Kleinod in der Lüneburger Heide wieder aufgebaut

Moderne Trockenbaulösungen ermöglichen zeitgemäßen Wohnkomfort

Düsseldorf/Hanstedt (ABZ). – Rund 160 Feuerwehrleute kämpften in der Nacht zum 22. Februar 2006 gegen die Flammen: Ein verheerendes Feuer zerstörte den leerstehenden "Dorfkrug" nahezu vollständig. Das 1730 in Hanstedt in der Lüneburger Heide errichtete Gebäude galt bis dahin nicht nur als regionales Traditionslokal sondern auch als eines der größten Fachwerkhäuser Norddeutschlands. Frühe Wiederaufbauarbeiten kamen in den Folgejahren zum Erliegen.
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Mit einer Nutzfläche von fast 3400 m² und einer Straßenfront von rund 35 m Länge gehört der "neue" Dorfkrug zu den größten Fachwerkhäusern der Region. Foto: Gabriel Kantorek/Hausfotografie.de

Erst ein neuer Eigentümer fasste sich ein Herz und investierte in den vollständigen Ausbau des heute als Wohn- und Gewerbeimmobilie genutzten Hauses. Die für den Innenausbau verantwortlichen Mitarbeitenden der Heide – Aktiv – Trockenbau GmbH & Co. KG setzten bei ihren Arbeiten auf brand- und schallschutztechnische Lösungen von Rigips.

Mit einer Nutzfläche von fast 3400 m² und einer Straßenfront von rund 35 m Länge gehört auch der "neue" Dorfkrug zu den größten Fachwerkhäusern der Region. "Uns war es wichtig, den historischen Charakter des Gebäudes auf solch traditionsreichem Grund wiederherzustellen, im Innern aber gleichzeitig Wohn- und Geschäftsräume entstehen zu lassen, die höchsten Ansprüchen gerecht werden", erklärt Eigentümer Günther Killer. "Dazu gehören sowohl sichtbare Balkenlagen und eine moderne Haustechnik als auch durchdachte Grundrisskonzepte und hochwertig ausgeführte Trockenbaukonstruktionen."

22 Wohnungen sowie ein von einer Bäckerei genutztes Ladenlokal im Erdgeschoss haben im Dorfkrug ihren Platz gefunden. Für den Innenausbau fand der Eigentümer mit den Trockenbauprofis der Heide – Aktiv – Trockenbau GmbH & Co. KG kompetente Partner. "Zu Baubeginn lag noch kein Leistungsverzeichnis vor und wir haben uns gemeinsam mit dem Eigentümer und dem verantwortlichen Planer die Ausgestaltung der Innenräume Stück für Stück erarbeitet", erinnert sich Martin Lübbert, Geschäftsführer von Heide – Aktiv – Trockenbau. "Gerade unter brand- und schallschutztechnischen Gesichtspunkten gab es zahlreiche Herausforderungen, für die wir gemeinsam überzeugende Lösungen entwickeln konnten. Insgesamt waren wir rund eineinhalb Jahre im 'Dorfkrug' tätig."

Neben der Bäckerei finden sich im Erdgeschoss neun zwischen 38 und 95 m² große Wohnungen. Die Größe der Wohnungen im Obergeschoss variiert zwischen 51 und 280 m². Die größte Wohnung nutzt den weiträumigen Spitzboden des Gebäudes und wurde als großzügige Maisonette-Wohnungen konzipiert. Eine der wichtigsten Fragestellungen ergab sich im Erdgeschoss: Es galt zu überlegen, ob die vorhandene Balkenlage in Kombination mit der vorhandenen Betondecke die geplanten statischen Lasten abfangen kann oder ob eine komplett neue Stahlbetondecke eingezogen werden sollte. Letzteres hätte zu einer Baukostensteigerung im siebenstelligen Bereich geführt. Deshalb entschieden sich die Verantwortlichen für eine Brandschutzdecke und eine freitragende Schallschutzdecke mit zusätzlicher Sichtdecke in Trockenbauweise.

