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Kommentar

Müssen sich Messen ändern?

Robert Bachmann

Für 2020 scheinen nunmehr alle Messen gesungen. Mit der GaLaBau in Nürnberg wurde erst kürzlich auch die letzte der großen Bau-Fachmessen in diesem Jahr abgesagt. Zugegeben, nachdem bereits zahlreiche Großveranstaltungen für die Baubranche im Zuge der Corona-Pandemie gestrichen oder verschoben wurden, wäre es schon etwas naiv gewesen, davon auszugehen, dass die grüne Branche davon unbeeindruckt im September ein großes Hallo hätte veranstalten können. Zu präsent sind das Virus und die damit verbundenen Beschränkungen, zu gering die Aussichten auf ein reges Besucherinteresse angesichts der zu treffenden Maßnahmen und anhaltender Reiserestriktionen.

Viele Veranstalter reagieren nun mit Alternativprogrammen, die sich vor allem im digitalen Raum abspielen sollen. Bequem vom heimischen Rechner aus können sich Interessierte umfassend und ohne Ansteckungsgefahr über die Neuigkeiten der Aussteller informieren. Das wirft die Frage auf, ob sich Messen in Zukunft generell verändern müssen: weniger Menschenmassen in eng gedrängten Messehallen, mehr zielgruppenspezifische Informationen auf digitalen Plattformen.

Auch vor Corona gab es bereits kritische Stimmen, die klassische Messekonzepte als zu statisch, zu teuer und aufwendig bewerteten. Die Antwort ist weder ein klares Ja, noch ein klares Nein. Zum einen sind die Messen bereits im Wandel. Sowohl auf analogem als auch auf digitalem Wege arbeiten die meisten Veranstalter kontinuierlich an neuen Formaten, um ihre Besucher bestmöglich an die für sie relevanten Informationen zu führen.

Gerade digitale Formate können das eigentliche Messeerlebnis dabei nur ergänzen, jedoch nie vollständig ersetzen. Das betrifft unter anderem die Möglichkeit von hautnahen Produktpräsentationen, vor allem aber die Möglichkeiten des zwischenmenschlichen Austauschs, die eine Messe für viele Besucher auch abseits rein wirtschaftlicher Motivationen so wertvoll macht: Die geplanten und ungeplanten Begegnungen, die sich daraus ergebenden Geschäftsmöglichkeiten, Anregungen oder gar Freundschaften.

Die Corona-Pandemie hat uns deutlich vor Augen geführt, wie bedeutsam der zwischenmenschliche Kontakt, privat wie auch beruflich, für uns alle ist. Messen sind hierfür wichtige Plattformen. Das wird auch in Zukunft so bleiben.

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