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Kommentar

Katalysator für die Digitalisierung am Bau?

Robert Bachmann

Die Ausbreitung des Coronavirus und ihre Folgen haben große Teile des öffentlichen und wirtschaftlichen Lebens stillgelegt. Für die Digitalisierung der Arbeitswelt, die schon in Vor-Corona-Zeiten eines der dringlichsten Themen in der Bauwirtschaft darstellte, bringt die aktuelle Ausnahmesituation jedoch auch Fortschritte mit sich – wenn auch eher zwangsweise. Das bestätigen dieser Tage auch verschiedene Meldungen entsprechender Lösungsanbieter.

Unter anderem berichtet die Start-up-Schmiede des Zeppelin-Konzerns Z-Lab, dass digitale Lösungen derzeit gefragter seien denn je. Vor allem die Online-Anfragen für Bauequipment seien in den vergangenen Wochen stark gestiegen. Ähnliches vermeldet die Online-Plattform Schüttflix, die einen Nachfrageanstieg bei Schüttgutbestellungen von bis zu 120 Prozent verzeichnet.

Besonders hoch ist der Bedarf aktuell im Bereich Verwaltung, sprich Lösungen für mobiles Arbeiten und Homeoffice. Digitale Konferenzen mit Kollegen und Geschäftspartnern sowie der Fernzugriff auf Dokumente, jederzeit und von überall aus, bergen nunmehr nicht nur Effizienzvorteile, sondern sind dringend notwendig, um unter den strengen Hygiene- und Kontaktauflagen überhaupt arbeiten zu können.

Software- und Lösungsanbieter wie BRZ, Capmo, PlanRadar und viele andere haben zuletzt eine ebenfalls stark gestiegene Nachfrage in diesen Bereichen vermeldet. Löblich sind in diesem Zusammenhang auch Hilfsaktionen wie die des Vereins Vernetzt Digital, der sich kleineren Betrieben annimmt und ihnen bei der Digitalisierung in der Krise unter die Arme greift. Etwa bei der Erstellung einer Internetseite, um für Kunden weiterhin erreichbar zu sein.

Abseits der wenigen Big Player unter den Bauunternehmen und einiger Pioniere im Mittelstand hat sich die Bauindustrie der Digitalisierung zuletzt eher zögerlich genähert. Für viele ist das Thema noch zu komplex, zu unübersichtlich oder schlichtweg zu teuer. Häufig fehlte auch die Zeit. Die derzeitige Ausnahmesituation hat viele dieser Hürden mit einem Schlag eingerissen.

Natürlich ist das ein beinahe schon pietätloser Blickwinkel. Viele Unternehmen werden derzeit größere Sorgen haben, als sich über funktionierende Homeoffice-Lösungen zu freuen. Tatsache ist aber auch, dass es diese Lösungen sind, die so manches Unternehmen momentan am Laufen halten. Gerade im Bereich der Digitalisierung gilt es, die nun eilig geschaffenen Grundlagen auch über die Krise hinaus weiterzuverfolgen und auszubauen.

Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 16/2020.

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