Kommentar

Maßnahmen

von: Kai-Werner Fajga
Zuletzt Anfang Dezember hatten alle 17 Spitzenverbände einen dramatischen Appell an die Regierenden von Bund und Ländern mit der Botschaft gerichtet, den "Teufelskreis zu durchbrechen".

Bund und Länder hätten noch nicht die Voraussetzungen geschaffen, die mehr bezahlbaren Wohnraum ermöglichen sollten. Eine aktuelle Studie des Pestel-Instituts im Auftrage mehrerer Verbände ermittelte nun für 2023 ein "Rekord-Wohnungsdefizit"von 700.000 Wohnungen. 2022 wird als das "gescheiterte Sozialwohnungsbaujahr" betitelt, da nur 20.000 der ursprünglich 100.000 geplanten Sozialwohnungen gebaut worden seien.

Da bis zum Ende der Legislaturperiode noch 380.000 Wohnungen fehlen, beziffert die Studie, woran es mangelt: Für die Umsetzung der Pläne sei in einem ersten Schritt ein Sondervermögen von 50 Milliarden Euro bis zum Jahr 2025 erforderlich, damit die Ampel-Koalition ihr Versprechen einlösen könne. Ziel des Sonderfonds müsse es sein, "den zu erwartenden Kollaps auf dem sozialen Wohnungsmarkt abzuwenden", und das müsse sofort umgesetzt werden.

"Die Studie muss eine letzte Warnung an die Politik sein, endlich zu handeln und der Wohnungswirtschaft Vertrauen für neue Investitionen zu geben", kommentierte Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie zu den Zahlen der Studie. "Mehr Geld alleine bringt gar nichts. Wir müssen die Kapazitäten im Bau ausweiten" twitterte hingegen Bundesbauministerin Klara Geywitz nach der Vorstellung der Studie. Im vergangenen Jahr habe die Bauwirtschaft 16 Milliarden Euro Neubauförderung und 2 Milliarden Euro für die Förderung des sozialen Wohnungsbaus gehabt, und das habe nicht dazu geführt, dass mehr gebaut worden sei.

Im Bündnis bezahlbarer Wohnraum solle nun mit der Wohnungs- und Bauwirtschaft besprochen werden mit welchen Maßnahmen diese es schaffen könne, dass in Deutschland wieder mehr gebaut werden könne. Man darf also gespannt sein, mit welchen Maßnahmen den erheblichen Auftragseinbrüchen und den mehr als durchwachsenen Perspektiven im Wohnungsbau in diesem Jahr begegnet werden soll.

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Autor

Kai-Werner Fajga

Chefredakteur Allgemeine Bauzeitung

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