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IAA-Vorschau

Schmitz Cargobull präsentiert

Von Jennifer Schüller

Auf der IAA wird Schmitz Cargobull auch eine weiterentwickelte Thermo-Isolierung für die Stahl-Rundmulde vorstellen. Um den Nutzlastverlust möglichst gering zu halten, wurde die Thermoisolierung der Stahlrund-Kippmulde S.KI SR Anfang 2018 nochmals optimiert.

Berlin. – Ein großer roter Knopf und ein Timer, der unerbittlich die Sekunden und Minuten zählte, bildeten den Auftakt zu dem Schmitz Cargobull Pre-IAA-Presse-Event. Das Unternehmen hatte es sich zur Aufgabe gemacht unter Beweis zu stellen, wie schnell der V.KO Dry-Kofferbausatz, der am Veranstaltungs-Standort in Berlin produziert wird, von nur zwei Personen zu montieren ist. Innerhalb von 2 Std., so das sportliche Ziel des Trailerherstellers, sollte der Aufbau komplett sein – nur so viel sei vorab verraten: Das gesetzte Ziel konnte deutlich unterschritten werden.

Nachdem Andreas Schmitz, Vorstandsvorsitzender des Unternehmens, den Countdown gestartet hatte und die Arbeiten – auf einer Leinwand aus einer Nachbarhalle übertragen – begannen, kam er zunächst auf die Geschäftsentwicklungen von Schmitz Cargobull zu sprechen.

Im Jubiläumsjahr 2017 konnte das Unternehmen die bisherigen Umsatz-Höchstwerte noch einmal übertreffen. "Für das Geschäftsjahr 2017/2018 rechnen wir mit einer Jahresproduktion von mehr als 61 000 Einheiten und einem Umsatz von ca. 2,2 Mrd. Euro", erklärte Schmitz. Die Produktion habe man ebenfalls noch einmal um 5 % steigern können (im Vorjahr hatte es bereits einen Zuwachs von 16 % gegeben). Doch auf diesen positiven Ergebnissen will man sich nicht ausruhen; der Transportlösungs-Spezialist hat den ehrgeizigen Plan auch im laufenden Jahr eine Produktionssteigerung von 10 % zu erreichen.

Dieses Bestreben steht in Einklang mit dem übergreifenden Ziel, die Markt-Position von Schmitz Cargobull weiter auszubauen. Ziel sei es, weltweit führender Trailerhersteller zu werden. Dass das nordrhein-westfälische Unternehmen konsequent daran arbeitet, diesen Traum zu verwirklichen, zeigt sich auch bei einem Blick auf die Marktanteile in Europa. Wie Boris Billich, Vorstand Vertrieb Schmitz Cargobull AG, nachzeichnete, verfallen rd. 25 % auf den "Blauen Elefanten". "Die aktuelle wirtschaftliche Situation sowie das Marktumfeld sind unvermindert positiv", fasste es Schmitz zusammen. Beim Absatz in Russland und in Litauen habe Schmitz Cargobull auch durch die eigenen Fertigungskapazitäten vor Ort mit ca. 5200 bzw. 4200 Einheiten die Pläne übertroffen. Erst im Oktober 2017 hatte das Unternehmen zudem auch ein Multi-Production-Plant im türkischen Adapazari eröffnet, welches in der ersten Ausbaustufe eine Produktionskapazität von bis zu 3400 Aufliegern im Jahr hat. Langfristig plant man in allen Werken (Russland, Litauen, Türkei, Spanien und Deutschland) alle Produkte fertigen zu können, um Warte- und Auslieferungszeiten zu verkürzen.

Im Blick auf die IAA Nutzfahrzeuge sprach Roland Klement, Vorstand Forschung & Entwicklung bei Schmitz Cargobull, über die Zukunftsstrategie des Unternehmens, die sich auch in den Weiterentwicklungen, der auf der Messe präsentierten Produkte wiederspiegelt. Umweltschonende Antriebe, einfache Aufbauten, intelligente Telematiklösungen – alle diese Dinge stellten Herausforderungen dar, denen sich Schmitz Cargobull annehme, so Klement. Und dabei spiele der Aspekt "Smart Solutions/Technology" eine integrale Rolle, weshalb sich Schmitz Cargobull auch für das Messe-Leitthema "Smart Trailer World" entschieden hat. Nicht nur die Digitalisierung der Produkte und Prozesse soll vorangetrieben werden, sondern auch die Verknüpfung der Fahrzeuge und Services. "Alles, was Sicherheit, Komfort, Effizienz und Fahrzeugverfügbarkeit für den Nutzer verbessert und die Effizienz unserer Kunden steigert, werden wir ständig weiterentwickeln", fasste es Andreas Schmitz zusammen. 

