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Komatsu Germany GmbH

Immer mehr Zuspruch für intelligente Maschinentechnik

Marco Maschke, Leiter des Deutschlandbüros von Komatsu: "Hier am Standort in Hannover freuen wir uns ganz besonders darüber, dass wir im nunmehr vierten Jahr in Folge steigende Produktionszahlen verzeichnen."

Das Digitalisierungsgebot hat am Bau aktuell Hochkonjunktur.Mit seiner "intelligenten Maschinentechnik" gehört der Baumaschinenkonzern Komatsu zu den Vorreitern dieser Entwicklung. Über dieses Thema und andere aktuell brisante Themender Unternehmensentwicklung sprach ABZ-ChefredakteurRobert Bachmann in Hannover mit Marco Maschke, Leiter des Deutschlandbüros von Komatsu.

ABZ: Herr Maschke, die deutsche Bauindustrie hat ein überaus erfolgreiches Jahr hinter sich. Wie beurteilen Sie die Geschäftsentwicklung im vergangenen Jahr für Ihr Unternehmen?

Maschke: In der Tat war 2017 für Komatsu auf den gesamtdeutschen Markt bezogen ein sehr positives Jahr, was sich u. a. darin ausdrückt, dass wir unsere Absätze weiter steigern konnten. Hier am Standort in Hannover freuen wir uns ganz besonders darüber, dass wir im nunmehr vierten Jahr in Folge steigende Produktionszahlen verzeichnen. Das hat dazu geführt, dass wir im vergangenen Jahr 50 neue Mitarbeiter einstellen konnten.

ABZ: Auch für 2018 sind die Prognosen grundlegend positiv. Mit welchen Erwartungen gehen Sie ins neue Jahr?

Maschke: Auch für 2018 haben wir positive Erwartungen. Wir müssen dabei na-türlich beachten, dass wir uns nicht erst seit dem vergangenen Jahr auf einem ab-soluten Rekordhoch befinden. Der bisherige Rekord vor der Bankenkrise mit ei- ner Nachfrage bei Baumaschinen von etwa 30 000 Einheiten 2007 wurde in Deutschland bereits 2016 wieder eingestellt. Wenn wir uns auf diesem hohen Niveau jetzt etwas konsolidieren, dann ist das aus meiner Sicht für alle ein sehr gutes Signal.

Im Grunde deuten alle ökonomischen Faktoren darauf hin, dass es ein weiteres Rekordjahr geben könnte. Es gibt jedoch einen wesentlichen limitierenden Faktor: den Fachkräftemangel. Und das nicht nur in der Produktion, sondern auch auf der Baustelle und nicht zuletzt auch in der öffentlichen Verwaltung. Vor allem Letzteres ist ein Thema, dass unsere Kunden derzeit sehr beschäftigt. Die Mittel sind da, es fehlt jedoch an Kapazitäten, diese auch zu verplanen.

ABZ: Wie sehr beschäftigt Sie das The-ma Fachkräfte?

Maschke: Wir haben den Vorteil, dass es sich bei unseren Produktionsstandorten in Deutschland – Düsseldorf und Hannover – um recht attraktive Städte handelt. Insbesondere hier in Hannover profitieren wir davon, dass der Standort schon immer sehr industriell geprägt war. Entsprechend ist unser Problem, Fachkräfte anzuziehen, nicht besonders groß. Das bedeutet aber nicht, dass wir uns einfach zurücklehnen. Wir legen großen Wert auf das Thema Ausbildung. Auch, weil wir festgestellt haben, dass Baumaschinen für viele junge Menschen nicht mehr so attraktiv sind wie noch vor 20 oder 30 Jahren. Junge Menschen fühlen sich heute zunehmend von neuen Technologien angezogen. Auch das können wir bieten. Dafür müssen wir jedoch gezielt das Interesse und die Aufmerksamkeit wecken, in dem wir vermehrt in die Schulen, auf Berufsmessen etc. gehen.

ABZ: Inwiefern hat sich die aktuell hohe Nachfrage in Ihrer Produktionsauslastung bemerkbar gemacht?

