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Kommentar

Die Spannung steigt

Robert Bachmann

Die bauma gilt traditionell als Trendbarometer der Bauindustrie, insbesondere der Baumaschinenwelt. Und das nicht ohne Grund. Denn wer auf der für ihre Gigantomanie bekannten XXL-Messe wahrgenommen werden möchte, der muss aktuelle Trends bedienen und Innovationen im Gepäck haben. Nicht wenige Hersteller richten ihre Entwicklungszyklen mitunter bewusst an dieser für die Industrie so wichtigen Plattform aus. Auch 2019 wird das nicht anders sein. So viel lässt sich nach dem Besuch des bauma Mediendialogs, einer Art Vorpressekonferenz zur Messe im Speeddatingformat, bereits sagen. Etwas mehr als 230 Aussteller hatten sich dafür in der vergangenen Woche auf dem Messegelände in München eingefunden und gaben den Vertretern der internationalen Fachpresse vorab einen Einblick in die Schwerpunkte ihrer anstehenden Messepräsentation. Neben der Digitalisierung in ihren mannigfaltigen Erscheinungsformen steht dabei ein Thema klar im Fokus: alternative Antriebstechnologien.

Kürzlich überraschte etwa Volvo CE mit der Ansage, in Teilenseines Kompaktmaschinenprogramms künftig komplett auf die Weiterentwicklung der Dieseltechnologie zu verzichten und auf rein elektromobile Lösungen zu setzen. Auf der bauma sollen nun die ersten Vorserienmodelle mit E-Antrieb präsentiert werden. Ähnliche Ansätze finden sich mittlerweile bei fast allen Herstellern kompakter Baumaschinen. Auch die Hybridtechnologie wird wieder stärker forciert, insbesondere wenn es um Leistungsklassen geht, in denen rein elektrische Antriebslösungen kaum umsetzbar sind. An anderer Stelle, u. a. bei den Verdichtungsspezialisten von Bomag oder dem Nutzfahrzeughersteller Iveco, wird sich künftig mit Gas fortbewegt. Selbst über die Brennstoffzelle wird an der ein oder anderen Stelle nachgedacht, wenngleich diese im aktuellen Stadium ihrer Entwicklung noch keine realistische Option für die Baumaschine darstellt.

Wirklich überraschend sind diese Themen für sich genommen nicht. Neu ist hingegen, wie ernsthaft und differenziert sich die Herstellerindustrie mittlerweile diesen Themen annimmt. Die Zeit der Lippenbekenntnisse und schwammigen Konzeptstudien scheint vorbei. Auf der bauma werden wir zahlreiche marktreife Maschinen sehen, die dem Wandel des öffentlichen Umweltbewusstseins der letzten Jahre entsprechen. Statt sich jedoch blind nur in der Akku-basierten E-Mobilität zu verrennen, werden je nach Anwendung und Maschinentyp verschiedene Ansätze und Möglichkeiten für einen grünen Reifen- bzw. Kettenabdruck verfolgt.

Auf die Besucher der bauma warten wahrlich elektrisierende Neuheiten. Nur noch wenige Wochen, die Spannung steigt.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 06/2019.

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