertragung der Daten in Echtzeit in eine Cloud.

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