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IG Bau

Renten-Vorschlag der Bundesbank unrealistisch

Frankfurt/Main (ABZ). – Die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau) lehnt den Vorschlag der Deutschen Bundesbank, den Renteneintritt auf 69 Jahre zu erhöhen, entschieden ab. "Der Vorschlag der Bundesbank ist völlig unrealistisch und zeigt, dass Rentenpolitik nicht zu den Kernkompetenzen der dort arbeitenden Ökonomen gehört. Solch ein Stilbruch schadet dem Ansehen der Zentralbank", sagte der IG Bau-Bundesvorsitzende Robert Feiger.

"Nur wenige Arbeiter halten bis 65 Jahre durch. Eine Anhebung des Rentenalters ist daher nichts weiter als eine Rentenkürzung. Wir brauchen das Gegenteil: Wer jahrelang arbeitet, muss sich auf ein stabiles und künftig wieder schrittweise wachsendes Rentenniveau verlassen können." Derzeit beträgt das Rentenniveau rund 48 %. Aber es gilt nur für solche Rentner, die sowohl Durchschnittsverdiener waren als auch 45 Beitragsjahre vorweisen können. Die meisten Frauen könnten das nicht, und künftig nehme die Zahl der Rentner mit unterbrochenen Erwerbsbiografien weiter zu, so die IG Bau.

Hinzu käme ein hoher Anteil von Niedriglohnempfängern. Insgesamt liege der Schnitt des Rentenniveaus schon heute bei weit unter den 48 % eines gedachten Idealrentners. Die IG Bau fordert zudem einen flexiblen Renteneintritt für Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen die Regelaltersgrenze nicht erreichen. "Wer nicht mehr kann, muss kürzer treten dürfen und für die dann entstehende Einkommenslücke Unterstützung erhalten", sagte Feiger. "Altersarmut lässt sich nur durch eine Rentenregelung vermeiden, die die Realität im Blick hat." Perspektivisch setzt sich die IG Bau deshalb für eine gesetzliche Rentenversicherung ein, in die alle einzahlen.

ABZ-Stellenmarkt

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 34/2016.

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