Kommentar

Nachwuchs

Robert Bachmann

Wohin man auch schaut, nahezu die gesamte Bauwelt ist dieser Tage guter Dinge. Die Wirtschaft boomt, die Bautätigkeit ist anhaltend hoch und den Prognosen zufolge wird das auch erst einmal so bleiben. Probleme, wenn man so will, bereiten derzeit eher Engpässe durch die hohe Nachfrage nach Baudienstleistungen, den hohen Bedarf nach Bauprodukten bzw. durch fehlende Kapazitäten bei der Umsetzung der zahlreichen Bau- und Handwerksprojekte.

Zu letzterem zählen in erster Linie die dringend benötigten Fach- und Nachwuchskräfte am Bau. Umso erfreulicher, dass die Branche für junge Menschen scheinbar wieder an Attraktivität gewinnt, wie der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes Anfang der Woche erklärte. Die Zahl der Auszubildenden im ersten Lehrjahr ist in Deutschland zuletzt um 1,4 % inden alten Bundesländern sowie um ganze 10 % in den neuen Bundesländern gestiegen. Etwa 80 % davon entfallen auf die baugewerblichen Unternehmen, wie ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa erklärte.

Dieser leichte Aufwärtstrend mag noch keine Wende im Kampf um den Berufsnachwuchs markieren, zeigt aber, dass die zahlreichen Bemühungen der Branche, ihre Attraktivität für junge Ausbildungssuchende zu steigern bzw. unter Beweis zu stellen, Früchte tragen. Und das ist auch bitter nötig. Die Bauindustrie steht schließlich vor immensen Aufgaben. So wichtig auch alle Maßnahmen im Zuge der Digitalisierung und Effizienzoptimierung sein mögen – für die Bewältigung dieser Aufgaben wird es weiterhin auf qualifizierte Arbeitskräfte ankommen.

Daher gilt es nach wie vor, auch politisch die richtigen Voraussetzungen zu schaffen und zu wahren, unter denen die Bauindustrie ihren Wert als Arbeitsgeber behält. Allem voran muss der Arbeitsplatz am Bau eine faire Vergütung und wirkliche Karriereaussichten bieten können. Wenn der Bau boomt, dürfen jene, die den Boom tragen, am Ende nicht die sein, die am wenigsten davon profitieren.

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Dieser Artikel erschien in der Ausgabe Allgemeine Bauzeitung 32/2017.

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