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Kommentar

Entlastung

Robert Bachmann

Die fetten Jahre sind vorbei. Das zumindest ist der Eindruck, der sich angesichts aktueller Konjunkturprognosen zunehmend aufdrängt. Nach den Rekorden der vergangenen Jahre werden wieder vermehrt "dunkle Wolken" gesichtet. Insbesondere in den Wirtschaftsnachrichten: Zuletzt warnte die KfW-Bank in einer aktuellen Studie vor einer "spürbaren Eintrübung" der Aussichten für den deutschen Mittelstand. Zeit zu handeln, also. Aber wie?

Wie so oft gilt es, die Sachlage nüchtern zu betrachten. Auch die aktuelle KfW-Studie zeigt, dass der Mittelstand, und insbesondere das Baugewerbe (+8 Prozent Umsatzsteigerung im Jahr 2018), im Grunde positiv in die Zukunft blicken. Wenn die teils atemberaubende Dynamik bei der Umsatzentwicklung, dem Beschäftigungsausbau und den Investitionen der vergangenen Jahre nun auf einem sehr hohen Niveau abflacht, muss noch lange keine Rezession befürchtet werden. Gerade die Bauwirtschaft wird mit den immensen Herausforderungen im Wohnungs- und im Infrastrukturbau noch einige Zeit gut beschäftigt sein.

Sollte sich der teils stark erhitzte Markt nun etwas abkühlen, böte das auch Chancen. Beispielsweise, sich innerbetrieblichen Aufgaben zu widmen, die in der bisherigen Auftragsflut untergegangen sind. Dazu gehören die geradezu inflationär oft beschworene, aber dennoch immens wichtige Digitalisierung sowie das Thema Fachkräftesicherung.

Damit sich kleine und mittelständische Unternehmen jetzt richtig für die Zukunft aufstellen können, bedarf es jedoch einer umfassenden Entlastung seitens der Politik. Selbst in der aktuellen Hochkonjunktur drücken steigende Steuern, immer höhere Rohstoffpreise und die zunehmende Auflagenflut im Bereich Umwelt- und Klimaschutz auf die Geschäfte im Baugewerbe. Der Kuschelkurs, den Wirtschaftsminister Peter Altmaier in Form von Steuersenkungen und Bürokratieentlastungsgesetz III jüngst in Richtung des Mittelstandes einschlug, wäre vor diesem Hintergrund eine willkommene, wenn auch längst überfällige, Geste. Ob er diesen jedoch gegen den Protest des Oppositionspartners SPD und der Grünen durchboxen kann, bleibt abzuwarten.

Gerade im Kontext der aktuellen Anstrengungen im Bereich Klimaschutz wäre die Bundesregierung gut beraten, den Mittelstand und seine Zukunftsfähigkeit im Blick zu behalten, statt das Rückgrat des Wirtschaftsstandorts Deutschland durch zusätzliche Auflagen, steigende Strompreise und Ähnliches noch weiter zu belasten.

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