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Kommentar

Die Bahn ist am Zug

Robert Bachmann

Für die Deutsche Bahn beginnt das Jahr vielversprechend. Nicht nur hat sie das Weihnachtsgeschäft mitsamt dem erhöhten Reiseaufkommen in diesen Tagen weitestgehend unbeschadet überstanden (86 Prozent der Züge fuhren nach Angaben der Bahn pünktlich). Auch haben der Bund und der DB-Vorstand nun jüngst die sogenannte Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung III (kurz LuFV III) offiziell unterzeichnet. Damit verpflichten sich Politik und Bahn zu insgesamt 86 Milliarden Euro, die bis zum Jahr 2030 in den Erhalt, die Modernisierung und den Ausbau der Schieneninfrastruktur in Deutschland investiert werden sollen.

Ein starkes Signal auch in Richtung der Bauunternehmen, die diese Aufgabe in den kommenden zehn Jahren mit schultern werden. Die Branchenverbände zeigen sich entsprechend begeistert. Nicht zuletzt weil derart gesicherte Investitionsperspektiven ausschlaggebend dafür sind, ob die Unternehmen ihre Personalbestände langfristig ausbauen. Nur einer von vielen Gründen, weshalb die LuFV III als richtiger und wichtiger Schritt hin zu einem nachhaltigen Infrastrukturausbau begrüßt werden kann. Jetzt muss sich jedoch zeigen, ob die Bahn auch in der Lage ist, die gewaltige Summe, die ihr zugesichert wurde, sinnvoll zu verbauen.

Im Wohnungsbau hat sich zuletzt eindrucksvoll gezeigt, dass Geld allein keine Zielvorgaben erfüllt. Die Bahn gilt als schwieriger Auftraggeber und nach wie vor können die Bauunternehmen wohl nicht über mangelnde Aufträge klagen. Nicht ohne Grund werden wir die Bahn in Zukunft häufiger auf Branchenveranstaltungen antreffen. Der Dialog mit der Bauindustrie ist jetzt dringend gefordert. Vor allem aber ist die Bahn nun aufgefordert, ihre internen Organisationsmängel in den Griff zu bekommen. Der DB-Vorstand muss zeigen, dass er mit der immensen Geldspritze auch umzugehen weiß. Millionen Steuerzahler und leidgeplagte Zugreisende werden es ihm danken.

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