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Interdisziplinäres Projekt

Wohnkonzepte aus Modulen entwickelt

Alho Systembau, Hochschulen, Wohnungsbau, Mobile Raumsysteme

Wie ein nach Studentenwünschen konzipiertes Wohnheim in Modulbauweise aussehen könnte, zeigten 16 Masterstudenten des interdisziplinären Studiengangs "Produktdesign und Prozessentwicklung" (PRODES) der Fachhochschule Köln (FH), Campus Gummersbach.

KÖLN (ABZ). - Studierende wünschen sich beim Wohnen eine Balance aus Privatsphäre und Gemeinschaftsraum, bezahlbare Mieten, aber auch ein ansprechendes Ambiente – Anforderungen, die in Modulbauweise optimal und zudem wirtschaftlich umgesetzt werden können. Wie ein solches, nach Studentenwünschen konzipiertes Wohnheim in der Praxis aussehen könnte, zeigten 16 Masterstudenten des interdisziplinären Studiengangs "Produktdesign und Prozessentwicklung" (PRODES) der Fachhochschule Köln (FH), Campus Gummersbach.

Im ersten Semester dieses Kooperationsangebots der Gummersbacher Fakultät und des Instituts "KISD – Köln International School of Design" steht das "große Projekt" auf dem Programm: für das Wintersemester 2014/2015 die Konzeption eines Studentenwohnheims in Modulbauweise für ein nahe des Campus Gummersbach gelegenes 3800 m² großes Grundstück. Die Studierenden, die bereits Studiengänge in den Bereichen Ingenieurwissenschaften, Design und Betriebswirtschaft abgeschlossen haben, wurden dabei von Studiengangsmanager Prof. Dr. Thomas Münster (Campus Gummersbach) und Prof. Wolfgang Laubersheimer (Direktor KISD) begleitet sowie von Alho unterstützt. Ihre Projektarbeit stellten sie am 5. Februar vor.

"Im Grenzbereich zwischen Architektur und Design standen die Bedürfnisse der Nutzer im Vordergrund. Wir haben eine andere Perspektive eingenommen als die Profis und haben so zwangsläufig andere Lösungen gefunden", sagte Prof. Wolfgang Laubersheimer.

"Es ist dem Team hervorragend gelungen, die Balance zwischen Baurecht, technischer Machbarkeit, Wohnlichkeit und Wirtschaftlichkeit zu finden", beurteilte Prof. Dr. Thomas Münster die Arbeit seiner Studierenden. Das Modell des Wohnheims zeigt zwei viergeschossige, würfelförmige Baukörper, durch eine verglaste Brücke in der zweiten Etage verbunden. Der Grundriss basiert konsequent auf einem Modulraster von 3,25 x 6 m, bzw. 3,25 x 12 m. Jede Etage setzt sich aus 15 Modulen zusammen – ein Gebäudekubus besteht somit aus 60 Raumzellen.

Die Idee für diesen Grundriss sei direkt aus dem "modularen Baukastensystem" der Firma Alho entstanden, berichteten die Studierenden. "Der Modulbau als standardisierte Bauweise bietet letztlich sehr viel Raum für Kreativität", bestätigt Architekt Michael Lauer, Vertriebsleiter Nord der Alho Systembau, der den Studierenden persönlich mit fachlichem Rat zur Seite stand. Das vorgefertigte Raster reglementiere und befreie gleichermaßen. Da die Module bereits alle bauphysikalischen Anforderungen und Vorgaben an Brandschutz, Wärmeschutz und Schallschutz erfüllen, konnte das Projektteam seinen Fokus auf konzeptionelle und gestalterische Schwerpunkte legen.

Jede Etage des Modulgebäudes beherbergt eine Wohngemeinschaft mit zehn Personen. Um den großzügigen Küchen-, Ess- und Wohnbereich gruppieren sich jeweils 17 m² großen Schlafräume – alle mit eigenem Bad. Der Wohnbereich geht in einen auskragenden, nach Süden gelegenen Lounge-Bereich mit großen Fensterflächen über. Am anderen Ende des Gemeinschaftsraums sorgt ein durch alle Geschosse verlaufender, begrünter Lichtschacht dafür, dass tagsüber kein künstliches Licht benötigt wird – ein Baustein in Sachen Wirtschaftlichkeit. Zusätzlich gibt es einen Wasch-Trockenraum und einen Raum zum gemeinschaftlichen Lernen. Die Schlafzimmer wurden je Geschoss leicht versetzt und schaffen so außen Raum für Loggien und innen Staufläche und Nischen für Schränke. Das Wechselspiel von querformatigen Loggien und hochformatigen, bodentiefen Fenster schafft eine spannungsvolle Fassade, die durch die verwendeten Materialien, wie die Verkleidung aus Cortenstahl, verstärkt wird. Eine pulsierende LED-Lichtinstallation unterbricht die unregelmäßig geformten und angeordneten Stahlelemente und verleiht der Fassade einen "eigenen Herzschlag."

Der Modulbau an sich ist nachhaltig und ressourcenschonend. Das belegt ein Mehrfach-Zertifikat in Silber der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) für das Alho-Bausystem. Auch der Betrieb des Gebäudes wurde mit einer Anlage zur Brauchwassernutzung nachhaltig und wirtschaftlich gestaltet. Sie senkt die Verbrauchskosten und hat sich bereits nach fünf Jahren für den Investor amortisiert.

"Die kreativen Impulse und neuen Lösungen der Studierenden waren für uns sehr interessant", zieht Architekt Michael Lauer die Bilanz aus der ersten studentischen Projektarbeit, die Alho begleitete. "Die Entwurfsplanungsstudie zeigt, dass der Modulbau ebenso viel Gestaltungsvielfalt besitzt wie man sie von der konventionellen Bauweise gewohnt ist. Da wir vom Konzept der PRODES-Absolventen sehr überzeugt sind möchten wir es gerne vermarkten. Denn bezahlbarer und zugleich komfortabler Wohnraum für Studierende ist derzeit nicht nur in Gummersbach sehr begehrt."

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