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Infotag zur Bauausbildung

Vielfältige Karrierechancen aufgezeigt

Beim diesjährigen Infotag Bauausbildung konnten Schüler Minibagger steuern.

Stuttgart (ABZ). – Mauerziegel versetzen, Fliesen maßgerecht zuschneiden, einen Minibagger steuern oder einen Kran mittels Simulator lenken – zahlreiche Schülerinnen und Schüler haben beim diesjährigen Infotag Bauausbildung am 22. Oktober ihr handwerkliches Geschick erprobt.

Die Veranstaltung wurde von den Bauverbänden in landesweit 18 überbetrieblichen Ausbildungszentren ausgerichtet. Rund 5000 Besucher nutzen die Gelegenheit, sich in Stuttgart über unterschiedliche Bauberufe zu informieren, so die baden-württembergische Landesvereinigung Bauwirtschaft.

Für viele sei es der erste Kontakt zur Bau-Berufswelt gewesen. Der Bereich biete ein vielseitiges Tätigkeitsfeld mit modernster Technik, so der Veranstalter. Nach einem Einführungsvortrag hatten die Schüler beim Gang durch die Werkhallen Gelegenheit, sich mit Auszubildenden und Ausbildungsleitern auszutauschen und sich an kleinen Aufgaben zu versuchen.

"Ziel des Infotages ist es, den Schülern in der Berufsorientierungsphase ein anschauliches Bild von Ausbildung, Berufspraxis und Entwicklungsmöglichkeiten in der Baubranche zu vermitteln", erklärt Bernhard Sänger, Präsident der Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg. In den über 20 Bauberufen könnten sichere Arbeitsplätze gefunden werden. Durch den hohen Baubedarf – beispielsweise im Wohnungsbau, im Umweltsektor, in der Gebäudesanierung oder im Verkehrswegebau – sei die Branche auch zukünftig gut beschäftigt, so der Veranstalter. Außerdem gäbe es sehr gute berufliche Entwicklungsmöglichkeiten, denn durch das steigende Durchschnittsalter der Firmenbelegschaften bestünden für Nachwuchskräfte ausgezeichnete Aufstiegschancen. Auch die Ausbildungsvergütungen könnten sich sehen lassen, so die Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg.

Der Lohn liegt im ersten Lehrjahr bei 850 Euro brutto monatlich, im zweiten Jahr bei 1200 Euro und im dritten Jahr bei 1475 Euro. Interessierte könnten eine qualitativ-hochwertige Ausbildung am Bau durchlaufen. Denn über die betriebliche Ausbildung und den Unterricht in der Gewerbeschule hinaus biete die Bauwirtschaft ihren Lehrlingen eine umfassende praktische Schulung in überbetrieblichen Ausbildungszentren. Auf diese Weise werde sichergestellt, dass jede zukünftige Fachkraft über ein breites Praxiswissen verfüge und so für den späteren Berufseinsatz gut gerüstet sei.

Allerdings seien die Anforderungen an die Fachkenntnisse der am Bau Beschäftigten im Zuge des technischen Fortschrittes deutlich gestiegen, so der Veranstalter. Auf den Baustellen sei Fachwissen gefragt, Muskelkraft spiele eine weniger wichtige Rolle. Alle am Bau Tätigen profitierten in jedem Fall vom lebenslangen Lernen durch kontinuierliche Weiterbildungsmöglichkeiten. Die Arbeitswelt verändert sich durch die digitale Revolution, die auch in der Baubranche passiert. Daher haben die Bauverbände neue Formen des Wissenserwerbs und digitale Techniken in die Ausbildung integriert. Es würden digitale Unterrichtsmedien wie interaktive Whiteboards und Tablet-Computer genutzt. Ebenso werde mit dreidimensionalen CAD-Modellen gearbeitet, so die einzelnen Bauverbände.

Ganz neue Möglichkeiten biete der Einsatz von Simulatoren bei der Kran- und Baggerausbildung. Dadurch werde das risikofreie und dennoch realitätsnahe Üben von schwierigen Situationen ermöglicht. Außerdem werde der Umgang mit digitalen Vermessungsgeräten erprobt. Diese berechnen Flächen und Volumina mithilfe von Lasertechnik und erleichtern so das Abstecken von Baustellen. Darüber hinaus würden digitale Plattformen eingerichtet, auf denen die Auszubildenden ihre Arbeitsergebnisse präsentieren und miteinander diskutieren könnten, so die Veranstalter.

Nach der abgeschlossenen Berufsausbildung würden sich der baden-württembergischen Landesvereinigung für Bauwirtschaft zufolge zahlreiche Aufstiegsmöglichkeiten für Nachwuchskräfte eröffnen. So könnten sie bei entsprechender Fortbildung Vorarbeiter, Polier oder Meister werden. Wer diese Voraussetzungen erfülle, könne dann studieren und einen Bauingenieurabschluss erwerben. Eine weitere Möglichkeit wäre es, selbstständig tätig zu werden und ein eigenes Unternehmen zu gründen. Insgesamt seien im Ausbildungsjahr 2018/2019 in Baden-Württemberg fast 6000 Nachwuchskräfte in den Bauberufen ausgebildet worden, so der Veranstalter.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 44/2019.

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