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Investition

Faserseil mit Selbstüberwachungsfunktion

Chemnitz (ABZ). – Wolffkran beteiligt sich an der Trowis GmbH – ein junges Unternehmen aus Chemnitz, das sich der Entwicklung und Herstellung von Hochleistungsfaserseilen für Anwendungen in der Fördertechnik verschrieben hat. Schon während der Forschungsphase erkannte der Leitwolf das Potential der Trowis-Seile für den Einsatz an Turmdrehkranen und setzte sich aktiv für die Firmengründung im Juli 2019 ein. Die operative Leitung der Trowis GmbH übernehmen die geschäftsführenden Gesellschafter Dr. Thorsten Heinze und Peter Streusel. Trowis-Hochleistungsfaserseile sind laut Unternehmen ein hochinnovatives Produkt auf dem Markt der Faserseile. Sie zeichnen sich durch die Integration einer redundanten, sich selbst kontrollierenden Faserverbundkonstruktion aus – eine Herstellerangaben zufolge im Wettbewerbsvergleich einmalige Technologie, die höchste Betriebssicherheit auf Baustellen garantiere.

Im Seil integrierte Sensorelemente überwachen mögliche Faserbrüche in der lasttragenden Komponente und melden diese dem Kranfahrer frühzeitig. Die Last wird in diesem Fall von einer ebenfalls im Seil eingebauten redundanten Tragmittelreserve übernommen, wodurch ein sicheres Absetzen gewährleistet ist. Dank der integrierten intelligenten Erkennung der Ablegereife seien Trowis-Faserseile im Vergleich zu herkömmlichen Hochleistungsfaserseilen, bei welchen die Ablegereife nur anhand einer optischen Prüfung des Seils festgestellt werden kann, besonders sicher. Hinzu komme der wirtschaftliche Vorteil, dass ein Seil nicht auf Verdacht zu früh abgelegt wird, sondern bis zu seinem tatsächlichen Lebensende genutzt werden kann. Trowis-Seile wiesen aufgrund eines eigens entwickelten Thermofixierungsverfahrens zudem eine besonders hohe Steifigkeit und geringe Initialdehnung auf, was für die sichere Positionierung der Last essenziell ist und ein aufwändiges "Einfahren" der Seile unnötig mache, so der Hersteller.

Im Vergleich zu herkömmlichen Seilen aus Stahldraht kommen laut Unternehmen weitere vorteilhafte Eigenschaften der Trowis-Fasereile für den Kranbetrieb hinzu. Die enorme Gewichtseinsparung von bis zu 80 % ermögliche nicht nur höhere Tragfähigkeiten, sondern auch eine deutlich einfachere und sicherere Handhabung bei der Montage und beim Seilwechsel. Ein wesentlich geringerer Seildurchhang und der damit verbundene Einsatz von leichteren Lasthaken erhöhe die Tragfähigkeit des Krans zusätzlich. Des Weiteren hätten Trowis-Seile durch die optimale Ausnutzung der lasttragenden Komponente und der Verwendung eines Hochleistungsschmierstoffs in der Seilproduktion eine bis zu siebenmal höhere Lebensdauer als Stahlseile. So entstehe ein bedeutend geringerer Instandhaltungsaufwand sowie höhere verfügbare Betriebszeiten der Krane bei gleichzeitiger Schonung von Ressourcen.

Die Trowis-Seile werden am Firmensitz des Unternehmens in Chemnitz auf einer eigens entwickelten Seilveredelungsanlage produziert. Nach umfangreichen Tests im Laborumfeld werden die neuen Faserseile aktuell auf einem Prüfstand im Wolffkran-Werk Brandenburg sowie bei Feldtests an Wolffkranen unter realen Bedingungen weiter ausgiebig erprobt. Nach Abschluss der praktischen Testphase werden Trowis und Wolffkran die vielversprechende Produktneuheit unter den Faserseilen schnellstmöglich auf den Markt bringen.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 44/2019.

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