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In Rekordzeit

Lärmschutzwände an Sprinterstrecke teilweise saniert

Für die neuen Lärmschutzwände sind die Druck-Sog-Einwirkungen der vorbeifahrenden Hochgeschwindigkeitszüge kein Problem.

München/Berlin (ABZ). – Von München nach Berlin in weniger als 4 Std. – das verspricht die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen den beiden Großstädten. Bevor sie am 10. Dezember eröffnet werden konnte, mussten die Lärmschutzwände entlang der Strecke teilweise saniert werden. Nur fünf Tage hatte die Rädlinger Ingenieurbau GmbH Zeit, um neue Aluelemente mit einer Gesamtfläche von 26 000 m² zu verbauen. Während viele Deutsche rund um den Reformationstag und Allerheiligen 2017 ein langes Wochenende verbrachten, arbeitete die Firma Rädlinger vom 27.10. bis zum 01.11. im 24-Std.-Betrieb am Austausch von Lärmschutzwänden an zwei Losen entlang der Schnellfahrstrecke München-Ingolstadt-Nürnberg. Die Trasse ist eine Verlängerung des Verkehrsprojekts Deutsche Einheit Nr. 8 (VDE 8) von Berlin über Halle, Erfurt und Nürnberg, das 1991 von der Bundesregierung beschlossen wurde, um die Verkehrsverbindung zwischen Osten und Westen zu verbessern. Auf der neuen Strecke reisen Bahnkunden in sog. ICE-Sprintern mit Geschwindigkeiten von bis zu 300 km/h in Rekordzeit von der bayerischen Landes- in die Bundeshauptstadt. Vor allem die bestehenden Lärmschutzwände im Ausbauabschnitt München-Ingolstadt hätten den Druck-Sog-Einwirkungen der vorbeifahrenden Züge bei solch hohen Geschwindigkeiten jedoch nicht standgehalten und mussten deshalb ausgetauscht werden.

Die Sperrschicht von nur fünf Tagen bedeutete Zeitdruck für die acht Bauleiter der Firma Rädlinger mit ihren Teams. Leerfahrten des Logistikzugs, der für den An- und Abtransport der Lärmschutzwände sorgte sowie Stillstände der Zweiwegebagger zur Montage der Aluelemente galt es unbedingt zu vermeiden. Konnten die Zweiwegebagger gerade nicht vom Logistikzug mit neuen Lärmschutzwänden ausgestattet werden, wurden sie mit einigen landseitig gelagerten Elementen bedient. Dazu setzte Rädlinger mit Gabel bzw. Lasthaken und Krangabel ausgerüstete Teleskopstapler Merlo 34.10 oder 38.13 und die kompakten Radlader CAT 906M aus dem Mietprogramm von Zeppelin Rental ein.

Charakteristisch für das Geschäft der im niederbayerischen Windorf ansässigen Ingenieurbausparte der Josef Rädlinger Bauunternehmen GmbH sind Einsätze von oft kurzer Dauer. "Gerade bei sehr kurzen Bauzeiten wäre es nicht wirtschaftlich, unsere eigenen Maschinen bundesweit zu transportieren", erläutert der kaufmännische Niederlassungsleiter Alois Bumberger den Vorteil der Miete.

Vor allem im Großraum München spielte die Wendigkeit der gemieteten Teleskopstapler und Lader eine wichtige Rolle. Aus Naturschutzgründen standen hier nur sehr kleine Lager- und Arbeitsflächen zur Verfügung, die zuvor speziell aufbereitet werden mussten. Denn der japanische Staudenknöterich verbreitet sich entlang der Bahnanlagen rasend schnell und verdrängt einheimische Arten. "Um den Samen nicht mit der Bereifung der Maschinen zu verbreiten, mussten die Stauden abgemäht und die Flächen mit Vlies und Kies bedeckt werden", erzählt Oberbauleiter Fred Hölscher.

Die Be- und Entladung des Logistikzugs mit neuen bzw. alten Lärmschutzwänden erfolgte am Rangierbahnhof München-Nord. Dabei setzte Rädlinger auf eine Kombination aus Minikranen B-506, einem Roto-Teleskopstapler und weiteren Radladern CAT 906M von Zeppelin Rental. Insbesondere der Einsatz der Mini-Raupenkrane und der Teleskopmaschine mit drehbarem Oberwagen sparte Zeit. Denn durch die Drehfunktion entfiel das Versetzen der Maschinen. Das Verladen der Lärmschutzwände stellte die Rädlinger Ingenieurbau GmbH jedoch nicht nur aufgrund ihrer Gesamtfläche von 26 000 m² vor eine zeitliche und logistische Herausforderung. Erschwerend kam hinzu, dass es sich bei einigen Lärmschutzwänden um Passelemente handelte, die wie Puzzleteile nur an eine bestimmte Stelle passten.

"Wir freuen uns gemeinsam mit unserem Kunden über die erfolgreiche Abwicklung dieses anspruchsvollen Projekts", erklärt der verantwortliche Key Account-Manager Horst Hadwiger von Zeppelin Rental. In enger Zusammenarbeit mit den zuständigen Bauleitern schnürte das Team der Mietstation Heimstetten um den stellvertretenden Mietstationsleiter Bernhard Buchmaier und Vertriebsrepräsentant Kevin Dendiu ein auf die spezifischen Anforderungen des Projekts abgestimmtes Mietpaket. Insgesamt lieferte der Komplettanbieter elf Radlader CAT 906M, zehn Teleskopstapler, drei Minikrane sowie vier mit Tischen und Stühlen ausgestattete Container und sorgte mit 33 Flutlichtanlagen und 30 Powermoons für die Ausleuchtung der Baustelle während der Nachtschichten.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 28/2018.

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