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Klimawandel

Hitze verursacht Verformungen

Fachkundige Bauleitung kann solche Ergebnisse verhindern.

Ulm (ABZ). – Zunehmende Extremtemperaturen führen verstärkt zur Verformung von Fenster- und Rollladenprofilen. Besonders betroffen davon sind dunkle Oberflächen. Darauf wies Helmut Hilzinger, Geschäftsführer der Hilzinger Unternehmensgruppe im badischen Willstätt, auf einem Kongress des Verbandes Fenster + Fassade (VFF) in Ulm hin. Ohne fachkundige Bauleitung vor Ort auf der Baustelle und entsprechendes fachkundiges Einwirken auf die Auftraggeber ließen sich Projekte in Zukunft nicht mehr fachgerecht und qualitativ hochwertig umsetzen, warnt Hitzinger. Wie stark sich diese solare Einstrahlung in den letzten Jahrzehnten geändert habe, erkenne man daran, dass in Deutschland im Juli vergangenen Jahres Werte von bis zu 293 W/m² Globalstrahlung gemessen worden seien. Die Globalstrahlung sei die gesamte auf die Erdoberfläche horizontal auftreffende Sonnenstrahlung. In der Vergangenheit habe dieser Wert in Deutschland durchschnittlich 135 W/m² betragen, in heißeren Regionen wie in Spanien dagegen 230 W/m² und in der Sahara 285 W/m².

Diese Situation sei eine der großen Herausforderungen für die Fensterbranche. Denn z. B. Rollläden aus Kunststoff seien aufgrund ihrer Materialeigenschaften thermisch verformbar. Einwirkungen von hohen Temperaturen bei gleichzeitiger Gewichtsbelastung können zu dauerhafter Verformung führen, wie aus der Technischen Richtlinie TR 121 hervorgehe, herausgegeben vom Technischen Kompetenzzentrum des Bundesverbands Rollladen + Sonnenschutz e. V. In der Praxis seien vor allem Undichtigkeiten aufgrund von Verformungen zu bemerken. Die zunehmenden Größen von Fenstern und ihrer Gewichte würden diese negativen Effekte zusätzlich verstärken.

Nötig seien daher Beratungsleistungen zu Gewichten, zu umsetzbaren und vertretbaren Größen und das Aufzeigen von Alternativen. Auch die Auswahl der Oberfläche, die Freigabe von CAD-Zeichnungen und Anschlussdetails, der Zeitpunkt der Montage und der Schutz des Gewerkes während der Bauphase seien davon betroffen. Mehr und mehr ist der Fensterbauer dadurch auch als Planer beansprucht.

Auch VFF-Präsident Detlef Timm erachtet es allgemein als wichtig, den Architekten bei seiner Planung zu begleiten. "Wir helfen uns nur selbst", so der Geschäftsführer der Hans Timm Fensterbau GmbH & Co. KG in Berlin. Erfolg könne nur aus ganzheitlicher Perspektive erzielt werden, einer Perspektive, die von vornherein das Zusammenspiel der Ansprüche und Kompetenzen von Bauherr, Architekt und Fensterbauer als Chance betrachtet.

Bezüglich des Schutzes der Leistung solle der Fensterbauer eine Position "auf Augenhöhe" mit Bauherren und Architekten einnehmen, rät Hilzinger abschließend. Um die Leistung zu schützen, ist es möglich, entsprechende Passagen der VOB zu vereinbaren oder Leistungsschutz in die Allgemeinen Technischen Vertragsbedingungen (ATV) einzubeziehen.

Der nächste VFF-Jahreskongress findet im Mai in Bad Homburg statt. Dort wird es wieder praxisnahe Vorträge geben, kündigt Dr. Peter Christian Lang vom VFF an.

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