Informationen aus 150 Jahren Steinkohlenbergbau

Künstliche Intelligenz findet richtige Daten

Aachen (ABZ). – Suchmaschinen wie Google und Co machen es vor: Stichworte oder eine kurze Frage eingeben und schon ist das gesuchte Ergebnis da. Die Antwort auf alle betrieblichen Fragen verspricht für die RAG das Projekt "KISS42". In Kooperation mit einem interdisziplinär besetzten RAG-Team entwickelte das Start-up ambeRoad aus Aachen die Suchmaschine amberSearch – ausgelegt auf die speziellen Daten und Anforderungen des Unternehmens. Sie hilft den Verantwortlichen zufolge nicht nur dabei, die Recherche in den Dokumenten der RAG für die Mitarbeiter effizient zu gestalten, sondern vor allem das archivierte Wissen aus 150 Jahren Steinkohlenbergbau für aktuelle betriebliche Aufgaben nutzbar zu machen. Bastian Maiworm, Philipp Reißel, Julian Johannes Reinauer und Igli Manaj haben ambeRoad gegründet. "Für uns war das Projekt ein gelungener Start zur Nutzung von KI-Methoden im Bereich Geoinformation und Suchtechnologie. Das Know-how und die Innovationsfreude von ambeRoad eröffneten dabei völlig neue Möglichkeiten zur intelligenten Nutzung unserer Datenbestände", betont Peter Vosen, Abteilungsleiter Geodaten bei RAG und Leiter der Projekts "KISS42".
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Die Antwort auf alle betrieblichen Fragen verspricht für die RAG das Projekt "KISS42". In Kooperation mit einem interdisziplinär besetzten RAG-Team entwickelte das Start-up ambeRoad aus Aachen die Suchmaschine amberSearch – ausgelegt auf die speziellen Daten und Anforderungen des Unternehmens. Foto: Volker Wiciok

"Es ist immer spannend, wenn Start-ups mit Konzernen zusammenarbeiten, da prallen mitunter zwei Kulturen aufeinander", erklärt Julian Reinauer. "Die Zusammenarbeit mit der RAG hat gezeigt, dass beide Seiten voneinander lernen können. Auf der einen Seite die Konzerne von der Schnelligkeit und der Agilität der Startups, auf der anderen Seite erhalten Startups Einblicke in die Prozesse und Strukturen von Großunternehmen."

Es mag überraschen, aber auch eine künstliche Intelligenz muss erst einmal lernen, bevor sie ihre Kompetenz voll ausspielen kann. Während einer Erprobungsphase lernte die Suchmaschine amberSearch zunächst, welche Arten von Daten sie lesen können soll: Geodaten, Office-Dokumente von Excel bis Powerpoint, PDFs, aber auch Karten, Grafiken, Bilder und vieles mehr sollen den Anwendern passend zur Anfrage zu Verfügung stehen. Eine weitere Herausforderung: die Quellen. Denn die Unternehmensdaten liegen oft an unterschiedlichen Stellen: in Sharepoint-Teamräumen oder in Datenbanken – sie kommen aus SAP, Elo oder dem unternehmensweiten Intranet.

Ebenfalls auf dem Lehrplan: die bergmännische Sprache mit all ihren Fachausdrücken und die Besonderheiten des Steinkohlenbergbaus – für den ist Rauben eben keine Straftat, Walsum nicht nur ein Duisburger Stadtteil und West wie Ost bezeichnen weitaus mehr als Himmelrichtungen. "Diese Spezialbegriffe unseren Algorithmen anzutrainieren war anfangs eine riesige Herausforderung, aber führt letztendlich dazu, dass die Nutzer unsere Suche lieben lernen", ist Philipp Reißel überzeugt.

"Kinderkrankheiten" der Software mussten geheilt, die Anwenderfreundlichkeit der Suche sichergestellt werden: "So einfach wie möglich, so komplex wie nötig", lautete dabei die Devise. Und nicht zuletzt muss die künstliche Intelligenz auch die unterschiedlichen Berechtigungen der RAG-Nutzer verstehen und umsetzen, damit der Datenschutz bei aller Transparenz gewahrt bleibt.

Die neue Suche setzt auf einer bereits vorhandenen Datenbanksoftware auf, der "Digitalen Service-Akte". Sie steht als Recherche-Tool allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der RAG zu Verfügung, bildet bislang allerdings nur einen Ausschnitt der Unternehmensdaten ab und ist eher ein Google für Spezialisten. Daher sollen zukünftig noch weitere Datenquellen integriert werden. "KISS42" erweitert zudem die hausinternen Daten um Informationen aus dem Internet, sucht und ergänzt und erstellt intelligente Verknüpfungen aus internen und öffentlichen Dokumenten. Die Suchergebnisse liegen innerhalb von wenigen Sekundenbruchteilen vor und das bei Millionen von Dokumenten und rund 40 Terrabytes an Datenmenge.

Nach der unternehmensweiten Einführung lernt die künstliche Intelligenz weiter – mit jedem Feedback der Nutzer, jeder Anfrage, anhand von ausgewählten Suchergebnissen und wiederkehrenden Suchbegriffen. KISS42 optimiert sich quasi ständig selbst und liefert am Ende die richtigen Antworten auf alle Fragen.

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