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Kommentar

Na endlich

Kai-Werner Fajga

Die Messe München hat eine Entscheidung gefällt und die bauma 2022 vom Frühjahr in den Herbst verschoben. Eine Branche atmet auf. Endlich wieder Kundenkontakt, endlich wieder Wettbewerb zum "Anfassen" – wenn auch ein halbes Jahr später. Das war jetzt aber auch allerhöchste Eisenbahn, der Druck auf die Messegesellschaft muss exorbitant gewesen sein. Die ganze Branche hatte in den vergangenen Wochen diskutiert, ob die Messe nach diversen Absagen von Wettbewerberbsveranstaltungen überhaupt stattfindet. Mancher Hersteller hatte seine Teilnahme sogar bereits abgesagt. Große Aussteller der bauma ließen durchblicken, dass eine Entscheidung zur Austragung der Messe wegen der umfassenden Vorplanungen spätestens im April 2021 vorliegen müsse. Und ein Ende der Pandemie ist derzeit nicht absehbar.

"Die Entscheidung ist uns natürlich nicht leicht gefallen. Wir mussten sie aber jetzt treffen, noch ehe die Aussteller mit ihren Planungen für den Messeauftritt beginnen und entsprechende Investments tätigen", heißt es dazu aus München. Nun ist die Entscheidung da, aber allen Beteiligten muss klar sein, dass die bauma 2022 – wenn sie tatsächlich stattfindet – eine andere werden wird. Eben keine zum Anfassen wie gewohnt. Niemand kann eine Gewähr dafür geben, dass bis Oktober kommenden Jahres alle Corona-Wellen ausgestanden oder alle Anreisenden immunisiert sind. In München hofft man daher, dass bis im Herbst kommenden Jahres "die Pandemie weitgehend unter Kontrolle und unbegrenztes weltweites Reisen wieder möglich ist." Das ist zwar eine gute Hoffnung, aber auch ein Risiko.

Die bauma 2022 muss Neuland beschreiten. Mit ihrer Entscheidung zum Öffnen der Tore müssen die Veranstalter eine Lösung dafür anbieten können, wie sich tausende Menschen an wenigen Tagen Corona-konform treffen, unterhalten und austauschen können. Das wird das Bild der Messe, wie wir sie gewohnt sind, verändern. Für die Entscheidung, die Messe angesichts solcher Rahmenbedingungen trotzdem durchführen zu wollen, gebührt den Veranstaltern daher höchster Respekt.

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