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Kommentar

Mindestens zehn Prozent

Kai-Werner Fajga

Beinahe im Wochentakt erreichen die Redaktion der ABZ Meldungen, dass sich Materialpreise verteuern, Materialknappheit besteht und Lieferketten noch immer gestört sind. Aus dem Bundesland Thüringen meldeten Statistiker jüngst, dass sich das Bauen dort "im Monatstakt" verteuere, Bayern vermeldete, dass die Preissteigerungen "weit über der allgemeinen Inflationsrate" lägen. In der Spitze wurde ein Preisanstieg in Höhe von 38,2 Prozent vom bayrischen Landesamt für Zimmer- und Holzbauarbeiten gemeldet.


Auch die Bauwirtschaft Baden- Württemberg resümierte, dass die Kosten für Baumaterialien 2021 innerhalb kürzester Zeit durch die deutlich gestiegene Nachfrage bei gleichzeitiger Knappheit stark angezogen hätten. Der Erzeugerpreisindex für Bauholz liegt demnach im August um rekordverdächtige 120 Prozent über dem Vorjahresniveau. Dennoch rechne man damit, dass sich die Lieferengpässe und somit die Preissteigerungen bei Baumaterialien zum neuen Jahr beruhigen werden.


Auch das Statistische Bundesamt konstatierte unlängst den "stärksten Anstieg der Baupreise seit 51 Jahren". Das Bundesamt führt Materialknappheit als Hauptgrund der Preissteigerungen an, wobei je nach Art der ausgeführten Arbeiten auch deutlich höhere Steigerungen gemeldet wurden. Bauherren müssen sich also auf weiter steigende Preis einstellen, denn Bauunternehmen müssen die Preissteigerungen weiterreichen, oder bei bereits bestehenden Projekten/Verträgen nachberechnen, soweit möglich. Mindestens 10 Prozent Aufschlag erscheint da noch vorsichtig veranschlagt, denn laut Bundesamt betrug die Preissteigerung für den Neubau konventionell gefertigter Wohngebäude im August 2021 – verglichen mit August 2020 –12,6 Prozent. Für gewerbliche Gebäude betrage die Steigerung bis zu 13,3 Prozent. Im Mai 2021 waren die Preise vergleichsweise nur um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

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