Maschke: Diesbezüglich sind wir bei Komatsu in der glücklichen Lage, dass wir unsere Kernkomponenten selber fertigen und nicht überwiegend auf Zulieferer angewiesen sind. Sollten wir tatsächlich Fertigungsengpässe haben, können wir darüber hinaus immer auf unser Mutterwerk in Japan zurückgreifen. Bisher brauchen wir das jedoch nicht.

ABZ: Welchen Stellenwert hat der deutsche Markt unter diesen hervorragenden Rahmenbedingungen für den Gesamtkonzern Komatsu?

Maschke: Natürlich ist der hiesige Markt v. a. in den letzten Jahren enorm gewachsen und steht innerhalb Europas ganz klar im Fokus der Konzernzentrale. Schon deshalb, da Deutschland das erste und einzige Land gewesen ist, dass sich sehr schnell und vollumfänglich von der Bankenkrise erholt hat. Erfreulicherweise sind aber auch die anderen Märkte in Europa wieder stark gewachsen, weshalb die Bedeutung Deutschlands für den Gesamtkonzern in Relation nahezu gleich geblieben ist.

Was man in jedem Fall sagen kann: Wir sind zwar ein japanischer Baumaschinenkonzern, es gibt bei Komatsu jedoch ein ganz klares Bekenntnis zum Standort Deutschland. Wir haben hierzulande drei Produktionsstandorte mit über 1500 Mitarbeitern. Jedes Werk verfügt dabei über eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung sowie eine sehr hohe Fertigungstiefe. Was den Umsatz sowie die Anzahl der Mitarbeiter betrifft, können wir mit Fug und Recht behaupten, aktuell der größte Baumaschinenhersteller Deutschlands zu sein.

ABZ: Wie sieht das im Rest Europas aus?

Maschke: Wir beobachten derzeit, dass einige internationale Hersteller sich aus Gründen, die wir nicht nachvollziehen können, aus dem europäischen Markt verabschieden. Für uns gilt das nicht. Wir investieren weiterhin in Europa und haben jüngst mit der Übernahme von Joy Global, dem weltweit größten Anbieter von Mining- und Großbaumaschinen, erst wieder einen weiteren Produktionsstandort in Europa dazugewonnen. Das sind zwar nicht die Maschinen, die für den deutschen Markt besonders relevant sind, dennoch lässt sich daran ein für uns wichtiger Punkt ablesen: Das ganz klare Bekenntnis zu den Produktbereichen Mining- und Baumaschinen. Wir sind nach wie vor ein Hersteller, der sich ausschließlich auf diese Bereiche konzentriert und nicht in irgendwelche Nebengeschäfte investiert. Das ist für uns sowie unsere Kunden extrem wichtig.

ABZ: Was werden für Komatsu in Deutschland die maßgeblichen Schwerpunktthemen in 2018 sein?

Maschke: Ein ganz großes Thema wird auch 2018 weiterhin die sogenannte intelligente Maschinentechnik sein. Wir waren ja der erste Hersteller, der eine Maschine mit komplett integrierter intelligenter Maschinentechnik auf den Markt gebracht hat. Dieses Geschäft werden wir weiter ausbauen.

Auch dieses Thema ist eng mit dem Fachkräftemangel verknüpft. Wir sehen aktuell, dass viele erfahrene Fahrer das Rentenalter erreichen. Die jungen Leute, die nachkommen, sind eher daran gewöhnt, mit dem Joystick zu arbeiten und generell offener für neue Technologien. Wir haben vor diesem Hintergrund einen enormen Zuspruch für unsere "i-Technologie" erfahren. Als wir diese Maschinen zu Beginn vorgestellt hatten, kam das größte Interesse noch von den großen Straßenbauunternehmen. Mittlerweile zeigen sich aber auch kleinere und Kleinstunternehmen an dieser Technologie interessiert.

ABZ: Wie viele intelligente Maschinen sind weltweit bereits im Einsatz und wie viele davon arbeiten in Deutschland?

Maschke: In Europa sind aktuell weit über 500 Maschinen dieses Typs im Einsatz – darunter deutlich mehr Planierraupen als Bagger. Bei Letzterem sehen wir, dass wir dem Trend, der vor allem aus den skandinavischen Ländern kommt, in Zentraleuropa etwas hinterherhängen. In Deutschland sind es etwa 200 Maschinen, global haben wir bereits über 4000 Einheiten verkauft.