An der Betondecke wurde zunächst die Unterkonstruktion für eine selbstständige F90-Decke aus Grund- und Tragprofilen erstellt. Für die Beplankung mit einem nichtbrennbaren (A1) Material wählte das Ausbauteam die Rigips-Brandschutzplatte Glasroc F: in der ersten Lage mit einer Stärke von 15 mm, in der zweiten Lage mit 20 mm. Stahl und Holzbauteile im Beplankungsbereich, die nicht der geforderten Feuerwiderstandklasse entsprachen, wurden ebenfalls mit Glasroc F bekleidet. Der Anschluss an die großen Holzbalken war problemlos möglich, da deren Abbrenndauer auf F90 min. festgelegt wurde. Insgesamt ertüchtigten die Mitarbeitenden im Bereich des Ladenlokals auf diese Weise brandschutztechnisch 400 m² Deckenfläche.

Um die Rohdecke nicht mit weiteren Gewichten zu belasten, wurde die nachfolgende Schallschutzdecke als freitragende Konstruktion gemäß dem Rigips-System des Typs FD22RB mit einer Spannweite bis 3700 mm ausgeführt. Zusätzlich wurden noch Einzelprofile eingestellt, um die Tragfähigkeit zu erhöhen. "Zwischen den Profilen haben wir eine 120 Millimeter starke nichtbrennbare Mineralwolle-Dämmung aus Isover-ULTIMATE eingebracht", erklärt Lübbert und fährt fort: "Die Beplankung erfolgte zweilagig mit der Schallschutzplatte 'Die Blaue' von Rigips. Da unterhalb der freitragenden Decke eine Metallraster-Sichtdecke beziehungsweise ein Gipsdeckensegel montiert werden sollte, haben die Techniker bei Rigips ergänzende Berechnungen zur Tragfähigkeit durchgeführt. Die Zusatzlast für die Rasterdecke belief sich auf 12,3 Kilogramm pro Quadratmeter. Um genügend Spielraum etwa für die Anbringung von Deckenleuchten zu haben, wurden die Berechnung mit einer angenommenen Zusatzlast von 2 Kilogramm pro Quadratmeter vorgenommen."

Da die Bäckereifiliale neben einem Verkaufsraum auch über einen größeren Café- und Aufenthaltsbereich verfügen sollte, realisierten die Trockenbauprofis eine Reihe weiterer Ausbauideen. So erhielten die späteren Sitzbereiche eine optische Trennung durch eine nichtraumhohe Trennwand.

Zur Verstärkung dieser Wände wurde ein Rahmen aus UA-Profilen montiert und die gesamte Unterkonstruktion anschließend mit einer Lage Rigips-Bauplatten RB und einer zweiten Lage mit Rigips-"Die Weiße" beplankt. "Diese ,Q3-Platte' – wie sie von uns auch schlicht genannt wird – verfügt unter anderem über einen sehr hellen Oberflächenkarton sowie über abgeflachte Kanten an allen vier Seiten. Sie erleichtert damit die Erstellung besonders glatter Oberflächen. Deshalb kamen die Platten zum Beispiel auch bei der Erstellung des großen Deckensegels zum Einsatz, welches formfolgend über dem runden Verkaufstresen an der freitragenden Schallschutzdecke montiert wurde", erläutert der Fachmann.

Wie jede Fachwerkfassade sind auch die aufwändig und mit viel Liebe zum Detail ausgeführten Außenwände des neuen Dorfkruges nicht vollständig schlagregendicht. Um für einen zusätzlichen Feuchteschutz zu sorgen, entschieden sich Lübbert und sein Team dazu, die innenseitige Bekleidung der Außenwände auf der Schlagregenseite mit der speziellen, schimmelresistenten Feuchtraumplatte Rigips-Glasroc X auszuführen.

