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Kommentar

Kommt jetzt der große Digitalisierungsschub?

Robert Bachmann

Die aktuelle Situation kennt nur wenige Profiteure. Es gibt wohl kaum eine Branche, die derzeit mit rosigen Prognosen glänzen könnte. Ganz anders sieht es bei Anbietern digitaler Arbeitsmittel und Dienstleistungen aus, möchte man meinen. Es ist naheliegend, dass die Konsequenzen aus der Ausbreitung des Corona-virus – insbesondere die Kontakteinschränkungen – zu einer immens gesteigerten Nachfrage in diesen Bereichen geführt haben.

Für die Baubranche steht das Thema Digitalisierung schon länger ganz oben auf der Agenda. Im Vergleich mit anderen Industrien galt sie bislang als rückständig, wenn es um die digitale Optimierung ihrer Arbeitsprozesse geht. Für die aktuelle Ausgabe der ABZ haben wir sowohl auf Anbieter-, als auch auf Anwenderseite nachgefragt, inwiefern die Branche nun den Zwangsturbo in Sachen digitaler Transformation eingelegt hat (den ausführlichen Bericht lesen Sie auf Seite 3).

Ohne zu viel vorweg zu nehmen: Das Ergebnis fiel weniger eindeutig aus, als zuvor angenommen. Das liegt auch daran, dass die Digitalisierung ein enorm weites Feld ist. Von einer gestiegenen Nachfrage profitieren jetzt vor allem jene Anbieter, deren Tools und Dienstleistungen in die akut gewandelte Arbeitswelt passen. Das sind vor allem Lösungen für das Home Office, digitale Vertriebskanäle und Kommunikationsmöglichkeiten.

Der große Schub für das digitale Planen und Bauen, also Lösungen, die auf eher Produktivitätssteigerungen als auf die Einhaltung von Kontakt- und Hygienevorschriften abzielen, scheint jedoch auszubleiben. Wohl auch, weil dieser Teil der digitalen Transformation des Bauwesens eine Gemeinschaftsaufgabe ist, die nicht nur einzelne Unternehmen für sich stemmen müssen, sondern alle Beteiligten zusammen, inklusive der Ämter und Genehmigungsbehörden. Gerade hier kommt es Corona-bedingt derzeit zu Verzögerungen, deren Ausmaß mit darüber entscheiden wird, wie die Branche aus der aktuellen Situation hervor gehen wird.

Auch in Zukunft wird der effiziente Einsatz von Ressourcen am Bau mit den Mitteln der Digitalisierung an Bedeutung zunehmen. Den Schwung, den das Thema nun zwangsweise erfährt, gilt es daher mitzunehmen und auch in andere Bereiche zu übertragen. Wenn gleich Abstand das Gebot der Stunde ist, gilt für die Akteure am Bau mehr denn je, näher zusammenzurücken – zumindest im digitalen Sinne. Dann ließe sich die Krise auch als Chance nutzen.

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