Klimaneutrale Produktion seit 2015

Betonstein-Hersteller sieht sich als Pionierbetrieb in puncto Nachhaltigkeit

Fensterbach (ABZ). – Das Unternehmen Godelmann, Stein-Erfinder aus dem bayerischen Fensterbach, hat sich bereits vor 40 Jahren dem Schutz der Umwelt verschrieben und setzt eigenen Angaben zufolge konsequent auf nachhaltiges Wirtschaften und Handeln.
Godelmann Baustoffe
Die Unternehmer-Familie Godelmann in der Sandgrube in Freihöls: Bernhard Godelmann und Silvia Godelmann mit Bernhard Godelmann senior (r.).

Für die Herstellung von Betonsteinen werden ausschließlich in der Natur vorkommende Materialien wie Sand, Kies und Wasser verwendet. Die Regionalität spielt dabei eine große Rolle: Das Unternehmen bezieht einen Großteil der Rohstoffe aus der unmittelbaren Umgebung. Der gesamte Wertschöpfungsprozess ist Made in Germany. Seit der Gründung 1947 erfindet das Unternehmen Betonstein immer wieder neu und arbeitet an effektiven Produktionsabläufen, optimierten Lieferketten, schonendem Ressourceneinsatz und nutzt digitale Technologien, um den Fortschritt in Sachen Nachhaltigkeit voranzutreiben. Für das Familienunternehmen ist ökologisches Handeln mehr als nur ein Trend – es ist die Lebensgrundlage für künftige Generationen und daher ein wichtiger Faktor im unternehmerischen und gesellschaftlichen Wirken. "Die stetige Reduktion klimaschädlicher Treibhausgasemissionen ist ein Kernziel der Godelmann-Nachhaltigkeitsstrategie.

Mit unserer klimaneutralen Produktion setzen wir seit 2015 ein Zeichen für den Klimaschutz. Wir übernehmen Verantwortung für das, was wir selbst kontrollieren und direkt beeinflussen können", erklärt Bernhard Godelmann. "Dazu gehören Emissionen, die während unserer Produktion im Bereich Abfall, Energie, Rohstoffe, in der Logistik und bei der Mitarbeitermobilität anfallen. Seit 2015 konnten wir die Emissionen von rund 8,394 Kilogramm CO2 pro Tonne Beton auf 3,3 Kilogramm CO2 pro Tonne Beton senken und sind an den Standorten in Fensterbach, Berlin, Kirchheim unter Teck und Maitenbeth seitdem klimaneutral."

Ökologisches Wirtschaften als Grundsatz

Bernhard Godelmann sieht sein Unternehmen als Pionierbetrieb – auch in puncto Nachhaltigkeit. Schon sein Vater, von dem er die Unternehmensführung übernommen hat, verschrieb sich Anfang der 80er-Jahre dem Grundsatz, ökologisch und ressourcenschonend zu wirtschaften. Eine abfallfreie Kreislaufwirtschaft bildet dabei die Basis. Das Motto lautet seitdem unter anderem: "Ressourcen schützen und respektvoll nutzen". Dem zu Grunde liegt ein Prinzip, das Godelmann als "Beton-Upcycling" beschreibt: Nicht verkaufsfähige Betonsteinprodukte werden als wiederverwertbarer Rohstoff (Godelmann Recycling Concrete (GRC)) für den Kernbeton verwendet und kommen so als Sekundärrohstoffe erneut zum Einsatz.

Auch ausgedientes Altpflaster wird zurückgenommen. Wiederaufbereitet zu Körnung werden die hochwertigen Edelrohstoffe gewonnen, welche anschließend zu neuen Produkten weiterverarbeitet werden.Der Godelmann-Nachhaltigkeits-Zyklus schließt sich. Da der Betonkreislauf seit rund 40 Jahren im Unternehmen implementiert ist, konnten die Stein-Erfinder laut eigener Aussage bisher mehr als 800.000 t Primärrohstoffe einsparen. Die Godelmann-Steine sind Naturprodukte und bestehen zum größten Teil aus Quarzsand, Quarzkies, Basalt und Granit. Diese natürlichen Rohstoffe kommen in der unmittelbaren Heimat – der Oberpfalz – vor. Dieses Gebiet werde im Volksmund nicht ohne Grund "Steinpfalz" genannt.

Das firmeneigene Kieswerk und die Sandgrube sind im Umkreis von wenigen Kilometern zum Stammsitz gelegen. Durch die kurzen Transportwege gelingt es dem Betonsteinhersteller, den CO2-Ausstoß sehr gering zu halten.

Außerdem könne so der kontrolliert schonende Abbau der einzelnen Komponenten gewährleistet werden. Ebenso nimmt das Familienunternehmen die Renaturierung und Rekultivierung der Abbaugebiete selbst in die Hand und kümmert sich um die Herstellung neuer Ökosysteme.

Abfallprodukte auch zukünftig stärker reduzieren

Neben der Rohstoffzirkulation und einem nachhaltigen Produkt legen die Verantwortlichen bei Godelmann auch viel Wert darauf, die Abfallprodukte so gering wie möglich zu halten. Für die Produktverpackung setzt das Unternehmen auf EPAL-Europaletten, Händler und Baustellen geben diese wieder zurück, sobald sie geleert sind. Die Paletten durchlaufen eine Qualitätskontrolle und werden – je nach Qualitätseinstufung – entweder direkt wiedereingesetzt, vor Ort repariert oder zu Hackschnitzeln verarbeitet und zum Heizen von Gebäuden genutzt.

Photovoltaikanlagen auf den Dächern der Produktionshallen decken seit etwa zehn Jahren rund 30 % des Strombedarfs. Die übrigen 70 % stammen von zertifizierten Ökostromlieferanten, teilt Godelmann mit. Auf dem eigenen Werksgelände spielt der bewusste Einsatz von Wasser eine besondere Rolle: Ein Kanalsystem, das die gesamte Werksfläche durchzieht, sammelt Niederschlagswasser auf und leitet dieses in zentrale Auffang- und Aufbereitungsbecken, auch Brauchwasser (beispielsweise aus Schleifprozessen) wird nach der Aufbereitung erneut verwendet.

Alternative Antriebe und ökologische Freiraumkonzepte

Innerhalb des Werks setzt das Unternehmen schon seit längerer Zeit auf alternative Antriebe, immer mit dem Ziel, Emissionen und Energie einzusparen. Teil des Systems ist der Treibstoff Liquefied Natural Gas (LNG). In einem weiteren Schritt soll auch Liquefied Bio Gas (LBG) zum Tanken verwendet werden.

"Das Thema Nachhaltigkeit berücksichtigen wir bereits bei der Produktentwicklung", betont Silvia Godelmann. "Auch die Produkte selbst müssen nachhaltig – im besten Fall proaktiv – sein." Aufgrund dieser Prämisse haben alle Produkte eine hohe Lebensdauer, sind recycelbar und beinhalten einen Mindestrezyklat-Anteil von rund 5 %. Einige schonen sogar über zusätzliche Schadstofffilter die Umwelt.

Durch intelligente Flächennutzung, eine vorausschauende Kostenplanung, Ressourcenschutz und die Schaffung von Lebensräumen, entstehen dauerhaft werthaltige, resiliente und hochwertige Quartiere und Freiräume, sind die Verantwortlichen überzeugt. Als Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) sei es für Godelmann eine Selbstverständlichkeit, nachhaltiges Bauen voranzutreiben und zu einem Umdenken in der Baubranche beizutragen.

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