Kommentar

Alles auf Akku

von: Kai-Werner Fajga
Volvo tut es, Hilti tut es, Wacker Neuson tut es – alle setzen auf wiederaufladbare Batterien als Energieträger für Maschinen und Geräte. Die obere Grenze des derzeit machbaren demonstrierte Baumaschinenhersteller Volvo jüngst mit einem rein elektrisch betreibbaren Bagger der 20-Tonnen-Klasse.

Keine Frage, Emissionen reduzieren ist das Gebot der Zeit, Hersteller haben das verstanden. Auf der bauma werden reichlich viele neue Produkten und Lösungen zu sehen sein. Allerdings ist das Interesse im Markt nach solchen Maschinen noch verschwindend gering, gleich ob Bagger oder Mini-Dumper. Wenn ein Hersteller mehr als fünf Prozent seines Portfolios als "rein elektrisch" verkauft, dann ist das schon eine Ausnahme. Wobei aktuell die Faustregel gilt: Je mehr Leistung gefordert ist, desto weniger wird verkauft. Und das liegt vor allem daran, dass es auf Baustellen in der Regel keinen Stromanschluss gibt. Und selbst wenn, wird dieser nicht ausreichen um Energie-hungrige Großgeräte über Nacht wieder aufzuladen.

Falls die Regierung es schaffen sollte, das selbst gesteckte Ziel von Schnelladestationen flächendeckendend in Deutschland einzurichten, wäre zumindest ein kleiner Schritt getan. Trotzdem bleibt die Frage: Wie kommt der Strom auf die Baustelle? Wer diese Frage beantworten und eine (emissionsfreie) Lösung zur Verfügung stellen kann, dem gehört die Zukunft! Ein mit Biosdiesel betriebener Stromgenerator wäre da sicherlich eher das letzte Mittel der Wahl. Auch fahrbare Energiespeicher oder randvoll mit Austausch-Zellen gepackte Container scheinen keine Alternative zu sein, denn auch die müssten ja auch hin- und her transportiert werden.

Verständlich ist vor diesem Hintergrund, dass Hersteller von größeren Maschinen parallel an Wasserstoff-betriebenen Konzepten forschen. Allerdings würde sich mancher Hersteller auch über mehr politische Hilfestellung freuen. Ab 2035 soll der Verkauf von Pkw mit Verbrennungsmotoren verboten werden – warum gehen Politik und Verwaltungen nicht auch im Bausektor mit gutem Beispiel voran, und vergeben Bauaufträge in Städten oder Ballungsräumen künftig nur noch an "Null-Emissions-Bauunternehmen" statt an die billigsten Anbieter?

Es stellt sich auch die Frage, ob die öffentliche Hand nicht selbst verpflichtet müsste, Stromanschlüsse für Baustellen zur Verfügung zu stellen? Denn letztlich liegen die Verantwortung und Hoheit für jegliche Infrastrukturplanung dort.

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