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Klinker mit Ecken und Kanten

Markante Backsteinfassade für modernes Ferienhaus

Architektur, Fassadengestaltung, Baustoffe, Klinker, Mauerwerksbau

Moderner Kubus mit hoher Funktionalität und markanter Klinkerfassade: Das Ferienhaus in Ostfriesland folgt dem Gestaltungsprinzip der Einfachheit und Reduktion.

PEINE (ABZ). - Backsteinfassaden gehören zum norddeutschen Raum wie die frische Brise zu Ostfriesland. Dass die Optik dabei keinesfalls rau und schroff wirken muss, sondern im Gegenteil modern und edel erscheinen kann, beweist ein kürzlich erbautes Ferienhaus auf einer der Ostfriesischen Inseln mit einer Klinkerfassade aus AKA-Klinkern, die nach uralter Brennkunst in einem Ringofen hergestellt wurden. Hier treffen Tradition und Manufaktur auf zeitgenössische Architektur im hohen Norden.

Die vom Architekturbüro Vickers mit Sitz in Lingen entwickelten Gebäude sind bekannt für ihren ganz eigenen architektonischen Charakter. Dieses Ziel setzten sich die Planer auch im Falle des Ferienhauses in Ostfriesland, das Ende 2014 fertiggestellt wurde. Der kubische Bau erhält durch die rustikale Backsteinfassade ein individuelles Äußeres und betont das bewusst reduziert gehaltene Gestaltungsprinzip. Für die Gestaltung der Fassade wurde Torsten Gilbers, Fachberater für AKA-Klinker der CRH Clay Solutions, hinzugezogen. Bei der gemeinsamen Bemusterung des Klinker-Sortiments fiel die Wahl auf eine Mischung aus den Kohlebrand-Klinkern Patoka Rustica und Antica. "Der rustikale Klinker mit seinen absichtlichen Vorsprüngen, ausgeprägten Verschmelzungen und Anbackungen sowie seinem vielseitigen Farbspiel eignet sich ideal für die Gestaltung unübersehbarer und markanter Fassaden", erklärt Gilbers die Besonderheiten des Klinkers. "Er wird noch genau so hergestellt wie es vor 100 Jahren in einer Ziegelei üblich war. Beim Patoka sprechen wir nicht über einen Klinker von der Stange, sondern von einem handverlesenen Stein." Passend zur Fassade wurden auch die Wege rund um das Gebäude mit dem Klinker angelegt.

Für die Fassade des Ferienhauses wurden etwa 15 000 Fassadenklinker im originalen Hoffmannschen Ringofen der CRH Ziegelgruppe hergestellt. Im 19. Jahrhundert sorgte die Erfindung eines solchen Mehrkammerofens für die Revolution in der Ziegelindustrie, da er die zu dem Zeitpunkt effektivste Einrichtung zum kontinuierlichen Brennen von Ziegeln, Kalk und Gips darstellte. Die Klinkerrohlinge werden dazu einzeln im Hoffmannschen Ringofen aufgestapelt und nach dem 14-tägigen Brennvorgang per Hand wieder aus dem Ofen entnommen. Der besonders harte Brand bei bis zu 1200 °C ist der Garant für eine hohe Langlebigkeit durch Beständigkeit und die Ausstrahlung des Bauprojektes. Mauerwerke mit diesen Klinkern erfordern keinerlei Pflege und somit entstehen keine Folgekosten. Temperatur und Brenndauer im Hoffmannschen Ringofen entscheiden über Farbe und Eigenschaften des Endprodukts. Beim Patoka der CRH Clay Solutions ist das Ergebnis ein charakteristischer Farbton von Rot über Braun bis hin zu Blau und Violett. Da der AKA-Klinker der Glut des offenen Kohlefeuers während des Brennvorgangs ausgesetzt ist, kommt es zu Verfärbungen, Ansengungen und Anbackungen, die aus jedem gebrannten Klinker ein Unikat machen.

Architekt Vickers ist stolz auf das Endergebnis. Obwohl die Gestaltung einem funktionalen, einfachen und formalen Prinzip folgte, ist der Gesamteindruck alles andere als gewöhnlich. "Nicht zuletzt verleiht die Klinkerfassade dem Gebäude ein individuelles Gesicht", so der Architekt. "Weitere Besonderheiten gehen von den gegeneinander versetzten Eckfenstern im Obergeschoss aus, die einzigartige Blicke auf die Dünen und das Wattenmeer freigeben." Überhaupt spielt die Natur eine übergeordnete Rolle. Das spiegelt sich auch in den verwendeten Materialien und Baustoffen wider. Im Innenbereich dominieren weiße Wände und Decken, dunkle Fliesen sowie Eichendielen das Bild; außen sind es die langlebigen, widerstandsfähigen Fassadenklinker aus gebranntem Ton.

Die sieben Ostfriesischen Inseln stellen für viele Menschen ein beliebtes Urlaubsziel dar: Die frische Meeresbrise in Kombination mit der auf einigen Inseln durchgesetzten Autofreiheit sind ein Garant für Entspannung und Erholung. Aus diesem Grund mangelt es nicht an zahlreichen Hotels, Gasthäusern und Pensionen. Wer den Nordseeurlaub jedoch für sich entdeckt hat, wird immer wiederkommen wollen. Der Bau eines eigenen Ferienhauses ist daher eine lohnenswerte Investition. Dabei sollte sich die Integration der Immobilie in Harmonie mit der bestehenden Architektur sowie der Dünenlandschaft und dem Wattenmeer von selbst verstehen.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 18/2015.

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