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Imprägnierte Ziegel

Ausblühungen auf Verblendern verhindern

Vergipsungen sind eine Herausforderung, die der Ziegelbranche seit Jahren Sorge bereitet. Das Phänomen erwies sich als hartnäckig. Vandersanden wollte das aber nicht akzeptieren.

Peine (ABZ). – 2012 machte sich Vandersanden mit einer auf den ersten Blick einfachen Frage an die Arbeit: Wie kann man auftretende Ausblühungen und Vergipsung auf Verblendern verhindern? Acht Jahre später präsentierte das Unternehmen die Antwort: mit imprägnierten Ziegeln. Obschon in Deutschland weniger Handform- oder Wasserstrichverblender als vielmehr Klinker verarbeitet werden, zieren doch Millionen dieser Ziegel unterschiedlichste Gebäude, vom Eigenheim bis hin zur Gewerbeimmobilie.

Die qualitativ sehr hochwertigen Handformverblender werden jedoch auf andere Weise als Klinker produziert und regeln ihren "internen Wasserhaushalt" dadurch anders. Durch eine Kombination von Stoffen im Mörtel und diesem internen Wasserhaushalt des Verblenders können Ausblühungen überhaupt erst entstehen. Erfahren Sie hier, wie Vandersanden der Schleierbildung an Außenwänden ein Ende setzte.

Weißschleierbildung oder Ausblühungen sind eine Herausforderung, die der Ziegelbranche seit Jahren Sorge bereitet. Das Phänomen erwies sich als hartnäckig und lange Zeit sah es danach aus, als müssten wir uns einfach damit abfinden. Vandersanden wollte das aber nicht akzeptieren.

Wer Geld in die am besten geeigneten Produkte zur Gestaltung einer optisch attraktiven Fassade investiert, möchte sich mit Recht möglichst lange an einem makellosen Anblick erfreuen können. Immer wieder müssen Bauunternehmer, Architekten, Bauträger und Hausbesitzer aber erleben, wie anfänglich makellose Gebäude an Attraktivität verlieren, weil quasi aus dem Nichts weiße Schleier an den Außenfassaden auftauchen. Als man im Unternehmen festellte, dass sich diese Ausblühungen meistens auf die Wetterseite der Gebäude konzentrieren, ging man den Ursachen auf den Grund.

Als 2012 die Entdeckungsreise begann, stellte man im Unternehmen zunächst fest, dass wenig bis gar nichts über das Phänomen der Vergipsung bekannt war. Der erster Schritt bestand also darin, die genauen Ursachen zu ermitteln. Liegt es am Ziegel? Oder am Mörtel? Und welche Rolle spielt die Ausrichtung der Fassade?

Um das herauszufinden, baute man am belgischen Produktionsstandort in Bilzen versuchsweise eine Reihe unterschiedlicher Ziegelwände auf. Auf diese Weise konnten die Umstände untersucht werden, unter denen das Phänomen auftritt. Dazu wurden verschiedene Ziegel mit unterschiedlichen Mörtelsorten kombiniert und die Wände in alle Himmelsrichtungen gedreht, um den Entstehungsprozess der Ausblühungen realitätsnah nachzubilden.

Maarten Wauters, aufgewachsen gegenüber der Vandersanden-Fabrik im belgischen Spouwen, entwickelte schon im Alter von fünf Jahren ein Faible für Ziegel. Gemeinsam mit seinem Großvater hat er damals schon durch die Luke des Brennofens auf die glühenden Ziegel geschaut. Jetzt ist er F&E-Leiter bei Vandersanden und maßgeblich an der Entwicklung der imprägnierten Verblender beteiligt.

Dabei stieß man sogleich auf ein Hindernis: Es kann Jahre dauern, bis sich der weiße Schleier auf einer Wand bemerkbar macht. Nach ein paar Monaten zeigten die Wandelemente denn auch keinerlei Anzeichen von Ausblühungen. Man wollte der Natur aber nicht die nötige Zeit geben, die es bis zur Bildung weißer Schleier üblicherweise braucht. Zum Glück fand man einen Partner, der dem Prozess auf die Sprünge half. Kurz nach dem Projektstart in Bilzen begannen Forscher an der Katholieke Universiteit Leuven in Belgien (KU Leuven) eine fünfjährige Studie zum Thema Vergipsung. Den Forschern gelang es, den normalerweise Jahre dauernden Prozess unter Laborbedingungen zu simulieren. Bis Ausblühungen sichtbar wurden, dauerte es jetzt nur noch zwei bis drei Monate. Dank dieser Ergebnisse gewann auch die firmeneigene Forschung an Schwung.

