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Kommentar

Kein Ende in Sicht

Kai-Werner Fajga

Die Materialengpässe in der deutschen Wirtschaft halten an – und ein Ende scheint derzeit nicht absehbar. In der Autoindustrie bremst der Mangel an Chips die Produktion derart aus, dass Kurzarbeit verlängert oder Fließbänder stillgelegt werden. In der Truck-Sparte von Daimler etwa gibt es einen erheblichen Bestand an produzierten Lkw, bei denen jedoch wesentliche Teile noch fehlen, wie ein Sprecher erklärte. Dem entsprechend können viele Hersteller ihre fast fertigen Produkte nicht ausliefern. Frust bei Händlern und Kunden entsteht.

Auch Maschinenbauverbände schlagen Alarm, denn dort macht sich der Materialmangel ebenfalls deutlich bemerkbar. "Es wird Einfluss auf den Aufschwung haben", warnte der Vorsitzende des Branchenverbands VDMA Baden-Württemberg, Mathias Kammüller, jüngst. Elektronik-Bauteile, Stahl und Kunststoff fehlen den Herstellern.

Trotz des Mangels schätzt der Verband die Branchenlage als insgesamt gut ein. 63 Prozent der Unternehmen sprechen im Vorjahresvergleich von einem guten oder sehr guten Auftragsbestand, wie Geschäftsführer Dietrich Birk berichtete.

Angesichts der Knappheit verschiedenster Rohstoffe und Materialien wagt derzeit niemand eine Prognose, wann sich eine Erholung einstellen könnte. In der Autoindustrie sei der Mangel an Mikrochips dramatisch – ein Ende der Halbleiter-Versorgungskrise sei nicht aktuell absehbar. Auch im kommenden Jahr werde es einen Mangel bei Halbleitern geben.

Manche Hersteller sprechen hinter vorgehaltener Hand von einem Zeitraum von mindestens einem Jahr, bis Produktionsrückstände aufgeholt sein könnten. Und auch das nur unter der Voraussetzung, dass Lieferketten wieder funktionieren und die Versorgung mit Rohstoffen sowie anderen zur Produktion notwendigen Materialien wieder hergestellt ist.

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