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Kindertagesstätte in Karlsfeld

45-Meter-Wetterschutzdach ohne Verankerungsmöglichkeit aufgebaut

181 t Ballast waren erforderlich, um die mangelnde Verankerungsmöglichkeit für die Komplettüberdachung einer Kita mit dem Multi-Roof zu kompensieren.

Karlsfeld (ABZ). – Eins war klar, als die mehr als 8000 Euro teure Sanierung der Kindertagesstätte "Schatzinsel" in Karlsfeld bei München anstand: Der laufende Betrieb muss weitergehen! Und das war dann auch für alle an der Sanierung beteiligten Gewerke die große Herausforderung.

Denn Kinder sind nicht nur neugierig, sondern auch unberechenbar. Und deshalb war jedem sofort klar, dass es nur mit dem klassischen Schild "Spielen verboten – Eltern haften für ihre Kinder" nicht getan war. Die Baustelle musste absolut kindersicher sein, und das ist bei so einem Objekt nicht gerade ein Kinderspiel.

Die Baustelle einrichten bedeutete in diesem Fall, ein Arbeits- und Schutzgerüst zu errichten sowie das gesamte Kindergartengebäude mit einem Wetterschutzdach zu versehen, damit die Arbeiten ungehindert von Witterungseinflüssen zügig durchgeführt werden konnten. Die gesamte Dachfläche musste dringend saniert werden, weil sie an vielen Stellen undicht geworden war, was größere Folgeschäden nach sich gezogen hätte, wenn nicht spätestens jetzt reagiert worden wäre.

Den Zuschlag für Gerüst und Wetterschutzdach erhielt die Firma Krämer Gerüstbau GmbH aus Bockhorn unter Leitung von Florian Krämer. Und dieses Unternehmen, das sich in den sieben Jahren seit seiner Gründung im Jahr 2013 bundesweit einen Namen mit Gerüstsonderkonstruktionen und insbesondere Wetterschutzdächern und Einhausungen gemacht hat, stand dieses Mal in zweifacher Hinsicht vor einer großen Herausforderung: Einerseits musste ein Dach mit einer Spannweite von knapp 45 m errichtet werden, ohne die Möglichkeit, einen Unterzug zu montieren oder das Dach zwischendurch abstützen zu können. Andererseits bestand an dem eigentlichen Gebäude keinerlei Möglichkeit, die Gerüstkonstruktion, die das Dach tragen sollte, zu verankern. Aber es sind gerade diese Herausforderungen, die Gerüstbau Krämer in den letzten Jahren zu einem echten Spezialgerüstbauunternehmen gemacht haben.

Für die Dachkonstruktion wählte Gerüstbau Krämer das Multi-Roof-System von Scafom-rux. Mit den speziellen K-Trägern lassen sich Spannweiten von 40 m und mehr erzielen. K-Träger sind Elemente mit einer Bauhöhe von 1,8 m und einer Länge von 2, 3 oder 6 m. Vertikalrohre und Diagonalen erinnern an den Buchstaben K, wodurch das Produkt seinen Namen erhalten hat. Diese Trägerelemente, die sich kraft- und formschlüssig untereinander verbinden lassen, verfügen über eine enorme Stabilität, was eben diese großen Spannweiten ohne Zugband ermöglicht. Eigentlich sind diese K-Träger aus dem Multi-Roof-System nichts anderes als systemfreie, überdimensionierte Gitterträger. Allerdings mit einigen Vorteilen. Sie können zwar mit jedem Gerüstsystem kombiniert werden, gehören aber aufgrund der integrierten Modulgerüstanschlüsse zum Ringscaff-System von Scafom-rux. Das heißt, ohne große Zusatzinvestitionen können Riegel und Diagonalen aus dem vorhandenen Modulgerüstbestand verwendet werden, um die einzelnen Träger untereinander zu verbinden oder Laufflächen-Ausleger zu errichten.

Eine Kita, die im Normalbetrieb weiterläuft, äußerst beengte Platzverhältnisse für die Vormontage der Dachbinder und ein Gebäude, das keine Verankerung zulässt, sind nicht gerade die besten Voraussetzungen für einen reibungslosen Ablauf. Aber Florian Krämer überlässt bei der Planung nichts dem Zufall. Die mehr als 40 m langen Segmente der Dachkonstruktion wurden mit einem 160-Tonnen-Autokran in Position gebracht und in Millimeterarbeit auf die Auflageschienen aufgesetzt. Um die fehlenden Verankerungsmöglichkeiten zu kompensieren, wurde die tragende Gerüstkonstruktion mit Betonwürfeln mit einem Gesamtgewicht von 181 t ballastiert. Für die Dacheindeckung wurden die Elemente aus dem Kassettensystem Alu-Rasant von Scafom-rux gewählt. Diese Elemente aus einer leichten Aluminium-Stahl-Kombination haben erhebliche Gewichtsvorteile und wirken sich positiv auf das Gesamtgewicht der Konstruktion aus.

Eine außen am Gebäude angebrachte Fluchttreppenanlage musste mit einer Stahlkonstruktion aus HEB 300 Trägern aufwändig überbrückt werden, was bei der Berechnung der tragenden Gerüstkonstruktion noch einmal eine statische Herausforderung bedeutete.

Die gesamte Gerüstkonstruktion wurde über einen Zeitraum von 2,5 Wochen errichtet. Vier Fachkräfte von Gerüstbau Krämer waren in dieser Zeit im Einsatz. Als Standzeit für das Wetterschutzdach wurden zehn Wochen veranschlagt. Und wenn nach dieser Zeit Dach, Gerüste und der Baukran verschwinden, ist bei vielen Kindern der "Schatzinsel" sicherlich der Berufswunsch eindeutig: Gerüstbauer.

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