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Johanneskirche

Denkmalgerechte Geschossdeckendämmung aus Holzfasern

Dämmstoffe, Modernisierung und Sanierung

Die Johanneskirche in Pirmasens erstrahlt nach der Sanierung von Kirchturm, Dach und Fassade trotz ihrer Schlichtheit in neuem Glanz.

PIRMASENS (ABZ). - Nach über 55 Jahren Nutzung wurde die 1958 nach historischem Vorbild errichtete Johanneskirche in Pirmasens saniert und an heutige Bedürfnisse angepasst. So wurde ein barrierefreier Zugang geschaffen, die Putzfassade erneuert, der Kirchturm sowie das große Kirchdach saniert und die moderne Holzkassettendecke des Kirchenschiffs von oben mit ökologischer Holzfaserdämmung isoliert.

Die diffusionsoffene Dämmung schützt die unter Denkmalschutz stehende Konstruktion vor weiteren Feuchteschäden und verbessert das Raumklima in der einschiffigen Saalkirche.

Die protestantische Johanneskirche am Exerzierplatz in Pirmasens wurde ursprünglich im Jahr 1758 fertiggestellt und ist nach dem französischstämmigen Reformator Johannes Calvin benannt. Insbesondere mit dem 40 m hohen Kirchturm aus Rotsandstein und der geschmückten Westfassade zum Platz ergänzte der ansonsten schlichte Kirchbau die kleinteilige, historisch gewachsene Nachbarbebauung aus dem 18. Jahrhundert. Nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg ist von dem barocken Stadtensemble wenig erhalten: Während der angrenzende ehemalige Exerzierplatz der Grenadiere von Landgraf Ludwig IX. heute von einer bogenförmigen Kolonnaden-Bebauung mit neuem Rathaus dominiert wird, wurde der einstige Saalbau der Johanneskirche hingegen, 200 Jahre nach der ersten Fertigstellung, in den Grundmauern wieder aufgebaut. Der Kirchturm mit barocker Schweifhaube und die Eingänge mit geschwungenen Giebelportalen zeugen vom alten Glanz.

In diesem zeigt sich die Johanneskirche auch seit Spätherbst 2014 wieder – nach den Kriterien des Denkmalschutzes aufgearbeitet und frisch gestrichen, erheben sich im Innern die hohen weißen Wände, durchbrochen von schlichten Fenstern, die viel Licht auf den modernen Sandstein-Altar fluten und die Kassettendecke aus Holz in warmes Licht tauchen. Die Generalsanierung nach über 55 Jahren erfolgte unter der Leitung von Architekt Andreas Hupprich, der nach der Bestandsaufnahme insbesondere am Dach Handlungsbedarf attestierte. So drohten der über 450 m² großen Holzkassettendecke durch ein unzureichendes Diffusionsverhalten der alten Mineralwolle-Dämmung ernste Feuchteschäden. Auch die Dacheindeckung mit Biberschwanzziegeln war in Teilen sanierungsbedürftig. Dazu wurden Gauben, Dachrinnen, Fallrohre, Schneefanggitter und der Blitzschutz entsprechend dem historischen Vorbild von der Dachdeckerei Karl Jost aus Riegelsberg erneuert.

Neben der Sanierung der baufälligen Bereiche war zudem eine energetische Optimierung der Kirche gewünscht. Da der Dachboden auch zukünftig nicht genutzt werden kann und die Dachkonstruktion an sich gut erhalten ist, waren aufwendigere Baumaßnahmen inklusive Öffnung der Dachhaut und Einbau einer Zwischensparren- oder Aufdachdämmung nicht notwendig. Stattdessen entschieden Architekt und Bauherr sich für die einfachste und wirksamste Methode, um kurzfristig und schnell den Dämmstandard eines Gebäudes zu verbessern – die Geschossdeckendämmung. Denn auch für eine Kirche gilt: warme Luft steigt nach oben und je besser ein Gebäude gegen Wärmeverluste gedämmt ist, umso kostengünstiger ist seine Unterhaltung.

