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Internationale Zusammenarbeit

Europäische Steildächer verwendet

Dachbaustoffe

Die Montage der Seitenfalzklammer auf dem Dach.

Hemer/Niederlande (ABZ). – Zwischen Haarlem und Amsterdam entsteht in den nächsten Jahren in Hoofddorp ein architektonisch ausgefallenes Neubaugebiet im Tudorstil. Insgesamt werden 1200 Immobilien mit typischen englischen Stilelementen errichtet. Besonders markant sind dabei die Steildächer, die in europäischer Zusammenarbeit entstanden sind. Ziegel aus Frankreich fügen sich optisch perfekt in das historische Ambiente ein. Gesichert werden diese mit speziell für das Bauobjekt entwickelten Seitenfalzklammern aus Deutschland.

Der spätgotische Tudorstil entstand während der Herrschaft der britischen königlichen Tudor Dynastie von 1485 bis 1603. Typische Merkmale sind abgeflachte Bögen, Erker und exponierte Fachwerk-Rahmungen. Das asymmetrische Tudor-Fachwerk war charakteristisch für die spätmittelalterliche städtische Architektur in England. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurden Elemente des Turdorstils im Zuge des Historismus wieder aufgegriffen und nicht nur in England, sondern auch in den ehemaligen britischen Kolonien und auf dem europäischen Festland verwendet.

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Der Tudorstil beinhaltet auch gekreuzte Satteldächer.

Bei dem Tudorpark in Hoofddorp prägen Fachwerkelemente, Erker und die steilen, gekreuzten Satteldächer mit den auffälligen Schornsteinen den Tudorstil. Durch die asymmetrische Bauweise erhalten die Immobilien einen individuellen Charakter, der sich wohltuend von den üblichen Reihenhäusern abhebt. Der Neoplate von Imerys Toiture stellt einen Kompromiss zwischen Flachziegel und Falzziegel dar. Das patentierte 3in1-Modell wirkt optisch wie drei einzelne Dachziegel. Durch seine Größe werden statt der üblichen 60 Ziegel nur 20 Ziegel/m² benötigt. Dadurch wird bei der Verlegung im Vergleich mit herkömmlichen Flachziegeln ein Zeitgewinn von bis zu 35 % erreicht.

Die Form des Ziegels ermöglicht eine einfache Verbandverlegung sowohl von links nach rechts als auch von rechts nach links, dabei wird jeder Ziegel gesichert. Die Lattenabstände sind mit 100mm sehr gering, im Tudorpark werden die in den Niederlanden üblichen Traglatten von 24 x 38 mm verwendet. An den Ortgangbereichen ragen die Platten über die Mauern hinweg, hier werden die Lücken mit Mörtel aufgefüllt. Im Grat- und Kehlenbereich werden geschnittene Ziegel verklebt. Durch seine Form und den verwendeten Ton ist der Neoplate sehr wetterbeständig. An beiden Seiten des Ziegels befinden sich Wasserablaufrinnen, zusätzlich dient oben eine Quervertiefung als antikappilare Barriere. Gefertigt wird er aus hochwertigem Ton von Ste Foy l'Argentière, der für seine große mechanische Festigkeit und seinen hohen Frostwiderstand bekannt ist.

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Die Befestigung der Seitenfalzklammer an der Lattung des Daches.

Angeboten wird der Ziegel in mehreren Farben, die sich der Umgebung perfekt anpassen. Die historische Anmutung erlaubt den Einsatz sowohl im Neubau als auch bei Renovierungen. Für die Windsogsicherung des französischen Ziegels auf der niederländischen Lattung wurde 2013 auf Anfrage des niederländischen Vertriebspartners Nedsale von dem führenden Hersteller von Sturmklammern, Friedrich Ossenberg-Schule GmbH + Co. KG (FOS), eine passende Befestigung entwickelt. Die Aufgabe bestand darin, eine Sturmklammer zu entwickeln, die perfekt auf Ziegel und die dünne Lattung abgestimmt war und die den Anforderungen nach den verlangten Rechenwerten der NEN 6708 genügen würde. Eine besondere Herausforderung stellten die engen Lattenabstände und die hohen Kopfüberstände der Ziegel und der Wunsch, dass eine schnelle Montage auf kleinem Raum möglich wäre, dar.

Die Lösung besteht in einer korrosionsbeständigen Seitenfalzklammer aus Edelstahldraht, die über die seitlichen Wasserablaufrinnen des Neoplates eingehängt und hinter die Dachlatte geklemmt wird. Da der Ziegel sowohl von rechts als auch von links verlegt wird, gibt es eine rechte und eine linke Variante. Der Abhebewiderstand der geklammerten Dacheindeckung gegen den Windsog wurde von FOS auf eigener Testanlage nach EN 14437 geprüft. Nachdem der Generalunternehmer Dura Vermeer die Seitenfalzklammern auf Qualität und Montagefreundlichkeit geprüft hatte, gingen die Klammern für den Tudorpark in Produktion.

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