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Kommentar

Durch die Hintertür

Kai-Werner Fajga

Die neue Bunderegierung ist zwar noch nicht im Amt, doch der Verband Allianz pro Schiene hat vorab pauschal schon einmal seine Forderung bekräftigt, dass die neue Regierung "anspruchsvollere Ziele bei der Verlagerung von Gütern auf die Schiene" verfolgen solle. Die Regierung habe sich als Ziel einen Anteil von 25 Prozent gesetzt, in der Realität stagniere dieser jedoch bei 19 Prozent.

Erst im Mai 2021 hatten Deutsche Post, DHL und die Deutsche Bahn ein Konzept vorgestellt, nachdem künftig mehr Pakete per Bahn statt per Lkw befördert werden sollen. Bei DHL hat der Pakettransport per Schiene derzeit einen Anteil von 2 Prozent an der Paketbeförderung, in Zukunft soll dieser Anteil auf 6 Prozent erhöht werden. Bei der Post gebe es aktuell 20 Verbindungen im Schienengüterverkehr, der Paketwettbewerb verzichtet auf den Transport per Bahn.

Die Post betreibt nach eigenen Angaben 32 Paketzentren in Deutschland, der Paketdienst Hermes 6, DPD 75 Depots und GLS 60 Depots. Was die Mehrzahl der Depots und Verteilzentren der Versender eint, ist, dass sie meist "auf der grünen Wiese" in Autobahnnähe errichtet wurden und nicht über Gleisanaschlüsse verfügen. Auch wenn die Post nun ankündigte, ausgewählte Paketzentren mit Gleisanschlüssen ausstatten zu wollen, werden das absolute Ausnahmen bleiben.

Der nicht abschätzbare Aufwand, in bestehenden Industriegebieten neue Gleisanschlüsse nachrüsten zu wollen, wird nicht nur bei Experten für Kopfschütteln sorgen. Die Allianz pro Schiene schlägt daher vor, dass neue Logistikstandorte nur mit Gleisanschluss und Umschlagmöglichkeit auf die Schiene geplant und genehmigt werden sollten. Ein hehres Ansinnen, das das bestehende Lkw-Paketbeförderungsproblem allerdings auch nicht lösen kann.

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