Zwingend zu beachten ist dabei aber, dass warme aufsteigende Luft Feuchtigkeit aus dem Innenraum mitbringt und diese durch das Dach entweichen können muss. Demnach sollte sich die neue Dämmung auf der obersten Geschossdecke insbesondere durch eine sorptive Entfeuchtung und ein sehr gutes Diffusionsverhalten auszeichnen. Eine Eigenschaft, die die alte alukaschierte Dämmung aus Mineralwolle nicht aufwies und daher die Holzkassettendecke zunehmend in Mitleidenschaft zog. Bauherr und Architekt entschieden sich für eine natürliche Holzfaserdämmung von Homatherm, die kapillar leitfähig ist und als idealer Feuchtepuffer die aufgenommene Feuchtigkeit nicht als Tauwasser ausfallen lässt, sondern geregelt an die Raumluft abgibt. Zudem bietet die Dämmung dank ihrer hohen Wärmespeicherfähigkeit einen sehr guten Wärmeschutz im Winter und gleichzeitig einen hohen Hitzeschutz, von mehr als zehn Stunden, im Sommer. Die druckfesten und flexiblen Homatherm Dämmstoffe werden im umweltschonenden Trockenverfahren hergestellt und überzeugten schlussendlich auch wegen ihres geringen Gewichts. Da die Dachkonstruktion "an der äußeren Grenze der Tragfähigkeit" errichtet wurde, wie zahlreiche Hinweisschilder an den Stützen mahnen.

Dämmstoffe, Modernisierung und Sanierung

Von oben auf der Holzkassettendecke schützt eine neue Holzfaserdämmung vor Wärmeverlusten über das ansonsten ungedämmte Dach.

Da der Dachboden zwar nicht aktiv genutzt, zu Revisionszwecken in Teilen aber zugänglich sein muss, kamen sowohl flexible Dämmmatten als auch druckfeste Dämmplatten zum Einsatz. Auf der roh belassenen Kassettendecke aus den 50er Jahren legten die Dachdecker zwei je 40 mm dicke Dämmschichten aus. Während sich die flexiblen, 1220 x 580mm großen holzFlex standard Dämmmatten optimal an die örtlichen Gegebenheiten anpassen und die Tragkonstruktion vollständig und nahezu wärmebrückenfrei umschließen, führt mit den druckfesten, 1250 x 600 mm großen HDP-Q11 standard Dämmplatten ein "Weg" über die oberste Geschossdecke, um die jährliche Inspektion des Daches zu gewährleisten. An den Rändern wurde das 1 m dicke Mauerwerk zusätzlich mit holzFlex® Dämmmatte 50cm weit überdämmt. Die vollflächige, trockene und fugenfreie Verlegung der stumpf aneinander stoßenden Dämmschichten erfolgte im Stoß versetzt.

In der Regel schließt eine schwimmend verlegte Holzwerkstoffplatte den Fußbodenaufbau in zugänglichen Bereichen ab. In der Johanneskirche hat man darauf mit Blick auf die erforderliche Dampfdiffusion verzichtet und für die Dämmung der 470m² großen obersten Geschossdecke zwei bis drei Werktage, mit je vier Dachprofis der Dachdeckerei Karl Jost benötigt. Fazit von Dominik Blankenburg, Geschäftsführer des Riegelsberger Handwerksbetrieb: "Dank der Berechnung durch den Dämmstoffhersteller und die technische Beratung durch den Homatherm Anwendungstechniker Harald Schüßler ging die Verlegung zügig und professionell vonstatten."

Für den Zuschnitt vor Ort ließen sich die Homatherm Dämmstoffe schnell und einfach mit Dämmstoffmesser, Fuchsschwanzsäge oder Bandsäge bearbeiten. Auf die gängigen Raster abgestimmte Formate und deren beidseitige Verwendbarkeit machen eine nahezu verschnittfreie Verarbeitung möglich. Ob begehbar oder nicht begehbar, Beton- oder Holzbalkendecke – mit den natürlichen Dämmstoffen von Homatherm lässt sich die Geschossdeckendämmung schnell, kostengünstig und umweltgerecht ausführen. Zudem sind sowohl holzFlex standard aus auch HDP-Q11 standard natureplus-zertifiziert und auf ihre baubiologische Unbedenklichkeit überprüft.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 20/2015.

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