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Holz-Fassadenelemente

Gealterten Bau aufgewertet

Baustoffe, Holz, Modernisierung und Sanierung

Inklusive Fenster und Dämmung wurden die ca. 3 x 13 m großen Elemente auf die Baustelle geliefert.

München (ABZ). – Mit TES-Fassadenelementen ergeben sich bei der energetischen Gebäudesanierung ganz neue Gestaltungsmöglichkeiten, so der Hersteller, die Anton Ambros GmbH aus Hopferau. Bestes Beispiel sei ein jüngst fertig gestelltes Wohn- und Geschäftshaus in der Münchner Innenstadt.

Als es darum ging, die baufällige Natursteinfassade des Gebäudes zu erneuern und das Gebäude energetisch zu optimieren, hätten sich nach Aussage von Ambros viele Bauherren für eine günstige, aber gesichtslose Lösung mit einem Wärmedämmverbundsystem entschieden. Doch die Architekten Stefan Krötsch und Florian Braun konnten den Eigentümer des Gebäudes (Baujahr 1972) von einer hochwertigeren Ausführung überzeugen. Zum Einsatz kamen werksseitig vorgefertigte Holz-Fassadenelemente der Firma Ambros, die mit Aluminium-Steckblechen verkleidet wurden – was den in die Jahre gekommenen Bau in einen echten Eyecatcher verwandelt hat. Und zwar in Rekordtempo, sehr zu Freude der Hausbewohner und vor allem der Ladenbesitzer im Erdgeschoss.

Wie bekommt man eine energetische Verbesserung ohne eine gestalterische Verschlechterung hin? Das war die Problemstellung vor der das Münchner Büro "Braun Krötsch Architekten" bei der Neugestaltung des Gebäudes mit 32 Nutzungseinheiten stand. "Viele Gebäude aus den 50er-, 60er- oder 70er-Jahren sind ziemlich schmucklos", erklärt Stefan Krötsch. "Sie leben von den Proportionen. Aber die verändern sich grundlegend, wenn das Gebäude einfach nur mit einer dicken Dämmung eingepackt wird." Die Architekten konnten den Hausbesitzer – selbst ein Architekt aus Südtirol – schnell davon überzeugen, dass es bessere Wege gibt, ein Gebäude aus den 70er-Jahren nahezu auf Passivhaus-Standard zu sanieren.

Stefan Krötsch und Florian Braun, die gerne ungewöhnlichen Materialien für die Fassadengestaltung einsetzen, entschieden sich im Falle des Wohn- und Geschäftshauses in der Donnersbergerstraße für eloxierte Aluminiumbleche als äußerste Schicht. Die Maschen sind hochkant angeordnet. Dadurch entsteht eine textil anmutende Oberfläche, die von unterschiedlichen Seiten betrachtet vollkommen unterschiedliche Erscheinungsbilder bietet. Mal erscheint das Gebäude dunkel, mit einer filigranen Struktur. Von Süden aus betrachtet passt sich dagegen die Fassade dem beigen Rauputz des nebenstehenden Jugendstilgebäudes an.

Dass man sich für ein System mit werksseitig vorgefertigten Fassadenelementen entschieden hat, war nach Ansicht der Architekten gleich in mehrfacher Hinsicht ein Glücksgriff. Die ca. 3 x 13 m großen Elemente wurden inklusive ökologisch hochwertiger.

Zellulosedämmung, Fenster, Vorrichtung für den Sonnenschutz und Fassadenbekleidung just-in-time von der Firma Ambros auf die Baustelle geliefert. So konnte die gesamte sechsgeschossige Fassade in nur sechs Tagen montiert werden. "Bei der konventionellen Methode hätte die Umbau ein halbes Jahr gedauert", ist sich Krötsch sicher. Unmittelbar nach dem Abbruch der alten Fenster wurde das Fassadenelement samt der neuen Fenstern mit Stahlwinkeln am Bestand fixiert und mittels eingepresste Buchenholzdübel quasi wie ein Legostein auf das darunter liegende Element gesteckt, so dass die Wohnungen meist nicht länger als eine Stunde ohne Fenster blieben. "Viele Bewohner", erzählt der Architekt, "verfolgten den Montagevorgang interessiert aus dem Inneren ihre Wohnung." Auch der Baustellenverkehr, gerade im innerstädtischen Bereich ein ernstes Problem, wurde auf ein Minimum reduziert.

Ein weiterer wichtiger Vorteil der werksseitigen Fertigung: die allermeisten Bleche konnten schon in der Zimmerei an den Holz-Tafelelementen befestigt werden. "Das Montieren der riesigen Bleche auf der Baustelle wäre ein Riesendrama gewesen", meint Krötsch. In der Werkshalle störten dagegen keine Gerüste die Arbeiten mit dem filigranen Material.

Mit dem Ostallgäuer Holzbauspezialisten Ambros wurde ein Unternehmen engagiert, das über reichlich Erfahrung mit den sogenannten TES-Fassadenelementen verfügt und als erstes Holzbauunternehmen überhaupt damit gearbeitet hatte. Firmenchef Josef Ambros spricht dennoch von "Neuland", das man mit dem Projekt in der Donnersbergerstraße betreten habe, insbesondere was die Kombination Metall und Holz angehe.

Beim TES-Fassadensystem wird das Bestandsgebäude digital aufgemessen und dieses Aufmaß in die Werkstattplanung übertragen. Auf der Grundlage dieser Planung stellt eine automatisierte Abbundanlage alle Einzelteile der Tafelbauelemente her. Fenster Sonnenschutz und die Fassadenbleche wurden im Falle des Objekts in München ebenso auf der Grundlage dieser Werksplanung angefertigt. "Die geschlossene digitale Prozesskette vom Aufmaß bis zur Montage erfordert große Sorgfalt und Umsicht, ermöglicht aber höchste Präzision und maximale Vorfertigung", betont Stefan Krötsch. Umso wichtiger sei es gewesen, mit der Firma Ambros einen absoluten Spezialisten für das TES-Fassadensystem ins Boot geholt zu haben.

Mit dem TES-Fassadensystem öffnen sich nach Ansicht von Krötsch generell für den Holzbau ganz neue Möglichkeiten – insbesondere im städtischen Kontext. "Im Sinne der Nachhaltigkeit geht es darum, möglichst viele biogene, nachwachsende Baustoffe einzusetzen." Holz aus der Region sei da perfekt. Die TES-Elemente mit ihrer Holzrahmenbauweise bestünden eben vorwiegend aus diesem Material. "Da fällt eine dünne Aluschale in ökologischer Hinsicht nicht mehr ins Gewicht", findet Krötsch. "Mit dem TES-Fassadensystem hat der Holzbau ein Höchstmaß an Flexibilität gewonnen."

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 36/2016.

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