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Sämtliche Trennwände – sowohl zwischen der Bäckerei und den angrenzenden Wohnungen als auch zwischen allen anderen Wohnungen – wurden als hochschalldämmende Doppeltständerwände in F90 (Rigips-System MW22BF) mit einer 2 x 80ymm starken Mineralwolleinlage ausgeführt. Die Beplankung erfolgte beidseitig zweilagig mit 2 x 12,5 mm starken Rigips-"Die Blaue" RF. Foto: Heide – Aktiv – Trockenbau

Dafür wurden die Platten mit Rifix-Ansetzbinder auf Zementbasis gemäß Rigips-System WB01GX im Punkt-Wulst-Verfahren verklebt. An allen Außenwänden, die sich nicht auf der Schlagregenseite befinden, wurde eine direktbefestigte Vorsatzschale mit Holzunterkonstruktion, Klimamembran und einer Beplankung aus Rigips-Bauplatten RB montiert. Sämtliche Trennwände – sowohl zwischen der Bäckerei und den angrenzenden Wohnungen als auch zwischen allen anderen Wohnungen – wurden als hochschalldämmende Doppeltständerwände in F90 (Rigips-System MW22BF) mit einer 2 x 80ymm starken Mineralwolleinlage (Isover Akustic TP 1) ausgeführt. Die Beplankung erfolgte hierbei beidseitig zweilagig mit 2 x 12,5 mm Rigips "Die Blaue" RF. Auf diese Weise erreichten die Ausführenden ein Schalldämmmaß von Rw 71 dB.

Alle Wohnungen wurden nach modernen Maßstäben ausgebaut. Lübbert erläutert die Arbeiten anhand von Wohnung 14, die sich auf 280 m² über das Obergeschoss und den Spitzboden erstreckt. "Auch dort stand zunächst der Brandschutz im Fokus. Alle statisch relevanten Stahlbauteile, die die Holzbalkendecke über dem Obergeschoss stützen, haben wir mit Glasroc F in F90 eingehaust.

An die eigentliche Holzbalkendecke, die Dachschrägen, die Decke im Spitzboden sowie an die Holzfußböden bestand eine F60-Brandschutzanforderung." Aufgrund einer vorhandenen oberseitigen Holzverschalung der Zwischenbalkendecke sowie einer verschalten Dachschrägenfläche (Harzer Dach) konnten die F60-Decke und F60-Dachschrägenbeplankung mit 2 x 12,5 mm Rigips-Feuerschutzplatten RF ausgeführt werden. Die Zwischenbalkendecke wurde vor Montage der Brandschutzbeplankung in kompletter Balkenstärke mit nichtbrennbarer Mineralwolle (Isover-ULTIMATE) gefüllt. Die Verspachtelung erfolgte mit der Fertigspachtelmasse ProMix Plus in Q3.

"Die Holzfußböden haben wir mit 20 Millimeter starken Rigidur-Estrichelementen und einer zusätzlichen Lage aus 10 Millimeter starken Rigidur-H-Gipsfaserplatten zur besseren Lastverteilung belegt.

Aufgrund der so eingebrachten Masse konnte zum einen der Trittschall vermindert und gleichzeitig die Feuerwiderstandsklasse F 60 von oben erreicht werden. Teilbereiche, in denen Rohrleitungen verliefen, wurden zusätzlich mit Rigidur Ausgleichsschüttung versehen. Infolge des Bauablaufs mussten die Wände bereits vor dem Trockenestrich auf den Holzfußboden gestellt werden.

Sie wurden deshalb mit einem Randstreifen aus nichtbrennbarer Mineralwolle versehen", teilt der Spezialist mit. Die Auslaibungen aller Deckendurchführungen für Leitungs- und Lüftungsanlagen wurden mit 2 x 20 mm Rigips-Glasroc F ausgebildet. Kabelleitungen, die an den äußeren Massivwänden durch die Geschosse geführt werden, wurden in Form eines Gipsriegelkanals ebenfalls mit Glasroc F realisiert.

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