Kommentar

Freischuss

von:

Rainer Oschütz

Wir werden beweisen, dass öffentliche Eigentümer so ein Projekt bauen können – betonten zum Spatenstich 2006 des Berliner Großflughafens vollmundig die damaligen Aufsichtsräte Klaus Wowereit und Matthias Platzeck. Heute ist nur festzustellen: Schlimmer geht's nimmer. Doch gibt es für diese Einschätzung noch Steigerungsmöglichkeiten. So hat dieser Tage der amtierende Flughafenchef Hartmut Mehdorn noch eine drauf gesetzt. Die neueste Hiobsbotschaft an die Steuerzahler lautet: Der Pannen-Airport wird noch einmal rund eine Milliarde Euro teurer als geplant. Statt zwei Milliarden betragen die Kosten inzwischen 5,4 Milliarden Euro. Wer da glaubt, das ist bereits das letzte Wort, der irrt sich gewaltig.Umso verwunderlicher ist es daher, dass Mehdorn den im Unternehmen ohnehin spärlich gesäten Sachverstand inzwischen vollends verbannt hat. Statt mit dem unbequemen Technik-Chef Horst Amann zusammenzuarbeiten, mobbte er ihn einfach weg. Nun ist guter Rat teuer – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Ein Jahr ist es her, dass der ehemalige Bahnchef sein bestimmt nicht einfaches Amt angetreten hat. Die bisherige Bilanz jedoch ist spärlich. Dazu zählen unter anderem die unsinnigen Pläne für einen Testbetrieb, was letztendlich nur noch mehr verlorene Zeit bedeutete. Man kann es kaum glauben, dass es Mehdorn gelingen wird, das Unmögliche, das traurige Kapitel Berliner Flughafen zu einem doch noch erfolgreichen Abschluss zu führen. Nach einem Jahr Amtszeit ist festzustellen: Die eigentlichen Probleme bleiben ungelöst. Vielleicht sollte man Mehdorn an seine Worte vor Beginn seiner Tätigkeit erinnern: Man sei sich darüber im Klaren, dass die Fluggesellschaft "sowohl im Hinblick auf Kosten als auch auf die Terminfrage nur noch einen Schuss frei habe", der scheint jedoch längst abgegeben zu sein ...

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