Dank der Kombination aus Vandersandens praktischen Erkenntnissen mit den Forschungsergebnissen der KU Leuven konnte man den Ausblühungsprozess detaillierter als je zuvor nachvollziehen. Aber je mehr man darüber lernte, desto mehr Fragen kamen auf. Es wollte einfach nicht gelingen, eine Gesetzmäßigkeit hinter den Vorgängen zu erkennen. Trotzdem konnten ein paar Dinge mit Sicherheit festgehalten und zwei wichtige Erkenntnisse gewonnen werden. So hat man gelernt, dass der verwendete Mörtel bei der Entstehung von Ausblühungen eine wichtige Rolle spielt. Der eine Mörtel ist für Ausblühungen anfälliger, ein anderer weniger. Gleichzeitig weiß man aber auch, dass entsprechende Effekte durch Mörtel nicht zu vermeiden sind. Man kann zwar gipsarmen Mörtel herstellen, aber keinen völlig gipsfreien. Mit anderen Worten: Es gibt Mörtel, der weniger empfindlich gegenüber Ausblühungen reagiert, aber keinen Mörtel, der gänzlich immun dagegen ist.

Außerdem wurde deutlich, dass Wasser für Ausblühungen von entscheidender Bedeutung ist. Je mehr Regen auf eine Fassade fällt, desto schneller und aggressiver führt der sich entwickelnde Wasserdampf zu den unliebsamen Ausblühungen. So sind beispielsweise Fassaden mit abschirmenden Dachüberständen viel unempfindlicher gegenüber sich entwickelndem Wasserdampf als Fassaden, die dem Regen schutzlos ausgeliefert sind. Außerdem leiden Fassaden, die nach Südwesten ausgerichtet sind, stärker unter Wasserdampfentwicklung als Wandelemente, die anderen Windrichtungen zugewandt sind. Und zwar ganz einfach weil sie dem Regen stärker ausgesetzt sind.

Langsam aber sicher zeichneten sich die Konturen einer Lösung ab: Ein ausblühungsfreier Stein muss wasserfest sein.

Im Januar 2017 brachte Vandersanden erstmals imprägnierte Verblender auf den Markt. Dank einer Beschichtung mit einer wasserabweisenden Flüssigkeit sind diese Ziegel nach Unternehmensangaben resistent gegen Wasser und damit auch gegen Ausblühungen. Seit dem Frühjahr 2021 sind alle vier großen Vandersanden-Werke für Handformverblender mit den Imprägnieranlagen ausgestattet.

Die Entwicklung dieser Ziegel war nicht einfach. Auf einem völlig wasserdichten Ziegel haftet der Mörtel nicht perfekt an und dem Maurer fällt es oft schwer, den Stein richtig zu platzieren. Besonders die in Belgien und den Niederlanden beliebten Handformverblender nehmen mehr Wasser auf als Klinker und sind daher angenehmer zu verarbeiten. Also darf ein Handformverblender nicht komplett wasserdicht sein. Gleichzeitig ist es genau diese wasseraufnehmende Eigenschaft, die den Ziegel gegenüber Gipsrückständen empfindlich macht.

Trotz all dieser schwierigen Faktoren haben sich die Ingenieure eine clevere Lösung einfallen lassen. Sie machten die Ziegel nur an den Sichtseiten wasserdicht, also den Seiten, die der Natur ausgesetzt sind.

Die Ober- und die Unterseite des Steins bleiben hingegen unbehandelt. Auf diese Weise eliminiere man einerseits das Risiko von Ausblühungen, andererseits bleibe der Stein weiterhin porös, leicht zu verarbeiten und biete dem Mörtel eine gute Haftgrundlage.

Dank der imprägnierten Ziegel von Vandersanden ist es jetzt möglich, Ausblühungen bei neuen Bauprojekten zu vermeiden. Projektentwickler, Architekten, Bauunternehmer und Hauseigentümer können sich so viel länger an schönen Fassaden erfreuen und viel Geld für Reinigungsarbeiten sparen. Vandersanden gibt 25 Jahre Garantie gegen Vergipungen, wodurch Fassaden für Jahrzehnte resistent gegenüber dem unansehnlichen weißen Schleier bleiben.

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