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Kommentar

Den Dampf nicht ablassen

Robert Bachmann

Die deutsche Baukonjunktur bleibt weiterhin auf Wachstumskurs. So lautet das erfreuliche Fazit, welches Marcus Nachbauer,Vorsitzender der Bundesvereinigung Bauwirtschaft (BVB), in dieser Woche auf der Jahrespressekonferenz seines Verbandes zog. Erfreulich ist diese Botschaft deshalb, weil das Stimmungsbild in der deutschen Wirtschaft aktuell keineswegs einheitlich positiv ausfällt. Zwar haben auch die Wirtschaftsweisen jüngst deutlich gemacht, dass es mittelfristig keine "tiefgehende" Rezession in Deutschland geben werde, jedoch mehren sich – je nach Wirtschaftssegment – Stimmen, die ein deutliches Ausrufezeichen hinter das Wort Abschwung setzen. Insbesondere im Maschinen- und Anlagenbau sowie vor allem bei den Zulieferern der Fahrzeugbauer hält sich der Optimismus in Grenzen.

Nicht so in der Bauwirtschaft. Für das Baujahr 2019 rechnet der BVB derzeit mit einem Umsatzwachstum von 5 Prozent, für das kommende Jahr immerhin noch mit 4,2 Prozent. Alles gut also? Jein: Auch am Bau machen sich Unsicherheiten breit. Insbesondere das von der Bundesregierung beschlossene Klimapaket und die damit verbundenen Mehrbelastungen für mittelständische Betriebe treiben die Bauwelt derzeit um.

Kein Grund natürlich, eine Krise herbeizureden, wo keine ist. Grund genug jedoch, jetzt Rahmenbedingungen zu schaffen, unter denen die Konjunkturlokomotive Bau nachhaltig unter Dampf gehalten werden kann. Dazu bedarf es einer spürbaren Entlastung des Mittelstandes, die über die von Wirtschaftsminister Altmaier in Aussicht gestellten Maßnahmen hinaus geht und den Betrieben damit erlaubt, in klimafreundliche Technologien, Digitalisierung und Personalausbau, also ihre Zukunftsfähigkeit zu investieren.

Statt die mittelständische Bauwirtschaft für klimapolitischen Aktivismus lediglich blechen zu lassen, wäre es sinnvoll, sie mit ökonomischem Sachverstand in die Erreichung der Klimaziele miteinzubeziehen. Die geplante steuerliche Förderung der energetischen Gebäudesanierung zeigt, wie das gehen kann. Diese zügig umzusetzen, wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung.

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