Internationales Konsortium Concrete Chemicals

Projekt zur Verringerung des CO2-Fußabdrucks angestoßen

Klimaschutz
Das Konsortium Concrete Chemicals will die Weichen für eine klimaneutrale Zementproduktion durch die Umwandlung von CO2 in grünes Methanol, saubere chemische Produkte und synthetische Kraftstoffe stellen. Nach der Bewilligung von Fördermitteln soll eine Demonstrationsanlage im industriellen Maßstab direkt auf dem Gelände des Cemex-Zementwerks bei Rüdersdorf errichtet werden. Foto: Cemex

Rüdersdorf (ABZ). – Das erneuerbare Energien-Unternehmen Enertag, der globale Zementhersteller Cemex und das Elektrolyse-Unternehmen Sunfire starten nach eigenen Angaben mit "Concrete Chemicals" ein Leuchtturmprojekt zur Dekarbonisierung der Zementindustrie.Gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft haben die drei Unternehmen einen Förderantrag im Rahmen des Förderprogramms "Dekarbonisierung der Industrie" des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMU) eingereicht, um finanzielle Unterstützung für die Startphase des Projekts zu erhalten. Beim derzeitigen Hochlauf der grünen Wasserstoffwirtschaft sind laut des Konsortiums wegweisende Großprojekte unerlässlich, um die ambitionierten Klimaziele der EU zu erreichen. Concrete Chemicals markiere einen wichtigen Meilenstein zur Lösung der Emissions-Herausforderung. Das Konsortium will die Weichen für eine klimaneutrale Zementproduktion durch die Umwandlung von CO2 in grünes Methanol, saubere chemische Produkte und synthetische Kraftstoffe stellen.Nach der Bewilligung der Fördermittel soll eine Demonstrationsanlage im industriellen Maßstab direkt auf dem Gelände des Cemex-Zementwerks bei Rüdersdorf, einem der größten Zementproduktions-Standorte in Deutschland, errichtet werden. Mit der geplanten Inbetriebnahme im Jahr 2025 soll die Anlage 5000 Tonnen grüne Kohlenwasserstoffe pro Jahr produzieren. Als Ausgangsstoffe sollen das vor Ort aus dem Zementwerk abgeschiedene CO2 sowie grüner Wasserstoff – produziert von einem Sunfire-Elektrolyseur, genutzt werden. In einem weiteren Schritt könnten die erzeugten grünen Kohlenwasserstoffe in synthetische Kraftstoffe und erneuerbare chemische Produkte umgewandelt werden. Alternativ ziehen die Projektpartner außerdem eine Methanol-Synthese-Route in Betracht, bei der grünes Methanol aus erneuerbarem Synthesegas produziert werden kann. Ein konkreter technologischer Prozess soll im Laufe der Projektentwicklung festgelegt werden."Wir wissen, dass es für unsere Industrie unerlässlich ist, den CO2-Fußabdruck unserer Produktion deutlich zu reduzieren. Auf diese Weise können wir gemeinsam mit unseren Industriepartnern eine CO2-neutrale Welt gestalten. Concrete Chemicals ist ein vielversprechendes Projekt und ein wesentlicher Teil der Carbon Neutral Alliance Initiative von Cemex, die auf die Entwicklung von Demonstrationsprojekten im industriellen Maßstab unter Verwendung bahnbrechender Technologien abzielt", sagt Sergio Menendez, Präsident der Cemex EMEA.Im Rahmen des Projekts liefert das Cleantech-Unternehmen Sunfire einen alkalischen Druckelektrolyseur mit einer Leistung von 20 Megawatt zur Erzeugung von grünem Wasserstoff, sowie e-nen Co-SOEC Hochtemperatur-Elektrolyseur zur Erzeugung von Synthesegas – einer Mischung aus Wasserstoff und Kohlenmonoxid. Es sei die weltweit erste Kombination von zwei verschiedenen Elektrolyse-Verfahren in einem Prozess. Die Elektrolyse-Technologien von Sunfire sind laut Konsortium die zuverlässigsten und effizientesten Lösungen, die derzeit auf dem Markt erhältlich sind."Unsere Vision ist es, erneuerbare Energien überall zur Verfügung zu stellen – insbesondere in Industriesektoren mit hohem CO2-Fußabdruck. Unsere Elektrolyselösungen helfen unseren Kunden dabei, ihre Kohlendioxid-Emissionen zu reduzieren. Wir freuen uns darauf, unser fundiertes Know-how und unsere zuverlässige Technologie in das Concrete Chemicals Konsortium einzubringen. Gemeinsam mit starken Industriepartnern und politischer Unterstützung werden wir einen bedeutenden Schritt in Richtung Klimaneutralität gehen", sagt Sunfire-CEO Nils Aldag.Die Anlage von Concrete Chemicals in Rüdersdorf wird ausschließlich mit erneuerbarem Strom aus den brandenburgischen Windenergie- und Solaranlagen von Enertag betrieben. Die Umsetzung des Projekts bietet die Chance, als Best Practice für die Zementindustrie in Europa und weltweit zu dienen und die technologischen Möglichkeiten aufzuzeigen, CO2 in verwertbare Produkte umzuwandeln. Mit dem Ziel, langfristig eine kohlenstoffarme Zementproduktion zu etablieren, wird das Projekt auch zur Erreichung der Ziele des europäischen Green Deals beitragen."Wir haben unser Wissen in den Bereichen Sektorkopplung und Wasserstoffproduktion nicht nur durch unsere Erfahrung mit dem mehrjährigen Betrieb unserer Elektrolyseanlage, sondern auch durch die aktive Teilnahme an mehreren Forschungs- und Innovationsprojekten weiterentwickelt. Jetzt bringen wir dieses Wissen ein, um die Energiewende in Sektoren voranzutreiben, die schwer zu dekarbonisieren sind, und helfen, einen Markt für grünen Wasserstoff aufzubauen", so Jörg Müller, Enertag-Vorstandsvorsitzender.

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