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Kommentar

Monopoly-Spiel

Burkhard Büscher

Das musste Vonovia-Chef Rolf Buch richtig gewurmt haben, die verlorene Übernahmeschlacht um den Konkurrenten Deutsche Wohnen. Das ist jetzt gerade einmal ein halbes Jahr her und soll Deutschlands größtes Immobilienunternehmen einen zweistelligen Millionenbetrag gekostet haben. Immerhin hatte Buch mit dem Angriff den Plan der zweitplatzierten Deutsche Wohnen torpediert, die LEG als Drittplatzierten zu kaufen.

Jetzt nimmt Vonovia einen neuen Anlauf beim Wiener Konkurrenten Conwert, um sein Geschäft weiter auszubauen. Im Gespräch sind dafür rund 2,9 Milliarden Euro für den Deal. Die erst 2001 gegründete börsennotierte österreichische Immobiliengesellschaft besitzt die meisten Wohnungen in Deutschland. Neben Wien zählen Berlin, Leipzig, Potsdam, Wuppertal und Dresden zu den wichtigsten Conwert-Standorten. Nach der verlorenen Schlacht mit Deutsche Wohnen spricht denn auch Buch ausdrücklich von einer als "freundlich" eingestuften Milliarden-Offerte für Conwert.

Ein besonderes "Geschmäckle" bekommt die Übernahme durch Vonovia dadurch, dass gerade die Immobiliengesellschaft Deutsche Wohnen, die Vonovia sich zuvor einverleiben wollte, bereits Anfang vergangenen Jahres die Idee hatte, sich Conwert anzueignen, dabei jedoch abblitzte. Den Österreichern waren wahrscheinlich die gebotene 1 Milliarde Euro zu wenig. Vonovia-Chef Buch kann zuversichtlich sein, dass das Übernahmeangebot an Conwert Erfolg haben wird, nicht zuletzt, weil es von Großaktionär Adler Real Estate unterstützt wird.

Und es wird wahrscheinlich nicht der letzte Versuch von Vonovia sein, das Unternehmen zu vergrößern. Die Einkaufstour wird weiter gehen. In Zeiten billigen Geldes wird noch öfter von Vonovia zu hören sein. Es ist ein riesiges Monopoly-Spiel, um Wohnungsbestände effizienter managen zu können. Zu hoffen ist, dass die Mieter dabei nicht auf der Strecke bleiben.

ABZ-Stellenmarkt

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 36/2016.

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