Vorstandsvorsitzender Andreas Schmitz sprach über das Ziel des Unternehmens, weltweit führender Trailerhersteller zu sein.

Als einen wichtigen Teil der Zukunftsstrategie hat Schmitz Cargobull im vergangenen Jahr den Einstieg in die Transporter-Klasse für den innerstädtischen Verteilerverkehr vollzogen. Mit der neuen Produktlinie am Standort Berlin komplettiere man das Angebot an hochwertigen und nachhaltigen Transporteinheiten bis zur "letzten Meile". Der Van-Kofferbausatz wird in standardisierten Größen angeboten und lässt sich auf die Vorgaben der Fahrzeughersteller anpassen. Der V.KO Van Body – dessen Aufbau in der Live-Demonstration nur knapp 70 Min. betrug – ist eines der Produkte, die Schmitz Cargobull auf der IAA näher vorstellen wird. Der V.KO Dry-Kofferbausatz wird als Komplettbausatz (die Wände sind fertig vorkonfektioniert mit allen Einbauten und Profilen) zur Montage beim Fahrzeugbetrieb bzw. beim OEM angeliefert. Er besteht aus neu entwickelten GFK-Sandwichpaneelen, die einen PU-Schaumkern haben und so bei 20 mm Stärke leicht und dennoch robust sind. In der Standradausführung gibt es den V.KO Dry mit transluzentem Lichtdach und einer zweiflügeligen Hecktür. Ein funktions- und bedienungssicherer Handgriff ist bereits im rückwärtigen Anfahrschutz integriert und eine Aufstiegsleiter kann optional im Heckmodul angebracht werden. Die Wände, inkl. der hochwertigen Alu-Eckprofile, stehen in verschiedenen Weißtönen zur Auswahl. Die Positionsleuchte vorne und hinten, sowie die dritte Bremsleuchte, sind geschützt im Profil integriert. Die gesamte elektrische Verkabelung ist ab Werk vorbereitet. In der Grundausstattung innen ist im Laderaum zudem eine LED-Leuchte mit Bewegungssensor eingebaut.

Ebenfalls auf der IAA präsentieren wird Schmitz Cargobull den Sattelkoffer S.KO Cool im neuen Design. Die Frontpartie wurde einem kompletten Face-Lift unterzogen. Der geschützte Bereich der Stirnwand wurde noch weiter nach oben gezogen, um Beschädigungen beim Ankuppeln zu verhindern. Zudem wurde die Isolationsfähigkeit der Stirnwand durch zahlreiche Detail-Optimierungen weiter erhöht und ein neuer seitlicher Anfahrschutz verbaut. Mit der Transportlösung aus weiterentwickeltem Kühlkoffer, neuem Kühlgerät S.CU (bei gleichbleibend hoher Kälteleistung und präziser Temperaturführung verbraucht es laut Hersteller bis zu 10 % weniger Kraftstoff) und Telematik steht ein optimiertes Gesamtpaket für die Kühllogistik bereit.

Auch bei der Produktlinie Sattelcurtainsider S.CS wartet das Unternehmen bei der IAA mit Weiterentwicklungen auf. So erfüllt der S.CS mit Power Curtain die Anforderungen steigender Transporteffizienz und lückenlosem Zeitmanagement. Auch ohne Aufsatzlatten wird die zertifizierte Aufbaufestigkeit nach DIN EN 12642 Code XL durch Aramid-Gurte und in die Plane integriertem Stahldraht erreicht, der zudem einen höheren Diebstahlschutz bietet, so das Unternehmen. Dank des neu rollierten Chassis ist die gewichtsoptimierte Konstruktion des Sattelcurtainsider S.CS Mega Genios bei gleichbleibender Robustheit und Qualität nun 300 kg leichter. Damit kommt das Fahrzeug in der Basisausstattung auf ein Leergewicht von 6290 kg. Auch der Sattelcurtainsider S.CS Universal hat "abgespeckt". Er ist bereits bei knapp unter 6 t Leergewicht einsatzbereit. Zusätzlich ist das Fahrzeug mit der neuen seitlichen Schutzeinrichtung im neuen Design ausgestattet und verfügt ebenso über das DIN EN12642 Code XL-Zertifikat. Einem Generationswechsel unterzogen wurden auch die Volumengliederzüge von Schmitz Cargobull. Der Motorwagen-Curtainsider M.CS und der Zentralachs-Curtainsider Z.CS sind jetzt in der Mega-Version erhältlich. Auch bei diesen Modellen konnte das Gesamtgewicht reduziert werden. Mit 500 kg weniger auf den Rippen bietet der Volumen-Gliederzug in der Mega-Ausführung jetzt mehr Nutzlast für optimale und flexible Transportlösungen.

