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KOMMENTAR

Im Sommerloch

Rainer Oschütz

Es klingt wie eine Geschichte, die für das "jährliche Sommerloch" geradezu prädestiniert ist: "Unser Plan steht, den künftigen Berliner Flughafen BER im zweiten Halbjahr 2017 zu eröffnen" – kaum ausgesprochen musste Geschäftsführer Karsten Mühlenfeld wieder zurückrudern. Denn die deutsche Tochter der niederländischen Firma Imtech hat einen Insolvenzantrag eingereicht. Der Gebäudetechnikausrüster ist eine der Schlüsselfirmen auf der Baustelle in Berlin-Schönefeld. Die Pleite bedeutet einen schweren Rückschlag für den erneut aktualisierten Fertigstellungstermin des umstrittenen Großprojektes.

Natürlich ist es nicht auszuschließen, dass ein Unternehmen – aus welchen Gründen auch immer – in Turbulenzen gerät und Insolvenz anmelden muss. Trotz aller Erfolgsnachrichten in den vergangenen Monaten über den Fortschritt am Bau holten die ungelösten Probleme den Pannenflughafen wieder ein. Eines davon ist Imtech. Berlin, Brandenburg und der Bund, die den Flughafen bauen lassen, waren und sind auf eine Firma angewiesen, die schon seit Jahren finanzielleProbleme zu haben schien. Seit 2012 steht der Konzern zudem imMittelpunkt einer Korruptionsaffäre. Ein früherer Bereichsleiter des Flughafens soll von Imtech bestochen worden sein – der Staatsanwalt ermittelt.

Jetzt ist es wie bei jeder Panne auf dem künftigen Flughafen: Die Folgen der Insolvenz müssen schnellstens geklärt werden, koste es, was es wolle. Damit ist die Geschichte im diesjährigen Sommerloch leider noch nicht zu Ende. Man darf weiterhin gespannt sein, wann mit oder ohne Imtech das Großprojekt fertig wird. Es ist zu befürchten, dass der Berliner Flughafen auch in den kommenden Jahren nicht nur im "Sommerloch" den Stoff für Beiträge zum Thema "Pleiten, Pech und Pannen" liefern wird. Flugpläne jedenfalls brauchen noch nicht erstellt zu werden . . .

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 33/2015.

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