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Know-how setzt sich durch

Innovationskraft als Aushängeschild

Von Jennifer Schüller

Friedrich Kahmann, Produktmanager bei Mücher (v. l.), Geschäftsführer Michael Paeffgen und René Bunsen, Technische Leitung bei Mücher, gewährten einen Einblick in die Produktion am Standort in Frechen.

Frechen. – Die Mücher Dichtungen GmbH & Co. KG mit Sitz im nordrhein-westfälischen Frechen stellt seit mehr als 60 Jahren Kupplungen und Dichtungen für alle Rohrwerkstoffe der drucklosen Abwassertechnik her. Bei einer Pressekonferenz nutzte der Geschäftsführer Michael Paeffgen die Gelegenheit, um über die Entwicklung des Unternehmens, die Marktveränderungen sowie einen Großauftrag der Messe München zu sprechen. Im Jahr 1955 als Hermann Mücher GmbH aus der Wiege gehoben, agiert das Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen heute als Mücher Dichtungen am Markt. Angeschlossen ist der Dichtungsspezialist als Gesellschafter an das amerikanische Familienunternehmen "Garret Plumbing", welches die Mehrheiten in der Hand hält. Neben dem Werk am Hauptsitz in Frechen, wo der Großteil der Produkte des Unternehmens hergestellt wird, existiert noch ein weiteres Werk im britischen Sheffield. Dort produziert das Mücher-Tochterunternehmen Mission Rubber Ltd. für den dortigen Markt.

Während sich Müchers Umsatz in den USA zu 80 % aus der Sparte Haustechnik generiert, liegt der Fokus in Deutschland und Frechen klar auf dem Tiefbau. Bis zu 90 % mache dieser Bereich aus, so Mücher-Geschäftsführer Michael Paeffgen. "Das Tiefbau-Geschäft bei Mücher ist in diesem Jahr weiter gewachsen. Das hat dazu geführt, dass wir das ganze Jahr über eine sehr gute Beschäftigungslage und hohe Auslieferungszahlen hatten." Auch in den Wintermonaten werde die Produktion ausgelastet sein. Insbesondere für den Bereich Reparatur/Sanierung sieht Paeffgen noch eine weitere Entwicklung nach oben. "Der Sanierungsbedarf im Tiefbau steigt hier zu Lande von Jahr zu Jahr; sowohl für die offene, als auch die geschlossene Sanierung." Doch auch wenn die Kernkompetenz im Tiefbau liege, entwickelten sich die nach und nach hinzugekommenen Sparten Industrie-, Gebäude- und Haustechnik durchaus positiv.

Da das Unternehmen bereits seit 62 Jahren Kupplungen und Dichtungen für alle Rohrwerkstoffe der drucklosen Abwassertechnik herstellt, habe man über Jahrzehnte hinweg nicht nur Expertise, sondern auch ein breites Sortiment entwickeln können, das nahezu für jede Anschlusssituation eine zuverlässige, dichte und normgerechte Verbindung biete. Das sei auch deshalb möglich gewesen, weil man stets eng mit den Rohrherstellern technisch zusammengearbeitet habe, wie Paeffgen betonte. Er sieht Mücher als "Problemlöser" für unterschiedliche Anbieter an. Immer dann, wenn zwei Rohre mit unterschiedlichen Außendurchmessern oder Werkstoffen – z. B. Steinzeug- oder Betonrohre – verbunden werden müssen, können Mücher Produkte zum Einsatz kommen. "Wir sind eine Art Zwischenmann und treten direkt mit den jeweiligen Baustellen in Kontakt", so der gelernte Wirtschaftsingenieur. "Bei uns muss jeder Mitarbeiter mit offenen Ohren und Augen durch den Tag gehen und versuchen eine Lösung für die jeweilige Situation zu finden. Wer einen Anruf von einer Baustelle entgegennimmt, bleibt dann auch der Ansprechpartner. Unser Service hebt uns von anderen ab."

Auf der Messebaustelle wurde die Kupplung Canada Plus MSC 212 zur Verbindung einer Regenwasserleitung aus Kunststoff DN 200 mit einer SML-Leitung eingesetzt.

Dabei spielt für Paeffgen auch der einfache Einbau der Mücher-Produkte auf der Baustelle eine wichtige Rolle. "Ein neu entwickeltes Produkt muss in wenigen Schritten einzubauen sein", so Paeffgen. Ein weiteres Entwicklungsziel sei die höchstmögliche Flexibilität bei den Anschlussvarianten. "Dem Anwender soll ermöglicht werden, eine Vielzahl an Rohrdimensionen und Rohrmaterialien anzuschließen. Das führt zu größeren Anwendungsmöglichkeiten und nicht zuletzt zu reduzierten Lagerbeständen beim Fachhandel. Bestes Beispiel ist unsere Genius-Multikupplung, die durch ihre einzigartige Konstruktion eine Vielzahl von Anwendungen zulässt."

