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Kanäle verfüllen

Ausgediente Haltungen fachgerecht und problemlos stilllegen

Um sich ein möglichst genaues Bild von dem zu verfüllenden Kanal zu machen, führt Dommel zunächst eine Kamerabefahrung durch.

Hamm (ABZ). – Was tun mit ausgedienten Kanälen und Leitungen unter der Erde? Sie sich selbst zu überlassen ist keine Option. Denn bei fortschreitendem Verfall der Bausubstanz kann verunreinigtes Wasser in das Erdreich oder Grundwasser eindringen. Auch können Verformungen des Kanals dazu führen, dass der Boden sich setzt. In besonders schwerwiegenden Fällen besteht außerdem ein akutes Einsturzrisiko.

Um solche Risiken auszuschließen, müssen die in der Erde verlaufenden Leitungen und Kanäle fachgerecht stillgelegt werden. Dies kann, alternativ zum Abbruch, durch das Verfüllen der Haltung erfolgen. Die Sanierungstechnik Dommel GmbH setzt dabei auf einen umweltgerechten Dämmer, der auch in den Wasserschutzzonen I und II zugelassen ist. Die passende Mischung des Dämmers für die jeweiligen Anforderungen sollte schon in der Planungsphase festgelegt werden, erläutert das Unternehmen. Der als Sack oder lose Siloware angelieferte Baustoff ergebe eine fließfähige Zementsuspension, die eine möglichst hohlraumfreie Verfüllung gewährleiste und die entsprechenden Druckfestigkeiten erreiche. Mittels Additiven könne nach Bedarf die Dichte des Materials beeinflusst werden.

Die Festigkeit des Füllmaterials sorgt dafür, dass der außer Betrieb genommene Abschnitt dauerhaft stabil ist.

Beim Einfüllen des Dämmers in die Altleitungen muss für eine Entlüftung gesorgt sein. Diese erfolgt in der Regel am oberen Schacht des Verfüllabschnittes und kann durch das Einbringen von zusätzlichen Entlüftungsrohren in den Bestandskanal unterstützt werden. Haltungen und Ringräume mit einem Volumen von bis zu 370 m³ konnte der Kanalsanierungsspezialist bisher erfolgreich "in einem Rutsch" verdämmen. Längere Strecken müssen in der Regel abschnittsweise erfolgen.

Erschwert wird das Verdämmen, wenn sich der Einsatzort fernab befestigter oder anfahrbarer Flächen befindet. Denn bei der Zusammensetzung der Zementsuspension kommt es auch darauf an, wie weit das Material gepumpt werden muss.

Dies war etwa bei einer Stilllegungsmaßnahme in Dortmund im Jahr 2019 der Fall. Hier musste der Dämmer bis zu 1000 m bis zu seinem Bestimmungsort zurücklegen.

Eine zusätzliche Herausforderung bestand darin, zu gewährleisten, dass die Wärmeentwicklung nicht zu hoch ausfällt und zum Abbinden des Materials im Zuleitungsrohr führt. Trotz der anspruchsvollen Rahmenbedingungen konnte das Unternehmen 2800 m Ei-Kanal 900/1350 innerhalb von wenigen Wochen fachgerecht verfüllen. Es ist häufig schwierig vorauszusehen, wo der Dämmer hinfließt, erklärt Benedikt Stentrup, Geschäftsführer der Sanierungstechnik Dommel GmbH. "Durch undichte Rohrwandungen und unbekannte Anschlussleitungen kann Füllmaterial leicht an ungewünschte Stellen gelangen", so Stentrup. Um dies zu verhindern, führe das Unternehmen zunächst eine Kamerabefahrung des maroden Kanals und aller Anschlussleitungen durch.

Der Dämmer auf Basis einer fließfähigen Zementsuspension wird über Befüllleitungen in den jeweiligen Kanalabschnitt gepumpt.

Mit zwei neuen TV-Fahrzeugen, die über Fahrwagen-, Schiebe- und Satellitenkameras verfügen, ist der Kanalsanierungsspezialist dafür besonders gut aufgestellt. Bei besonders verzweigten Leitungsnetzen verschaffen sich die Kanalprofis aus Hamm zuerst mit einer steuerbaren Spüldüse mit integrierter Kamera einen Überblick. Hochauflösende Bilder geben Aufschluss darüber, in welchem Zustand sich das Kanalinnere befindet.

Die Geo-Sense-Funktion der Kanalinspektionsfahrzeuge dient zudem der dreidimensionalen Verlaufsmessung von Anschlussleitungen. Ist keine TV-Befahrung möglich, weil die Bausubstanz zu zerstört ist, muss beim Verfüllen besonders vorsichtig vorgegangen werden. Gegebenenfalls müssen punktuelle Maßnahmen wie beispielsweise Suchschachtungen vorgenommen werden.

Neben dem Verfüllen der Kanäle sind oft weitere Maßnahmen notwendig. Sofern der Kanal oder die Leitung noch Abwasser transportiert, müssen die Anschlussleitungen auf einen anderen intakten oder neu erstellten Kanal umgebunden werden. Beim Verschließen alter Anschlussanbindungen setzt der Kanalsanierungsspezialist auf Robotertechnik oder in begehbaren Profilen auf das Abmauern mit Kanalklinkern und PCC-Mörtel.

Müssen zusätzlich Schachtabdeckungen abgebrochen und Schächte verfüllt werden, sind alle Oberflächen wieder instand zu setzen.

Hierbei können auch Straßenbauarbeiten nötig sein,wie zum Beispiel das Aufnehmen, Lagern und Wiedereinbauen von Pflastersteinen. Für öffentliche Auftraggeber ist es daher von Vorteil, wenn alle Maßnahmen aus einer Hand kommen. Das ist bei Dommel der Fall: Das Unternehmen bietet neben dem Verfüllen von ausgedienten Kanälen und Leitungen auch alle weiteren notwendigen Tiefbauarbeiten an.

Das Verdämmen ausgedienter Haltungen ist eine effiziente Methode, Kanäle und Leitungen langfristig zu sichern und Gefahren für Umwelt, Mensch und Tier auszuschließen, teilt das Unternehmen abschließend mit. Zuvor müsse die Bestandssituation umfassend untersucht werden. Denn darauf müssen Materialien und Verfahren abgestimmt werden.

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