Holz vom Dach bis zum Sockel

Verantwortungsvoller Holz-Neubau für den Hafen von Amsterdam

Amsterdam (ABZ). –Es kombiniert industriellen Charakter mit einer harmonischen Innenraumatmosphäre: Das Nautisch Coördinatie Centrum im Hafen von Amsterdam. Das vom ortsansässigen Architekturbüro WRK geplante Gebäude steht laut den Architekten beispielhaft für das Bestreben des Hafens, möglichst energieneutral und kreislauforientiert zu bauen.
Bauen mit Holz
Das Nautisch Coördinatie Centrum im Hafen von Amsterdam wurde mit modularen, vorgefertigten Elementen errichtet. Foto: Leonard Fäustle

Die Konstruktion besteht dabei aus modularen, vorgefertigten Elementen. Das Besondere: Sowohl Wand und Decke als auch der Boden bestehen aus demselben Holzwerkstoff. Mit Kerto LVL kommt hier ein Furnierschichtholz zum Einsatz, dessen sichtbare Oberfläche zur Innenraumgestaltung beiträgt.

Kreislauforientiertes Handeln ist ein strategischer Schwerpunkt des Hafenbetriebs Amsterdam. In diesem Bereich möchte man nach eigenen Angaben mittelfristig führend in Europa werden. Auch beim Bau des Büro- und Technikgebäudes "Nautisch Coördinatie Centrum" spielten Nachhaltigkeit und Kreislaufwirtschaft demzufolge eine wichtige Rolle.

Die Bauherren entschieden sich für eine Konstruktion aus Kerto LVL-Furnierschichtholz. Sie steht auf einem Betonfundament und wird teils durch eine Stahlkonstruktion verstärkt. Auf diese Weise werden die spezifischen Vorteile der einzelnen Materialien genutzt, so das Architektenbüro.

Für die Boden- und Deckenkonstruktion wurden laut Bauherren 350 und 230 mm hohe Kerto-Ripa-Box-Elemente verwendet. Rippen und Deckplatten werden hier zu einem stabilen Kastenelement verklebt, wie der Hersteller erläutert. Ein Großteil der eingesetzten Decken habe eine Spannweite von rund 7,5 m.

An dieser Stelle hätten auftretende Schwingungen berücksichtigt werden müssen. Daher seien einige Bauteile stellenweise mit zusätzlichen Rippen versehen worden, um die Linienlast der Schiebewand zu absorbieren. Für die Bodenelemente mit einer maximalen Länge von 8,6 m galt es, sowohl eine Feuerwiderstandsdauer von 30 Minuten, als auch eine begrenzte Bauhöhe zu berücksichtigen.

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Bauen mit Holz
Alle Boden-, Wand- und Dachelemente wurden vom Holzrahmenhersteller Dupac vorfabriziert und montagefertig auf die Baustelle geliefert. Foto: Dupac

Um diese Anforderungen zu erfüllen, wurden dickere Ober- und Unterplatten von 67 mm eingesetzt. Sie tragen dazu bei, die Lasten in Querrichtung zu verteilen – insbesondere wechselnde Punktlasten. Die Anzahl der Rippen konnte hier reduziert werden. Außerdem sind die Kerto-Ripa-Elemente so belastbar und steif, dass auch Aussparungen für Treppen möglich sind, betont der Hersteller.

Die tragenden Wände sind außen nach Angaben des Herstellers mit einer 25 mm starken Kerto LVL Q-Platte versehen. Als Ständerkonstruktion kommen Kerto LVL S-Balken mit einer Dicke von 45 mm beziehungsweise Kerto LVL Q-Platten mit denselben Maßen zum Einsatz und werden mit der Deckplatte verklebt. Dies führe zu einer erhöhten Widerstandsfähigkeit gegen Windlasten.

Der Hersteller erklärt das Vorgehen: Die Pfosten der Ständerkonstruktion verfügen über einen Abstand von 600 mm. Die so entstehenden Zwischenräume sind mit 200 mm starken Steinwolle gedämmt. Die Wände erreichen so einen Wärmedurchgangswiderstand von rund 8,6 m²K/W. Alle Boden-, Wand- und Dachelemente wurden vom Holzrahmenhersteller Dupac vorfabriziert und montagefertig auf die Baustelle geliefert.

Die Innenseite der Wandelemente wurde abschließend mit einer 21 mm starken Kerto LVL Q-Platte versehen, die als sichtbare Oberfläche erhalten bleibt und so wesentlich zu der warmen Atmosphäre des Innenraums beitragen. Große, raumhohe Fenster öffnen den Blick nach draußen auf den Fluss Ij.

Neben der Verwendung nachhaltiger Baumaterialien wurde laut Architekturbüro viel Wert auf die kontrollierte raumspezifische Belüftung und die Minimierung des Energieverbrauchs gelegt.

So werde die vom Gebäude benötigte Energie durch Solarmodule auf dem Dach und an der Fassade erzeugt. Das Gebäude sei außerdem mit einer Wärmepumpe (geschlossenes Erdwärmesystem) ausgestattet. Damit decke es den eigenen Energiebedarf zu 100 %.

Zudem sei es mit einem System ausgestattet, dass Regenwasser sammelt, sodass dieses für die Toilettenspülung und zur Bewässerung von Pflanzen genutzt werden könne.

Die Konstruktion aus PEFC-zertifiziertem Kerto-LVL hat laut Bauherr unter anderem dazu beigetragen, dass das Gebäude mit "BREEAM Excellent" ausgezeichnet wurde. Das Gebäude im Hafen von Amsterdam hinterlässt demnach einen geringen CO2-Fußabdruck.

Denn – wie mit Hilfe des Kalkulator-Tools von Metsä Wood ermittelt werden konnte – beträgt die Kohlenstoff-Speichermenge der verwendeten 200 m³ Kerto LVL-Furnierschichtholz 159 t Kohlenstoffäquivalent.

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