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Keine einseitige Bevorzugung des Holzbaus

Bundesverband Ziegel fordert technologieoffenen Wettbewerb

Stefan Jungk, Präsident des Bundesverbandes Ziegel, fordert faire Rahmenbedingungen für alle Beteiligten.

Berlin (ABZ). – Der Bundesverband der Deutschen Ziegelindustrie (BVZI) appelliert an die baden-württembergische Landesregierung und die Abgeordneten des Landtags, auf die geplante einseitige Förderung des Holzbaus zu verzichten. Anlass ist das Vorhaben, öffentliche Gebäude im Südwesten nur noch in Holzbauweise zuzulassen. Vielmehr müssten, so der BVZI, faire Rahmenbedingungen für alle Beteiligten geschaffen werden, damit Bauherren und Planer sich aus eigener Überzeugung für eine Bauweise entscheiden können. "Einseitig zugunsten des Holzbaus ausgerichtete, mit Steuergeldern finanzierte Maßnahmen sind Wettbewerbsverzerrungen, die nicht im Sinne einer ökologischen und sozialen Marktwirtschaft sein können", ist Stefan Jungk, Präsident des BVZI, überzeugt. "Bauprodukte sollten sich ihre Marktposition im technologieoffenen Wettbewerb anhand ihrer jeweiligen Stärken erarbeiten, und nicht, weil eine Bauweise aus ideologischen Gründen bevorzugt wird."

Die angebliche ökologische Überlegenheit nachwachsender Rohstoffe gegenüber mineralischen Baustoffen in der Lebenszyklusbetrachtung sei mehrfach wissenschaftlich widerlegt worden, so Jungk. Für die Betrachtungsdauer einer 50-jährigen Nutzung liefern die Ökobilanzen der Gebäude in Holz- und in Massivbauweise unter Einbeziehung der darin enthaltenen grauen Energie praktisch identische Ergebnisse, wie etwa die TU Darmstadt in Vergleichsuntersuchungen gezeigt hat. "Da zudem die Lebensdauer mineralischer Baustoffe weit über 50 Jahre beträgt, sprechen die Ergebnisse der Ökobilanz bei längerer Nutzung umso stärker für die Verwendung mineralischer Wandbaustoffe wie Ziegel", so Verbandspräsident Jungk.

Bei noch intensiverer Bewirtschaftung bestünde außerdem die Gefahr, die heimischen Wälder als CO2-Senke zu verlieren, so Jungk. Wie das Öko-Institut in der aktuellen Studie "Waldvision Deutschland" im Auftrag von Greenpeace gezeigt hat, braucht der deutsche Wald nicht mehr kommerzielle Bewirtschaftung, sondern weniger. Die Forscher warnen: Wenn die Wälder weiter auf dem aktuellen Niveau genutzt werden oder sogar noch mehr Holz eingeschlagen wird, nähme ihre Senken-Funktion für CO2 stark ab, könnte zeitweilig sogar verlorengehen. Die Forstwirtschaft würde damit zum Klimawandel beitragen, anstatt ihn aufzuhalten, heißt es in der Studie. Greenpeace fordert deshalb, die Bewirtschaftung der Wälder neu auszurichten. Der Wald und nicht das Holz müsse im Mittelpunkt stehen.

"Angesichts der riesigen Herausforderung, nachhaltig und bezahlbar zu bauen, sollten alle politisch Verantwortlichen darauf verzichten, den Markt zugunsten bestimmter Bauweisen zu verzerren", stellt BVZI-Präsident Stefan Jungk klar. "Der Bundesverband Ziegel steht gemeinsam mit Unternehmern aus Baden-Württemberg für klärende Gespräche zur Verfügung."

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