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In Aschaffenburg laufen nur noch die Modelle Linde H20 bis H35 vom Band

Letzte Stapler der Linde-Baureihe 392/393 wurden gefertigt

Am 1. Juli endete nach 18 Jahren die Ära der verbrennungsmotorischen Staplerbaureihe 392/393 von Linde Material Handling im Traglastbereich von 2 bis 3,5 Tonnen. Andreas Häcker, Leiter Montageeinheit 1 bei Linde Material Handling (l.), übergab den Staffelstab symbolisch an seinen Kollegen Talip Kilinc, Teamleiter in der Projektkoordination.

Aschaffenburg (ABZ). – Rotes Chassis in Keilform, schwarz abgesetzter Fahrerschutzdachrahmen, oben-liegende Neigezylinder: Das markante Design der verbrennungsmotorischen Staplerbaureihe 392/393 von Linde Material Handling im Traglastbereich von 2 bis 3,5 Tonnen prägte 18 Jahre lang den innerbetrieblichen Waren-umschlag vieler Unternehmen in Europa und der Welt. Im Juli endete diese Ära.

Für einen großen Ziegelstein-Hersteller aus Nordamerika fertigte das Unternehmen kürzlich den letzten Auftrag. Knapp 161 000 Fahrzeuge hat es insgesamt produziert. Zukünftig laufen im Aschaffenburger Montagewerk nur noch die Modelle der Anfang 2020 auf den Markt gekommenen, neuen Diesel- und Treibgas-Baureihe Linde H20 bis H35 vom Band.

Die Gegengewichtstapler-Serie 39X setzte nach Angaben des Herstellers in vielen Bereichen technische Maßstäbe: etwa mit den obenliegenden Neigezylindern, die einen Teil der auf das Hub-gerüst wirkenden Kräfte über den Dachrahmen ableiten und so schmalere Hubmastprofile für bessere Sicht ermöglichen. Ein weiteres Alleinstellungsmerkmal sei bis heute die mehrfache Abkopplung des Chassis von Antriebs- und Lenkachse sowie Neigezylindern, was den Fahrer vor gesundheitsschädlichen Humanschwingungen schütze. Komfortabel für den Fahrer sei die elektronische Hubmaststeuerung mittels Linde-"Load Control". Aus großen Bedienstangen wurden handliche, mit den Fingern zu bewegende Hebel, mit denen der Fahrer fortan Mastfunktionen und Zusatz-hydraulik dirigierte und die in eine breite Armlehne integriert wurden. Alle diese konstruktiven Besonderheiten haben sich bewährt und sind auch Bestandteil der neuen Fahrzeuggeneration, mit der Linde Material Handling Anfang 2020 startete – allerdings in weiterentwickelter Form.

Die neuen Stapler, die sich von den Vorgängermodellen äußerlich durch die charakteristische "Haifischflosse" und die deutlich vergrößerte Trittstufe unterscheiden, sind serienmäßig vernetzt und kommunizieren unter Einhaltung hoher Sicherheitsstandards über einen Cloud-Server – das macht die neue 12xx-Baureihe zum ersten vollvernetzten Linde-Stapler.

Die neuen Fahrzeuge können außerdem mit zahlreichen Assistenzsystemen und Lichtlösungen ausgestattet werden und unterstützen den Fahrer mit einem komfortablen Arbeitsplatz. Der moderne, servicefreundliche Industriemotor mit serienmäßig integriertem Partikelfilter und optimierter Linde-Hydrostatik sorgt überdies den Herstellerangaben zufolge für Nachhaltigkeit und hohe Produktivität.

"Mit dem Stabwechsel erreicht Linde Material Handling einen weiteren Meilenstein in der Unternehmensgeschichte", sagt Stefan Prokosch, Senior Vice President Productmanagement Industrial Trucks Counterbalance bei Linde Material Handling. Der Siegeszug der Linde-Stapler habe 1967 mit dem Hubtrac begonnen, parallel folgten 1968 die ersten Geräte mit Fahrerschutzdach, im Jahr 1979 kam die Baureihe 331 auf den Markt. Den großen Durchbruch brachte im Jahr 1985 die Baureihe 351. Von da an stiegen die jährlich produzierten Stückzahlen kontinuierlich auf immer neue Höchststände. Als Ende 2001 die Baureihe 39X startete, war die Modellreihe mit mehr als 100 000 produzierten Aufträgen die meistverkaufte in Europa. "Wir sind sehr stolz darauf, dass wir diese beeindruckende Zahl mit der jetzt ausgelaufenen Baureihe 392/393 noch einmal deutlich übertroffen haben", so Produktexperte Stefan Prokosch: "Damit ist klar, welche ambitionierten Ziele wir mit der neuen 12xx-Baureihe ins Visier nehmen."

Ein Alleinstellungsmerkmal der Linde-Stapler ist seit Jahrzehnten der Linde-Hydrostatikantrieb, der über ein geschlossenes, wartungsfreies Hydrauliksystem die Motorkraft verlustfrei auf Antriebsräder und Hubhydraulik überträgt. Technisch immer weiter optimiert, ermöglicht er den Herstellerangaben zufolge sanftes Anfahren, schnelle Wechsel der Fahrtrichtung und feinfühliges, präzises Manövrieren auf engem Raum und sorgt für eine hohe Umschlagleistung bei geringem Kraftstoffverbrauch.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 33/2020.

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