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Kommentar

Das große Beben

Kai-Werner Fajga

In Kürze finden die Bundestagswahlen 2021 statt und nach diversen Triells und großen und kleinen Kommunikationskatastrophen scheint sich ein politisches Beben anzudeuten. Denn der Kanzlerkandidat der SPD führt in stoischer Ruhe alle aktuellen Umfragen an. Ein Ding, das vor vier, fünf Monaten noch undenkbar erschien, denn seinerzeit führte der Kandidat der CDU in ebenso stoischer Ruhe alle Umfragen an, während für die SPD schon kompletter Untergang gemutmaßt wurde. Auch das schnelle Auf und Ab der Kandidatin der Grünen in der Gunst der Wähler kann offensichtlich nichts mehr am Wahlausgang ändern – oder?

Das große Beben in der Baubranche bleibt 2021 aus, und 2022 wahrscheinlich auch. Stattdessen wird kräftig gearbeitet, gewuppt und malocht – und zwar mehr als in jeder anderen Berufssparte. Wie die IG BAU unlängst feststellte, ist das Arbeitspensum in der Baubranche im Schnitt 10,4 Prozent höher als bei Beschäftigten in allen anderen Berufen. Die körperliche Belastung ist höher und die Lebenserwartung entsprechend geringer, so der Verband.

Nach dem aktuellen Arbeitsmarkt-Monitor des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts werden auf dem Bau sogar 188 Stunden pro Kopf im Jahr mehr gearbeitet als im öffentlichen Dienst, dem Gesundheitssektor oder dem Erziehungsbereich.

Die IG Bau verbindet diese Erkenntnisse mit einer Forderung nach höherer Rente und einer kompletten Rentenreform. Es müsse Schluss sein mit geringerer Rente bei gleichzeitig geringerer Lebenserwartung. Freilich wird diese Forderung an die neue Regierung gestellt – und die ist noch nicht gewählt. Bleibt zu hoffen, dass die dann gewählten Politiker sich diesmal nach der Wahl noch an ihre Versprechen vor der Wahl erinnern.

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