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Institut Bauen und Umwelt wird 40

Über die Nachhaltigkeit von Baukomponenten und -produkten informieren

Berlin (ABZ). – Das Institut Bauen und Umwelt (IBU) ist eigenen Angaben zufolge mit mehr als 210 Unternehmen und Verbänden die größte Vereinigung von Herstellern der Baustoffindustrie. Das Institut beschreibt sich selbst als branchenübergreifend und unabhängig. Auf die vom IBU entwickelten Umwelt-Produktdeklarationen "Environmental Product Declaration" (EPD) greift nach Aussage des IBU inzwischen die gesamte Baustoffindustrie zurück, wenn es um transparente und glaubhafte Umwelt- und Nachhaltigkeitsinformationen zu Baukomponenten und -produkten geht. Anlässlich seines 40-jährigen Bestehens beschreibt das Institut seine Gründungsgeschichte.

Als in den 1970er Jahren erstmals das Thema Ressourcenknappheit in der Gesellschaft diskutiert wurde, wurde demnach eine Reihe von Initiativen gegründet, um die Strukturen zwischen ökologischer und ökonomischer Ressourcennutzung zu analysieren und bewerten. In diesem Zusammenhang gründeten 1980 rund ein Dutzend Baustoffhersteller die Arbeitsgemeinschaft Umweltverträgliches Bauprodukt (AUB), ein Vorläufer des IBU.

Ziel dieser Initiative war es, gemeinschaftlich und nach den gleichen Standards umweltbezogene Informationen zu veröffentlichen, die auch die Verarbeitung, die Lebensdauer, die Deponierung und das Recycling beinhalten. Diese Hersteller-Erklärungen wurden als Datenblatt Umweltverträglichkeit herausgegeben und beinhalteten insbesondere auch die Leistungsdaten der Produkte. Als Kontrollmechanismen wurden Sektor-Gruppen gebildet, die eine Fremdüberwachung ermöglichten, und ein Bewertungs-Ausschuss gegründet. Hauptnutzer waren die Hersteller mineralischer Bauprodukte.

Das Problem einer sachgerechten, den vielschichtigen umweltbezogenen Themen gerechten Information wurde Ende der 1990er Jahre wissenschaftlich erarbeitet und normativ aufgearbeitet. Mit der Entwicklung der sogenannten Ökobilanz und deren internationaler Normierung wurde ein Instrument geschaffen, mit dem erstmals die wesentlichen umweltrelevanten Informationen wissenschaftlich erfasst, berechnet und verglichen werden konnte.

Die Öko-Label wurden daneben normativ in drei Gruppen strukturiert: Typ I als Auszeichnungszeichen, Typ II als Herstellererklärung und Typ III als neutrale und transparente Deklaration. Diese Chance wurde von den Mitgliedern der AUB genutzt. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse wurden für die Baubranche spezifiziert und praktikabel gemacht. Parallel dazu wurde das Bauprodukterecht von der EU harmonisiert, in der Bauproduktenrichtlinie wurden sogenannte wesentliche Anforderungen formuliert, die unter anderem Informationen zu Hygiene, Gesundheit, Umweltschutz und zur Nachhaltigen Nutzung von Ressourcen beinhaltete. Diese Rahmenbedingungen nutzten die Mitglieder der AUB, um die heute zum deutschen, aber auch internationalen Standard entwickelten Umwelt-Produktdeklarationen (EPDs) in ihrem heutigen Format auszubauen.

Es dauerte aber noch bis 2005, bis die erste EPD an Rockwool vergeben wurde. Um die Produktkategorien zu differenzieren und zusammenzufassen, seien umfangreiche Gespräche und Analysen erforderlich gewesen, erläutert das IBU diesen langen Zeitraum. Zu dieser Zeit wurde aus der AUB das Institut Bauen und Umwelt (IBU).

Die Novellierung der Bauproduktenrichtlinie zur Bauproduktenverordnung im Jahre 2011 sei der "Durchbruch dieses Informationsformats" gewesen, so das IBU. Mitglieder des IBU hätten die Europäische Kommission davon überzeugen können, dass EPDs das geeignete Hilfsmittel seien, um umweltbezogene Informationen zu transportieren. Der Hinweis auf EPDs wurde in den Erwägungsgründen zur Bauproduktenverordnung für die wesentlichen Anforderungen 3 (Hygiene, Gesundheit und Umweltschutz) und 7 (Nachhaltige Verwendung von Ressourcen) aufgenommen. Dieser Hinweis auf ein geeignetes Instrumentarium zu umweltrelevanten Informationen neben der obligatorischen CE-Kennzeichnung zu den Leistungsmerkmalen wurde von der Geschäftsstelle des IBU genutzt. Von 2006 bis 2010 stellt sie in einer Art Road-Show bundesweit das neue Format vor.

"Der Erfolg war und ist außergewöhnlich" sagt der Vorstandsvorsitzende des IBU Hans Peters. "Eine Handvoll Vorreiter haben die Standardlösung entwickelt, auf die die gesamte Branche der Bauprodukte-Hersteller zurückgreift, entweder individuell oder über Verbandslösungen." Heute seien mehr als 210 Firmen und Verbände Mitglieder des IBU. Diese würden für mehr als 1800 EPDs stehen, die wiederum ein Vielfaches an Produkten beinhalten würden.

Auch international sei das IBU erfolgreich – fast ein Drittel der Mitglieder seien ausländische Hersteller. Dies sei auch darauf zurückzuführen, dass die Verantwortlichen frühzeitig die internationale Harmonisierung von Verfahrensfragen, Rand- und Rahmenbedingungen erkannt haben. Als Initiator einer europäischen EPD-Plattform habe das IBU dafür gesorgt, dass Hersteller die Kernaussagen umweltbezogener Informationen nicht in jedem Land neu erarbeiten müssen.

Aktuell entwickelt das IBU die nächste Stufe von nachhaltigkeitsbezogenen Informationen: Es sei erforderlich, produktbezogene Aussagen zu erweitern und alle Daten zu digitalisieren, so das Institut. Die ökobilanziellen und umweltbezogenen Daten sollen BIM-fähig werden. "Mit unserem ibu.data und SuPIM-Angebot sind wir auf einem zukunftsfähigen Weg, unsere Nachhaltigkeitsdaten für viele neue Lösungen zur Verfügung zu stellen", meint Geschäftsführer Dr. Alexander Röder.

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