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Kombination von Holz und Beton

Hybridbauweise ermöglicht große Gebäude

Beton trifft Holz: Montage einer massiven DX-Fertigteildecke.

Schlüsselfeld (ABZ). – Holz und Beton sind Baumaterialien, die selten in einem Atemzug genannt werden. Sie rufen konträre Vorstellungen hervor: Beton steht für große, eher moderne Immobilien. Holz dagegen gilt als Inbegriff von Wärme und Behaglichkeit. Nach Einschätzung von Christof Wirth, Prokurist der Dennert Baustoffwelt, beginnt sich die Welt in diesem Punkt zu wandeln: "Die Zeit ist reif für den Hybridbau", lautet seine Einschätzung. Wände aus Holz in Kombination mit Betondecken eröffnen gerade im Objektbau ganz neue Möglichkeiten und setzen einen Trend fort, der seit den 60er-Jahren immer mehr an Fahrt aufnimmt.

Blick zurück: Bauen mit Holz war nach 1945 für lange Zeit kein Thema unter Bauherren und Architekten. Zu deutlich hatten sie die brennenden Städte des Zweiten Weltkriegs vor Augen. Beton dagegen erweist sich als vergleichsweise immun gegen Flammen, der leicht zu verarbeitende Baustoff hatte in den Wirtschaftswunderjahren Konjunktur. Erst in den 60er-Jahren begann allmählich die Rückbesinnung auf den nachwachsenden Baustoff Holz.

Die Umweltbewegung der 80er-Jahre verschaffte dieser Entwicklung noch mehr Rückenwind. Inzwischen boomt das Bauen mit Holz – und das nicht nur im Einfamilienhaus-Bereich. Der Holzskelett- und Rahmenbau lässt Gebäude in einer Größe entstehen, an die mit diesem Material lange Zeit nicht zu denken war. Da die Innenwände bei dieser Bauweise keine tragende Funktion einnehmen, lassen sich Grundrisse flexibel realisieren. "So dringt Holz heute in Bereiche vor, die bisher dem Betonfertigbau vorbehalten waren", bilanzierte Tobias Götz, Geschäftsführer der Pirmin Jung Deutschland GmbH, im April bei einem Fachkongress von Dennert zum Thema Hybridbau.

Gebäude mit Holzwänden und Betondecken nutzen die spezifischen Vorteile beider Baustoffe: So lassen DX-Decken größere Spannweiten und Geschosshöhen zu, als das bei Holz allein der Fall wäre. Sie sind belastbarer, weisen bessere Werte im Schwingungsverhalten und beim Lärmschutz auf. Mit der Feuerwiderstandsklasse REI 90 sind Betondecken so gut wie resistent gegen Flammen. Unterm Strich wiegen sie weniger als vergleichbare Ausführungen in Holz, die mit Schalldämmung und Brandschutz ausgestattet sind.

Inzwischen sind standardisierte Häuser mit bis zu sieben Geschossen und verschiedenen Grundriss-Varianten auf dem Markt, die alle erdenklichen Nutzungsformen zulassen – vom Mehrfamilienhaus über das Büro- und Geschäftshaus bis hin zur Seniorenresidenz. Erste große Projekte im Hybridbau sind bereits Realität. So steht in Hanau das derzeit höchste Hybrid-Mehrfamilienhaus mit sieben Geschossflächen, ein fünfgeschossiges Gebäude ist in Erlangen zu finden. Ein Beispiel für ein Büro- und Geschäftshaus ist das Leuchtturmprojekt H7 am Stadthafen von Münster. In London wollen die Planer noch höher hinaus: Dort wird gerade ein ca. 300 m hohes Gebäude konzipiert. Vorgesehen ist eine Nutzfläche von 6750 m² mit 50 Wohneinheiten und mehr als 1000 m² Gewerbefläche.

Als Marktführer bei Fertigdecken im Betonbereich hat Dennert bereits auf die besonderen Anforderungen im Holzbau reagiert. Das Unternehmen im oberfränkischen Schlüsselfeld hat eine leichte Version der Betondecke entwickelt. Sie verfügt über eigens entwickelte statische Verbindungen zur Holzaußenwand und lässt sich trocken verbauen. Bei Bedarf gewährleisten Leitungssysteme eine kontrollierte Be- und Entlüftung, bei Heiz-Kühl-Decken sorgt ein werkseitig in die Decken integriertes Rohrnetz, durch das warmes bzw. kühles Wasser fließt, für die richtige Raumtemperatur, einen niedrigen Verbrauch und machen Klimaanlagen überflüssig. Für Wirth bilden Holz und Beton ein unschlagbares Doppel, wenn es um die Zukunft des Bauens geht. Das Unternehmen plant für 2019 wieder einen Fachkongress zu diesem Thema.

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