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Kommentar

Auf geht's

Robert Bachmann

Auf ein rauschendes Fest folgt nicht selten Katerstimmung. Für das Bauwesen gilt das im neuen Jahr erfreulicher Weise nicht. In den "Bauaussichten", für die wir traditionsgemäß wieder führende Vertreter von Verbänden und Wirtschaft um einen Ausblick für das kommende Jahr gebeten haben, äußerten sich nahezu alle Beteiligten positiv.

Mit Ausnahme einzelner Teilbereiche wie den Dachziegelproduzenten oder dem Industriegerüstbau konnten fast alle Bauunternehmen und Hersteller der Industrie im vergangenen Jahr vom allgemeinen konjunkturellen Aufschwung, dem endlich in Gang gesetzten Investitionshochlauf sowie dem damit ausgelösten Bauboom profitieren. Besonders erfreulich: Bislang sehen die Vertreter der Branche keine Anzeichen dafür, dass die positive Entwicklung in absehbarer Zeit einbrechen könnte.

Dass angesichts der guten Rahmenbedingungen keine wirkliche Euphorie ausbrechen mag, ist vor allem einer Problematik geschuldet – dem Fach- und Nachwuchskräftemangel. Der Hinweis auf einen dringlichen Handlungsbedarf in diesem Bereich findet sich in ausnahmslos jedem Statement. Zwar ist das Problem nicht neu, es wird aber gerade im Kontext voller Auftragsbücher und mannigfach zu planender Projekte immer deutlicher und schwerwiegender.

In vielen Ausblicksbeiträgen kommt der Fachkräftemangel noch vor dem Thema Digitalisierung, dem gefühlt dominantesten Schlagwort im Bau-Diskurs der jüngeren Vergangenheit. In beiden Fällen geht es darum, einen Zugang zu finden – einen Zugang zu neuen Arbeitsweisen sowie einen Zugang zu potenziellen Arbeitskräften. Während die Technologie jedoch bereitwillig auf seine Anwender wartet, müssen Arbeitskräfte heute hart erkämpft werden.

Der Kulturwandel am Bau, den diese beiden großen Herausforderungen unserer Zeit einfordern, wird eines der zentralen Schwerpunktthemen dieses sowie der kommenden Jahre werden – für Sie in der unmittelbarenPraxis und damit auch für uns in der redaktionellen Begleitung des Baugeschehens. 2018 wird ein spannendes Jahr, auf das wir uns gemeinsam mit Ihnen freuen.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 01/2018.

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