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Kommentar

Kein erneuter Preiskampf

Entgegen der allgemeinen konjunkturellen Abkühlung in Deutschland geht es der Bauwirtschaft hierzulande auch im Jahr 2020 blendend. Sowohl beim Umsatz als auch bei den Auftragseingängen wird nach wie vor ein dickes Plus verzeichnet. Dennoch trübt sich auch in Teilen der Baubranche die Stimmungallmählich ein. Der Grund sind teilweise starke Auftragsrückgänge im Straßenbau, die sich seit einigen Monaten bemerkbar machen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag der Ordereingang im Straßenbau im September 2019 5,6 Prozent hinter dem Vorjahreswert. Im August habe es gar einen Einbruch von 18,8 Prozent gegeben. Auch im neuen Jahr scheint sich die Situation nicht geändert zu haben. Sowohl der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) als auch die Landesvereinigung Bauwirtschaft Baden-Württemberg wiesen in dieser Woche darauf hin, dass das derzeitige Order- und Umsatzplus vornehmlich auf Großprojekte und den Wirtschaftsbau zurückginge, im Straßenbau jedoch weiterhin Rückgänge verzeichnet würden. Mitunter würden auch Aufträge storniert sowie Ausschreibungen aufgehoben. Die Gründe dafür sind vielfältig und zum Teil auch nachvollziehbar. Zum einen fehle es weiterhin an Personal in den Planungs- und Genehmigungsbehörden, zum anderen führe derPersonalwechsel im Zuge des Aufbaus der Bundesfernstraßengesellschaft aktuell zu Verzögerungen. Weitere Gründe liegen einer Mitgliederbefragung des HDB zufolge in der Einführung digitaler Planungsverfahren sowie der elektronischen Vergabe. Gemutmaßt wird darüber hinaus, dass wegen der zuletzt gestiegenen Baupreise Ausschreibungen bewusst zurückgehalten werden. Sollte sich das bewahrheiten, wäre es ein fatales Signal. Der Bau ist aktuell wieder eine wichtige Stütze der deutschen Wirtschaft. Einen ruinösen Preiskampf, wie wir ihn in der Vergangenheit bereits erlebt haben, können weder die Bauunternehmen noch die gesamtdeutsche Konjunktur und erst recht nicht die noch immer ausbau- und modernisierungsbedürftige Infrastruktur im Lande gebrauchen.

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