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KOMMENTAR

'Fehmarn 21' in Sicht?

Rainer Oschütz

Erneuter Wirbel um "Fehmarn 21" – wie in Anlehnung an das Bahnhofdesaster in Stuttgart die feste Fehmarnbelt-Querung zwischen Dänemark und Deutschland bereits im Volksmund genannt wird. Es bleibt die Hoffnung, dass der Name nicht zum Markenzeichen wird. Denn die Gerüchteküche um das norddeutsche Verkehrsgroßprojekt ist mal wieder am Brodeln.

So hat der dänische Verkehrsminister Hans Christian Schmidt verlauten lassen, dass sein Land eine endgültige Entscheidung für das Milliardenprojekt noch nicht treffen könne, solange bis das Planfeststellungsverfahren in Deutschland, Baupreise und EU-Hilfen noch nicht geklärt seien. Dagegen haben die Skandinavier für ihr Vorhaben bereits Planungssicherheit erreicht, damit bis 2022 der längste Absenktunnel der Welt mit vorgefertigten Betonröhren quer durch die Ostsee nach Deutschland errichtet werden kann. Sie finanzieren das 17,6 km lange Bauwerk nach heutigen Schätzungen mit 5,5 Mrd. Euro allein. Für Deutschland fallen Anbindungskosten an Land von "nur" bis zu 1,7 Mrd. Euro an. Auch die bisher gut 3 km lange Anschlussbrücke zwischen den Inseln Falster und Seeland (540 Mio. Euro) hat das dänische Parlament längst genehmigt – ein Megavorhaben und Prestigeobjekt für die Dänen.

Eine Woche vor einem deutsch-dänischen Expertentreffen an der Kieler Förde zeigt sich jetzt die deutsche Seite trotz der Skepsis des dänischen Ministers eher gelassen. Der Fertigstellungstermin 2024 sei wohl nicht in Gefahr, hieß es. Die Hoffnung auf eine plangerechte Verwirklichung des Großprojektes bleibt erhalten. Dazu hat erst kürzlich eine verbandsübergreifende Reformkommission "Bau von Großprojekten" Vorschläge unterbreitet, wie künftig diese Bauvorhaben im Bezug auf Zeit und Kosten nicht mehr aus dem Ruder laufen können. Vielleicht wird der Bau des Fehmarnbelt-Tunnels ein Beispiel dafür, wie man hierzulande Großprojekte fristgemäß und mit den vorgegebenen Kosten errichten kann. Der kleine nördliche Nachbar Dänemark scheint bereits heute auf dem richtigen Kurs zu sein . . .

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