Gewichtsreduzierungen spielen auch bei den neuen Versionen der Sattelkipper-Produktlinie eine wichtige Rolle. So präsentiert Schmitz Cargobull auf der IAA eine weiterentwickelte Thermo-Isolierung für die Stahl-Rundmulde. Um den Nutzlastverlust möglichst gering zu halten, wurde die Thermoisolierung der Stahlrund-Kippmulde S.KI SR Anfang 2018 nochmals optimiert. Das innovative Isolations-Material hat ein geringes Mehrgewicht ab ca. 310 kg und bietet somit eine robuste und nutzlastoptimierte Transportlösung. Parallel zur Stahlrundmulde wird auch die Aluminium-Kastenmulde mit einer Vollisolierung angeboten. Diese gewichtsoptimierte Transportlösung erfüllt ebenso die geforderten Isolierwerte und sorgt mit einem Eigengewicht ab 5,1 t für eine hohe Nutzlast. Da die äußeren Abmessungen der Mulde sich durch die Isolierung nicht ändern, behält der Sattelkipper seinen tiefen Schwerpunkt und kann z. B. mit allen Optionen für die Muldenabdeckung aus dem Standardprogramm kombiniert werden. Beim Sattelkipper S.KI Volume AK wurde durch Optimierungen bei gleichem Muldenvolumen eine um 160 mm reduzierte Einladehöhe und ein bis zu 150 kg reduziertes Leergewicht erreicht. Ab September dieses Jahres ist das Fahrzeug auch mit der Schmitz Cargobull-Achse lieferbar.

Mit dem K.VO Van Body steigt Schmitz Cargobull auch in den Transporter-Markt ein. Die Kofferaufbauten werden im "Van Bodies"-Werk in Berlin gefertigt und können – wie eine Live-Demonstration unter Beweis stellte – von Fachmännern in weniger als 2 Std. montiert werden.

Abgerundet wird das Portfolio durch die Services und digitalen Leistungen des Unternehmens, über die man auf der IAA ebenfalls informieren wird. So setzt man mit Schmitz Cargobull Parts & Services auf neue digitale Systeme für den Vor-Ort-Service und das Training von Werkstätten. Weltweit sollen dank dieses Systems die Werkstätten in der Lage sein, sich über Remote-Maintenance-Anwendungen mit Schmitz Cargobull-Experten zu vernetzen und von diesen während der Reparatur Anweisungen zu erhalten. Dadurch verspricht man sich eine Zeiteinsparung bei der Fehlersuche und somit auch bei den Ausfallzeiten.

Ebenfalls im digitalen Bereich stellt Schmitz Cargobull Telematik mit einer neuen Telematik-Hardware, einer neuen Sensorik, einem neuen Online-Portal und der neuen beSmart App zukunftsweisende Innovationen vor. Das gesamte SmartTrailer-Konzept – welches sich auch im Leitmotto des Unternehmens für die IAA wiederfindet – basiert auf einer neuen Generation der Telematik-Hardware CTU-3 inkl. zusätzlicher, optionaler Sensorik-Ausstattung. Der Kunde profitiere hier von der Vernetzung aller relevanten Sensoren und der Überwachung der damit verbundenen Fahrzeugkomponenten wie Reifendruckkontrollsystem, Türsensorik oder Temperaturdrucker direkt über das Telematik-System. Außerdem sind in der neuen Hardware ein WLAN-Modul und eine nach DIN EN 12830 zertifizierte Temperaturrecorder-Funktion integriert.

Zeitgleich mit der Einführung der neuen Generation der Telematik-Hardware ging auch das TrailerConnect Portal 2.0 an den Start. Es bietet Kunden eine webbasierte Visualisierung der vom Telematik-System erfassten Daten, wie z. B. Fahrzeugposition oder Laufleistung, aber führt diese zugleich logisch zusammen und ermöglicht so Schmitz Cargobull zufolge Kosteneinsparungen und Prozessoptimierungen durch umfangreiche Fleet-Management-Funktionen. Zugleich dient es als benutzerfreundliches User-Interface für die fernsteuerbaren SmartTrailer-Funktionen.

Mit der zusätzlich erhältlichen, kostenlosen beSmart-App kann auch der Fahrer eines Lkw mit SmartTrailer über sein Smartphone direkt auf Komponenten und Funktionalitäten des Fahrzeugs zugreifen.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 30/2018.

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