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Im Einklang mit der Umgebungsbebauung

Klinker verleiht Objekten Münsterländer Charme

Die Bauform des Kinos folgt dem Konzept des Solitärs und passt sich dem bereits existierenden Solitär des Modehauses Bruno Klein, einem expressiv-organisch geformten Klinkergebäude architektonisch an.

Lüdinghausen (ABZ). – Die Kleinstadt Lüdinghausen, unweit vom westfälischen Münster entfernt, hat einen neuen zentralen Anziehungspunkt. Mit dem Kino CineMotion sowie dem benachbarten Supermarkt, der auch Platz für Gastronomie bietet, wurde das kulturelle und kulinarische Angebot für Bürgerinnen und Bürger aufgestockt. Architektonisch fügen sich beide Gebäude, nach einem Entwurf vom lokalansässigen Büro Bergen-Rüdiger Architekten, mit ihrer Klinkerstruktur in die vorhandene Bebauung ein. Die roten Hagemeister-Sortierungen "Münsterland FU" und "Witten GT" verleihen den Fassaden einen für das Münsterland typischen Charakter.

Das maßstäbliche und städtebaulich eingepasste Ensemble, bestehend aus Kino und SB-Markt, ist auf einem altstadtnahen Areal mit einer bereits vorhandenen Solitärbebauung, die des Modehauses Bruno Kleine, errichtet worden und überzeugt durch seine verkehrsgünstige Lage. Beide Komplexe wurden von demselben Bauherrn, der Apollon Immobilien GmbH, im Rahmen einer städtebaulichen Entwicklungsstrategie realisiert.

Das Kino mit fünf Sälen und 700 Plätzen sowie der Supermarkt stehen auf einer etwa 10 000 m² großen Fläche. Der Filmpalast wird durch fünf eigenständige, monolithische Kuben charakterisiert, die sich um ein gemeinsames glasüberdachtes Foyer gruppieren.

Die Bauform des Kinos folgt dem Konzept des Solitärs und passt sich dem bereits existierenden Solitär, einem expressiv-organisch geformten Klinkergebäude architektonisch an. Dazwischen verbindet eine lange Kolonnade des SB-Marktes, der in der Mitte liegend als Bindeglied fungiert, beide Objekte und vollendet das bereits prägende Kolonnaden-Motiv des Modehauses. Der Supermarkt rückt von der Bundesstraße deutlich zurück und lässt so den freien Blick auf beide markanten Baukörper.

Die Gebäudehüllen sind in für das Münsterland typischem Rot umgesetzt worden. Für das Kino wurde ein Mix aus den Hagemeister-Sortierungen "Münsterland FU" und "Witten GT" verarbeitet.

Das Motiv der Kolonnade wird ebenfalls für den südlichen Ausgang des Kinos zur Bildung eines halböffentlichen Außenraums aufgegriffen. Die Gebäudehöhen des CineMotion orientieren sich am unmittelbaren Umfeld. So liegen diese maximal bei etwa 13,5 m – zur Betonung des Eingangs – und staffeln sich von dort auf etwa 8,8 m Attikakante ab, um dann an die nochmals niedrigere Attikakante der Nachbarbebauung anzuschließen.

Die fünf Kinosäle sind klar ablesbar. Sie schaffen einerseits eine Transparenz und Übersichtlichkeit des Komplexes, und erlauben andererseits eine maßstäbliche Integration in das vorhandene Wohnumfeld, bestehend aus größeren Mehrfamilienhäusern. Gleichzeitig werden die vielfältigen Blickbeziehungen zwischen Wohngebiet und Innenstadt erhalten. Bis auf einen Saal sind alle Kinosäle des etwa 2200 m² großen Gebäudes erdgeschossig erschlossen und über ein lichtdurchflutetes, zentrales Foyer mit großzügigem Eingangsbereich für Kassen und Gastronomie verbunden.

Für die Fassadengestaltung des Kinos und des Supermarktes kamen Klinker des Nottulner Werks Hagemeister zum Einsatz. Der Baustoff wechselt sich mit untergeordneten Putzflächen sowie Glasfassaden für das zentrale Foyer ab und schafft eine starke Verankerung in der örtlichen und regionalen Bautradition der Ziegelarchitektur. Die Gebäudehüllen sind in für das Münsterland typischem Rot umgesetzt worden. Für das Kino wurde ein Mix aus den Hagemeister-Sortierungen "Münsterland FU" und "Witten GT" verarbeitet, für den Supermarkt ausschließlich "Münsterland FU".

Das Mauerwerk beider Fassadenansichten ist durch einen wilden Verband charakterisiert. "Die Variationsvielfalt des Backsteins erscheint uns endlos. Einfach unerschöpflich und für beinahe jede Bauaufgabe geeignet. Das macht ihn immer wieder neu zeitlos. Ein Urelement des Bauens", sagt Projektarchitekt Axel Rüdiger vom ausführenden Büro. Mit dem Ziegelstein als kleinste Einheit der Fassaden erhalten diese eine besondere Tiefe und Präzision und schaffen eine maßstäbliche Einbettung in die Umgebungsbebauung.

Rüdiger resümiert: "Uns hat von Anfang an die poetische Ruhe und Kraft schlichter Backsteinflächen begeistert. Sie steht in der langen und weitgefächerten Tradition unserer regionalen Ziegelarchitektur im Wechselspiel zur dynamischen, oft schrillen Bildmächtigkeit des Kinos."

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 16/2021.

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