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Innovationskraft

Optimas feiert 40-jähriges Jubiläum

Von Jennifer Schüler

Kümmern sich gemeinsam um die Geschäftsleitung: Franz-Josef Werner (r.), der seit 1984 im Unternehmen arbeitet, und Sascha Brinkmann. Er ist seit 1995 Teil des Unternehmens.

Saterland. – Den unternehmerischen Werdegang von Harald Kleinemas als Gründer des im niedersächsischen Saterland beheimateten Familienbetriebs Optimas könnte man wohl getrost im Lexikon als Paradebeispiel für eine Erfolgsgeschichte anführen. 1978 will der gelernte Maschinenbauingenieur seine Terrasse pflastern und stellt dabei schnell fest, was für ein anstrengendes Unterfangen das ist. Händeringend sucht er nach Hilfsmitteln, doch wo auch immer er sich umhört – eine Lösung für sein Problem findet er nicht. Also nimmt Kleinemas die Sache selbst in die Hand und entwickelt noch im selben Jahr einen Greifer, der in der Lage ist, eine gesamte Steinlage zu halten. Diese Erfindung fließt dann auch als eines der wichtigsten Elemente in den Prototyp der Maschine ein für die Optimas heute bekannt ist: die selbstfahrende Pflasterverlegemaschine. Nur ein Jahr später erhält er ein Patent für die Weltneuheit mit selbst entwickelter Zwei-Achs-Drehschemel-Lenkung, die nach dem Verlegen problemlos über das Pflaster fahren kann, ohne es zu verschieben.

Weitere vier Jahre vergehen, in denen Kleinemas mit Hilfe einer Hand voll Bekannter (zwei von ihnen sind noch heute im Betrieb tätig) die ersten Maschinen in seiner Garage zusammenbaut, bis er im Jahr 1983, nur wenige 100 m von seinem Wohnhaus entfernt, ein Grundstück erwirbt und darauf eine 1160 m² große Produktionshalle mit Büro- und Sozialräumen baut. "Der ganze Stahlbau, die Montage und Lackierung – das alles fand damals noch in dieser einen Halle statt", sagt Franz-Josef Werner, der 1984 seine Ausbildung bei Optimas begann und jetzt Geschäftsführer ist. Heute erstreckt sich das gesamte Betriebsgelände über rd. 12000 m² – mit Tendenz zu weiterem Wachstum.

Zum Werksgelände von Optimas in Saterland gehört auch eine Werkstatt. Hier wird älteren Modellen neues Leben eingehaucht.

Ebenfalls im Jahr 1983 stellt sich das Unternehmen erstmals auf der bauma vor. Eine wichtige und richtige Entscheidung, wie Werner bestätigt, denn in der Anfangsphase sei neben des Erlernens, wie ein Unternehmen zu führen ist, eine der größten Herausforderungen für Harald und Ruth Kleinemas (sie kümmerte sich um die kaufmännischen Angelegenheiten während ihr Mann sich auf die technische Entwicklung der Maschine konzentrierte) gewesen, die Marke bekannt zu machen. Und dafür seien Messen ideal gewesen: "Wir sind seit 1983 bislang jedes Mal auf der bauma gewesen und da kommt eben die gesamte Welt vorbei." Da wundert es wenig, dass das niedersächsische Familienunternehmen heute in mehr als 90 Länder seine Produkte verkauft hat. Insgesamt kann Optimas laut eigenen Angaben einen Exportanteil von 45 % vorweisen. Heute profitiere man bei der Verbreitung und der Steigerung des Bekanntheitsgrads vor allem vom Internet. "Wenn jemand am anderen Ende der Welt bei Google nach Möglichkeiten der Pflasterverlegung sucht, wird er früher oder später auf uns stoßen", sagt Werner. Denn: Es gebe nur zwei Firmen weltweit, die diese Art Maschinen bauen – und beide kommen aus Deutschland.

Es sei natürlich eine komfortable Situation, dass Neukunden auch über das Internet gewonnen werden können, aber keineswegs etwas auf dem man sich ausruhe, denn grundsätzlich seien Pflasterverlegmaschinen noch immer ein Nischenprodukt und da müsse man immer wieder um jeden Auftrag kämpfen.

Firmengründer Harald Kleinemas beim Verlegen von Steinen mit der weltweit ersten Pflasterverlegemaschine vom Typ T33 im Jahr 1978.

Und so kennt das Unternehmen auch schwierige Zeiten. Nach einem enormen Wachstumssprung nach dem Mauerfall in den Jahren 1990/1991, wo man sich vor Aufträgen kaum habe retten können, folgten 1994 und 1995 schwächere Jahre. Derzeit sei man völlig ausgelastet und produziere durchgehend – sowohl für Aufträge, als auch den Eigenbedarf. "Wenn wir Kunden haben, die sich für die Maschine interessieren, laden wir sie gerne ein (Optimas betreibt seit 1999 auch ein Schulungszentrum), um ihnen die Möglichkeit zu geben, die Maschinen live zu erleben", sagt Werner. Dazu fahre man gerne auf Baustellen, um den Kunden live von der Maschine zu überzeugen. Und dieses Modell funktioniere heute ebenso gut wie in der Anfangsphase. Denn bereits zu Beginn habe die Pflasterverlegemaschine an einem Tag zwischen 300 und 400 m² verlegt – ein traditioneller Handverleger schaffe im Vergleich etwa 4 bis 5 m²/h – eine enorme Arbeitserleichterung und -verkürzung.

