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Initiative fordert

Neue Wohnraumoffensive für 2021

Berlin (ABZ). – Die Wohnung gelte als "Lockdown-Ort Nummer 1". Aber durch die Corona-Krise werde genau dieser Rückzugsort der Pandemie für immer mehr Menschen zu einem immer größeren Problem: Viele werden sich das Wohnen so wie heute nicht mehr leisten können. Davor warnen 34 führende Vertreter der Bau- und Immobilienbranche, die sich in der Aktion "Impulse für den Wohnungsbau" zusammengeschlossen haben, darunter auch der Deutsche Mieterbund und die IG BAU.

Um eine "neue Corona-bedingte Wohnungskrise" zu vermeiden, sei eine zweite und deutlich effektivere Wohnraumoffensive dringend erforderlich, heißt es in einem Brandbrief, den die Branche heute an Bundestag und Bundesregierung sowie an die Länderparlamente und an die Regierungschefs der Länder gerichtet hat. Die Politik im Bund und in den Ländern müsse jetzt, im Corona- und Superwahljahr 2021, rasch eine "Wohnraumoffensive 2.0" auf den Weg bringen. Bezahlbarer Wohnraum als Mangelware in der Corona-Krise – damit räche sich vor allem auch das Scheitern der bisherigen Wohnraumoffensive der Bundesregierung. Deren Ziel war es ursprünglich, 1,5 Millionen Neubauwohnungen bis 2021 zu schaffen. "Dabei werden es am Ende nicht einmal 1,2 Millionen neu gebaute Wohnungen sein. Damit hat die Bundesregierung ihr selbstgestecktes Ziel um gut 300 000 Wohnungen verfehlt. Das entspricht mehr als der Bauleistung eines ganzen Jahres", sagt Dr. Ronald Rast. Der Koordinator der Aktion "Impulse für den Wohnungsbau" kritisiert dabei die "Taktik politischer PR-Arbeit", die die Bundesregierung jetzt anwende, um das Neubaudefizit zu rechtfertigen.

Rast, der ebenfalls Geschäftsführer der Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau ist, spricht von einem "wohnungsbaupolitischen Taschenspielertrick": "Es ist ganz schön forsch, jetzt ungeniert die genehmigten, aber noch nicht gebauten Wohnungen in die Wohnungsbau-Bilanz der Regierung hineinzurechnen. Denn im Bauüberhang, also in Wohnungen, die nur auf dem Papier existieren, kann keiner wohnen. Und wenn es im Superwahljahr darum geht, Menschen von der eigenen Politik zu überzeugen, dann ist so ein Tricksen politisch auch noch riskant", so Rast.

Hinzu komme die sich verschärfende wirtschaftliche Krisensituation: Kurzarbeit, Entlassungen, das Auslaufen befristeter Arbeitsverhältnisse, der massive Wegfall von Mini-Jobs, der Kampf von Freiberuflern und Solo-Selbständigen um ihre Existenz . . . – als Folge der Corona-Pandemie werde die Zahl einkommensschwacher Haushalte in Deutschland drastisch steigen. "Damit wird sich das Problem des bezahlbaren Wohnens und der massive Mangel an Sozialwohnungen nochmals deutlich verschärfen", sagt Dr. Ronald Rast.

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