Blick in die Produktion am Standort Hannover.

ABZ: Hat dieses Thema durch die aktuell sehr präsente Digitalisierungsdebatte am Bau einen spürbaren Auftrieb bekommen?

Maschke: Diese Diskussion hat uns vor allem die zentralen Herausforderungen der Digitalisierung deutlich gemacht. Das ist in erster Linie die Vereinheitlichung von Standards zwischen den einzelnen Maschinenherstellern. Hier ist Komatsu global bereits vorgeprescht und hat ein Projekt gestartet, das international noch von großer Bedeutung sein wird. Hier sind wir jedoch, vor allem in Europa, noch in den Kinderschuhen.

Die Themen Digitalisierung sowie Industrie 4.0 treiben generell sowohl uns als auch unsere Kunden momentan sehr stark um.

Auf dem kommenden VDBUM-Großseminar werden diese Schwerpunkte daher auch im Zentrum stehen. Als einer der diesjährigen Schwerpunktpartner werden auch wir uns in Willingen explizit in diese Diskussion einbringen.

ABZ: Was sind die nächsten Schritte in der Digitalisierungsstrategie von Komatsu?

Maschke: Aktuell werden viele Möglichkeiten der Digitalisierung bei Komatsu ausgelotet und diskutiert. Dabei geht esu. a. um die Digitalisierung der gesamten Baustelle, nicht nur der einzelnen Maschi-ne. Einen kleinen Einblick gab es bereits auf der letzten CeBit in Hannover, wo wir uns mit unserer i-Technologie an einem eigenen Stand vorstellen konnten. Dort haben wir auch den einen oder anderen Ausblick in die Zukunft gegeben, genaueres können wir zum jetzigen Zeitpunkt jedoch noch nicht sagen.

Fakt ist, dass wir mit dem vorhandenen Produktportfolio nicht stehen bleiben werden, sondern kontinuierlich weiterentwickeln, weil die Nachfrage einfach da ist.

ABZ: Welche Themen und/oder Produkte stehen für Sie 2018 sonst im Fokus?

Maschke: Wir werden dieses Jahr ein großes Augenmerk u. a. auf die Hybridtechnologie legen. Wir waren der erste Hersteller, der in diese Technologie investiert hat. Mittlerweile haben wir knapp 20 Jahre Erfahrung in diesem Bereich. Diesen Zeitraum braucht es mitunter auch, um das nötige Know-how zu entwickeln, wie man eine solche Technologie richtig baut. Vor über zehn Jahren haben wir die ersten Maschinen dieser Art auf den Markt gebracht. Diese haben nun über 10 Mio. Bh akkumuliert. Und auch für Kunden, die nach wie vor Ressentiments gegenüber Hybridmaschinen haben, bieten wir eine Gewährleistung von fünf Jahren oder10 000 Bh auf alle Hybridkomponenten. Tatsächlich laufen diese Maschinen jedoch sehr zufriedenstellend und wir haben keine eklatanten Ausfälle zu beklagen. Ähnlich wie bei den i-Maschinen haben wir weltweit etwa 4000 Hybridmaschinen im Einsatz und davon weit über 500 in Europa sowie etwa 100 in Deutschland. Einen besonders großen Anteil daran hat das Gerät, dass wir auf der bauma 2016 vorgestellt haben, der Hybridbagger in der 36-t-Klasse.

Daneben werden wir natürlich auch unser Standardprogramm nicht vernach-lässigen. Speziell, was unsere Produk-tion hier in Hannover betrifft, wovon etwa 50 % in den deutschen Markt geht, werden wir in diesem Jahr einige Neuheiten präsentieren: U. a. werden wir einen Stage IV-final-konformen Mobilbagger präsentieren. Darüber hinaus werden wir die Produktpalette im Radladerbereich um den WA480 ergänzen, einen5-m³-Radlader, der sich besonders für die Rückverladung eignet. Das Gerät wurde in der Vergangenheit sehr stark nachgefragt, weshalb wir diese Maschine Mitte des Jahres wieder auf den Markt bringen werden.

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