Und gerade hier, in der Unmittelbarkeit, sieht Paeffgen eine besondere Stärke des Unternehmens: "Wir sind flexibel und können innerhalb Deutschlands von einem auf den anderen Tag liefern – egal welche Nennweite." Grundsätzlich werden am Hauptsitz in Frechen außen- und innenliegende Rohrdichtungen für den Tiefbau im Nennweitenbereich DN 110 bis DN 3600 sowie im Nennweitenbereich DN 32 bis DN 200 für den Bereich Sanitär- und Haustechnik gefertigt. Grundlage sind dabei die DIN- und EN-Normen; bereits seit 1993 ist das Qualitätsmanagement nach DIN EN ISO 9001, in dem alle Prozessabläufe und Überwachungsschritte beschrieben sind, der Leitfaden für Produktion, Entwicklung und Vertrieb bei Mücher. Wie flexibel man reagieren und für eine passende Lösung sorgen könne, habe sich kürzlich bei einem Auftrag der Messe München gezeigt.

Für die neuen Hallen C5 und C6 lieferte Mücher als Systemanbieter vom Dach bis zum Keller Kupplungen für die Spitzendverbindung der Rohre mit unterschiedlichen Nennweiten und aus verschiedenen Materialien. Mit dem Einbau der Kupplungen hat der Bauherr, die Messe München GmbH, die Caverion Deutschland GmbH beauftragt. In der Planung hatte man offenbar nicht darüber nachgedacht, wie die Übergänge zwischen den Rohren überbrückt werden sollten – Mücher fand eine Lösung. "Hier konnten wir wirklich glänzen, weil alle anderen aus den jeweiligen Bereichen keine Lösung hatten", sagte Paeffgen stolz.

Der Dachentwässerung dienen Dachabläufe aus Kunststoff, die mittels der Kupplung Canada Plus MSC 162 (Spannbereich 137–162 mm) mit den gusseisernen SML-Formstücken verbunden wurden. Die Übergangskupplung Canada Plus MSC komme immer dann zum Einsatz, wenn die Spitzenden von Rohren mit gleicher oder unterschiedlicher Nennweite und aus den unterschiedlichsten Materialien verbunden werden müssen, erläuterte Benjamin Reichenbach, Gebietsleiter bei Mücher. Im Fall der beiden neuen Messehallen kamen 50 der Kupplungen Canada Plus MSC 162 zum Einsatz.

Kupplungen jeder erdenklichen Nennweiten kann Mücher herstellen und, wenn nötig, von einem auf den anderen Tag auch direkt auf die Baustelle liefern.

Zur Qualität der Kupplungen tragen zum einen die Beständigkeit der Kautschuk-Elastomere und der hochwertige V2A-Edelstahl, alternativ V4A bei, zum anderen das von Mücher seit 2001 angewendete TOX-Verfahren, bei dem die Verbindung der Spanneinheit mit dem Scherband durch einen Stauch-Pressvorgang ohne Beschädigung der Oberfläche erreicht wird. Durch den Verzicht auf das übliche Schweißen der Edelstahl-Verbindungen kann es nicht mehr zu interkristalliner Korrosion kommen. Das Edelstahlgefüge bleibt deshalb intakt.

Unterhalb der Erdgeschossdecken dienen Übergangskupplungen Canada Plus MSC 275 der sicheren Verbindung der SML-Leitungen mit den KG Kunststoffrohren, die das Abwasser vom Gebäude nach außen führen. Für den Ausgleich der Außendurchmesser-Differenz von 24 mm lieferte Mücher individuell gefertigte Ausgleichsringe, die ab einer Differenz von 12 mm erforderlich sind. Für den Einsatz auf der Baustelle in München wurden die Ausgleichsringe unter Vorspannung produziert, wodurch eine erhöhte Dichtigkeit erreicht wird. Eingebaut wurden die Mücher-Kupplungen zwischen April und August 2017. Im Mai 2018 sollen die gesamten Arbeiten an den beiden Hallen abgeschlossen sein. Für die Zukunft rechnet Paeffgen damit, dass der Markt weiter wachsen wird. Im Tiefbau stünden dem Ausschreiber, Verleger und Fachhändler verschiedene Produktkonzepte zur Auswahl. Entscheidend sei neben dem Produkt aber vor allem der Service. "Professionelle Beratung, 100%-ige Lieferfähigkeit und bedarfsgerechte Logistikkonzepte sind der Schlüssel unseres Erfolges. Wir haben das in dem Mücher-Versprechen festgeschrieben", fasste es der Geschäftsführer zusammen. In Bezug auf Weiterentwicklungen wollte Paeffgen noch nicht allzu viel verraten, betonte jedoch, dass insbesondere der nachträgliche Anschluss an bestehende Rohrleitungen im Fokus stehe. "Mit unseren Neuentwicklungen wollen wir dazu beitragen, dass möglichst wenige Einbauschritte notwendig sind und eine hohe Flexibilität beim Anschluss der Rohrleitung realisiert werden kann."

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