Auch wenn der Hauptfokus von Optimas nach wie vor auf der Pflasterverlegemaschine liegt, hat das Unternehmen über die Jahre sein Produktsortiment deutlich erweitert und ist aus der Straßensparte dabei auch in neue Bereiche vorgedrungen wie etwa den GaLaBau oder die Kommunaltechnik. Dabei habe man auch immer stark auf die Wünsche, Ideen und Probleme der Kunden gehört und dementsprechend gehandelt, so Werner. Wichtig sei immer gewesen, nicht aus dem Blick zu verlieren, dass es letztendlich auch immer ein Nischenprodukt mit Alleinstellungsmerkmal sein muss, das man entwickelt, da sonst die Konkurrenz einfach zu groß sei. Entstanden für den Straßenbau und benutzt in anderen Bereichen ist etwa die Material-Verteilschaufel "Finliner"von Optimas, aber auch Planiergeräte, Schalungssysteme oder Versetzzangen.

Die Schulungen bei Optimas orientieren sich an der Praxis.

Und auf bewährte Technik können sich Kunden auch bei der Spezialausführung der Pflasterverlegemaschinen H99 und T22 zum 40. Geburtstag von Optimas freuen. "Harald Kleinemas Limited Edition" heißt diese. "Bei der Kreation dieses Modells haben wir uns natürlich viele Gedanken gemacht. Und die Ausstattung der Maschine ist natürlich besonders. Wir haben uns für eine Effektlackierung entschieden, die je nachdem, wie die Sonne darauf fällt, anders aussieht. 'Sun orange' – wie die Farbe genannt wird. Die H99 und T22 werden wir in dieser Farbe limitiert auflegen und außerdem mit einem Aufkleber mit der Unterschrift von Harald Kleinemas versehen. Die H99 bekommt alles, was geht. Z. B. einen Komfortsitz, besondere Ablagefächer, etc., die sonst nicht inklusive sind", erklärt Geschäftsführer Franz-Josef Werner. Insgesamt wird es von beiden Modellen kombiniert nur 40 Stück geben. "Bei dieser Sache haben wir uns natürlich auch nochmal einen Spezial-Preis überlegt. Und da wir die Maschine mit einer starken Ausstattung versehen haben, kann ich sagen, dass man auf die reine Ausstattung 40 % bekommt. Bei der T22 konnte man nicht so viel machen. Es gibt ein besseres Radio, Boxen und eine Freisprecheinrichtung und da packen wir außerdem ein Werkzeugpaket dazu. Und darauf, auf Ausstattung und Werkzeug, bekommt man dann ebenfalls 40 %."

Heute kann sich das Unternehmen auf mehrere Standbeine verlassen. Dennoch, und insbesondere im Hinblick auf das diesjährige Jubiläum, besinnt man sich seiner Wurzeln und eben der Maschine mit der alles begann. Selbst wenn die neueste Version der Pflasterverlegemaschine in Sachen Ausstattung und Technik kaum noch mit dem Ur-Modell verglichen werden könne, eine Sache ist Werner wichtig zu betonen: "Das Geniale damals und für uns auch heute noch ist, dass die ganz entscheidenden Dinge kaum verändert wurden. Die Zwei-Achs-Drehschemel-Lenkung etwa wurde schon bei der allerersten Maschine verwendet, und wir benutzen heute noch dieselbe Art der Lenkung und auch eine sehr ähnliche Form des Greifers. Er ist natürlich in vielen Details ganz anders wie früher, aber die sechs Arme sind heute noch genau so wie vor 40 Jahren.

Und in all den Jahren haben wir wirklich oft versucht, etwas einfacher zu machen, weil es schon aufwendig ist, es so zu bauen, wie wir es machen, aber letztendlich war für uns immer oberste Priorität Greifsicherheit zu gewährleisten und so sind wir immer wieder bei diesem Prinzip gelandet."

Blick hinter die Kulissen: Beim Bau der Verlegemaschinen ist bei Optimas Handarbeit und eine Menge Fingerspitzengefühl gefragt.

Für die Zukunft plant Optimas Investitionen auf dem Werksgelände. "Da gibt es einfach Abläufe, die man optimieren kann. Z. B. liegen Fertigstellung und Lager eigentlich viel zu weit auseinander", sagt Werner. Die größte Herausforderung für die kommenden Jahre sieht der Geschäftsführer jedoch nicht etwa im Bereich Weiterentwicklung oder Technik, sondern vor allem darin, qualifizierte Facharbeiter zu finden. Der Fachkräftemangel sei ein Thema, mit dem man sich eingehend beschäftige. Ob Schweißer, Baumaschinenmechatroniker oder Zerspaner – alle diese Leute brauche man. Deshalb bildet das Unternehmen auch aus. "Derzeit beschäftigen wir fünf Azubis im gewerblichen Bereich", sagt Werner. Um der Problematik weiter gegenzusteuern, hat sich das Unternehmen zum 40-jährigen Jubiläum auch noch etwas anderes als eine "Special Edition" der Pflasterverlegemaschine und einer großen Feier auf die Fahne geschrieben. "Wir wollen diese 40-Jahr-Feier auch dafür nutzen, uns hier noch bekannter zu machen. Sonst hat man immer den Kunden im Blick. Jetzt wollen wir uns als attraktiver Arbeitgeber stärker in den Fokus bringen und präsentieren."

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